Montag, 21. Juli 2008

München feiert
















Ein Wochenende lang Fußgängerzone auf dem Altstadtring, das ist fast schon so etwas wie Ausnahmezustand. München feiert den 850. Geburtstag, und dabei geht es natürlich sehr gesittet und ordentlich zu.
Beim entspannten Sonntagnachmittagsspaziergang hatten wir die Gelegenheit, eine fetzige bayerische Kapelle und ihre Musik kennen zu lernen. Ich schreib jetzt absichtlich nicht "Band", obwohl das bei der modernen Musikmischung durchaus angebracht wäre. Bayerische Klänge im bunten Mix: mal eher in Richtung Techno, dann mal wieder Jazz, bißchen brasilianisch, bißchen orientalisch... und gemeinsames Jodeln mit dem Publikum. Nix für Dumpfbacken, sondern wirklich intelligent und spritzig. Labrassbanda nennen sich die fünf Burschen aus dem Chiemgau: Trompete, Posaune, Tuba, Bass, Schlagzeug und Gesang. Sollte man unbedingt live hören und sehen. Für alle, die dazu keine Gelegenheit haben, gibt's auch ein paar Songs bei myspace zum Reinhören. Wir fanden den Live-Auftritt so mitreissend, dass wir bis zum Schluss geblieben sind. Sogar der Wettergott war gnädig und ließ es erst am Ende der letzten Zugabe regnen.

Labrassbanda

Sonntag, 13. Juli 2008

Schade!

Helge Schneider ist ein Künstler, den man live erleben muss. In kurzen Fernsehauftritten kann sich sein besonderer Humor nicht so gut entfalten. Dass der Beuys der Musikszene immer wieder auf die alte "Katzeklo"-Nummer reduziert wird, ist bedauerlich, aber wohl nicht mehr zu ändern. Das Katzeklo-Problem hat Helge mittlerweile dahin gehend gelöst, dass der ehemals Tee servierende Bodo (seineszeichens unübertrefflich schlecht an den Bongos) den Refrain singen muss. Auch das nur mit mäßigem Geschick. Aber einen echten Helge-Fan stört das nun auch nicht weiter.
Was allerdings beim gestrigen Auftritt des Blödel-Barden störte, war die Tatsache, dass die Technik und Rahmenbedingungen auf dem Tollwood-Festival in München weite Teile des akustischen und visuellen Genusses zerstörten...

Auf der einen Seite gab es eine überbordende und dem Ereignis völlig unangemessene Lightshow, in der sich ein offensichtlich übereifriger Lichttechniker selbst zelebrierte, die Musiker von hinten beleuchtete, und so ganz nebenbei das Publikum durch permanent nach vorne aufblitzende Lichter blendete. Der Schlagzeuger Pete York ist zu genial, als dass er sich von völlig neben die Takte gesetzten Lichtorgien aus der Ruhe bringen ließe. Doch an einigen Stellen war die Beleuchtung so schlimm, dass man besser die Augen schloß, um wenigstens das Klangerlebnis zu genießen... Vorausgesetzt man hatte es geschafft, nach zwei Stunden Anstehen im Regen in der bestuhlten Arena einen Platz im vorderen Drittel zu ergattern. Weiter hinten war die Akustik offenbar so schlecht, dass man Helges scharfsinnigen Witzen nicht mehr ganz folgen konnte. Wiederholte Zwischenrufe aus dem Publikum waren nachvollziehbar, der Stimmung des Künstlers allerdings nicht ganz zuträglich. Überhaupt ist das Zelt auf dem Tollwood für eine Veranstaltung mit Helge Schneider zu groß, die Zuschauer zu weit von der Bühne entfernt. Obendrein sind Teile der vorderen Bestuhlung so weit nach außen gezogen, dass man (trotz vollen Preises) die Bühne gerade mal zu einem Drittel sehen kann.

Fazit: Schade Helge, aber unter solchen Umständen bleiben wir nächstes Mal lieber zu Hause und hören eine CD.