Mittwoch, 9. November 2016

Der erste Schnee
















Als Kinder haben wir uns jedes Jahr mächtig gefreut, wenn im November die ersten Schneeflocken am Himmel tanzten. Der tiefgraue Himmel und die weiße Pracht waren eine Verheißung: Bald ist Weihnachten, bald gibt es Geschenke und bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit Schlittenfahren. Damals blieb der Schnee meistens noch liegen und es war mehr als heute. Vielleicht ist diese Erinnerung aber auch falsch - im Rückblick verklären sich manche Dinge. Als ich heute früh aus dem Fenster schaute, und den Schnee sah, dachte ich nur: Oha... jetzt ist es wieder soweit. Es wird Winter :-(

Wetter ist für mich schon immer ein spannendes Thema gewesen. Nicht umsonst gibt es in diesem Blog eine eigene Rubrik mit "Wetterfotos". Ich liebe es, die Veränderungen in der Natur zu beobachten, das wechselnde Licht und die Farben des Himmels, der zu jeder Jahreszeit andere Nuancen hat. Den Wetterbericht im Fernsehen finde ich spannender als die Nachrichten, die Namen der deutschen TV-Meteorologen sind mir geläufiger als die mancher Promis. Wenn Donald Bäcker im Morgenmagazin den Unterschied von Glatteis und Eisglätte erläutert, höre ich aufmerksam zu, und ich folge Benjamin Stöwes Twitter Account...

Wetter ist für mich kein Small Talk Thema

Ich kann mich noch erinnern, dass ich meine Mutter als Vierjährige fragte, warum man eigentlich nur an bestimmten Tagen die Züge in der Ferne vorbeifahren hörte. Sie erklärte mir daraufhin, das habe mit der Windrichtung zu tun, und ich war fasziniert über diesen Zusammenhang. Mein Cousin war damals bei den Pfadfindern. Von ihm habe ich gelernt, dass der Moosbewuchs an Baumstämmen die Richtung anzeigt, aus der der meiste Regen kommt, und man sich im Wald daran orientieren und den Weg finden könne. Hänsel und Gretel hätten sich mit diesem Wissen wohl so manchen Umweg erspart!

Heute weiß ich, dass eine Ostströmung meistens stabiler ist als eine Westströmung, dass es weniger regnet, wenn der Wind von Osten weht, und dass es dann im Winter eklig kalt wird. Föhnfische am Himmel sind mir da bedeutend sympathischer.

Wetter und Licht gehören
für mich untrennbar zusammen
















Weil ich jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs bin, sind Wettervorhersage und  Regenradar für meinen Alltag extrem wichtig. Sie sind ausschlaggebend dafür, welche Jacke ich morgens anziehe, oder ob ich einen anberaumten Fotokurstermin absagen muss. Obwohl ich die meiste Zeit in geschlossenen Räumen verbringe, verändert das Wetter meine Stimmung - und nicht nur meine.

Der Wechsel der Jahreszeiten

Die Welt im Frühjahr oder Sommer ist eine andere, als im Herbst oder Winter. Ich liebe den Herbst wegen seiner satten Farben. Im Frühling blüht alles, der Sommer ist voller Grüntöne, und die Straßen einer Stadt haben in einer Sommernacht einen völlig anderen Klang. Kalte Tage im Winter oder zwischendurch machten mir früher nicht viel aus, Regen störte mich auch nicht. Jetzt bin ich etwas empfindlicher. Meine Lieblingsreiseziele sind Länder, die für ihr "schlechtes Wetter" berühmt und berüchtigt sind: Island, Großbritannien und Skandinavien. Ich habe lange nicht verstanden, warum so viele Deutsche übers Wetter jammerten, und in südliche Gefilde reisen oder auswandern wollten, weil es dort "immer warm" ist. Mir war es dort immer zu  warm, und ich kann mir bis heute nicht vorstellen, an einem Ort zu leben, an dem das Wetter immer gleich und der Himmel immer blau ist. Vielleicht muss man erst ein bestimmtes Alter erreichen, um die Sehnsucht nach Wärme und sattem Sonnenschein nachvollziehen zu können?  

Vitamin D?

"Im Alter lässt die Umsetzung des Sonnenlichtes in Vitamin D im Vergleich zur Situation in der Jugend um mehr als die Hälfte nach", heißt es in einem Fachartikel, und "die heutigen Lebensverhältnisse sowie die Verwendung von Sonnenschutzmitteln erschweren die ausreichende körpereigene Produktion von Vitamin D über Sonnenlichtexposition".
Ja, ich bin froh um jeden Tag, an dem es nicht schneit, an dem es keine Eisglätte gibt, und ich ohne Handschuhe Fahrrad fahren kann. Auswandern würde ich deswegen nicht, aber die Vorstellung, den Sommer auf der Nord- und den Winter auf der Südhalbkugel des Planeten zu verbringen, übt einen stärkeren Reiz auf mich aus, als je zuvor. Das hat nichts mit dem Wetter zu tun, sondern mit der Anzahl der Tageslichtstunden.

Subjektive Wahrnehmung?

Ab Mitte September nehme ich sehr deutlich wahr, dass es morgens später hell und abends früher dunkel wird. Mit der Zeitumstellung Ende Oktober wird es morgens vorübergehend besser, aber abends umso schlimmer: es ist gerade mal 16:15 Uhr und draußen bricht die Abenddämmerung herein. War das immer schon so oder ist es mir früher nur nicht aufgefallen? Wie erlebt ihr das?

Ich freue mich auf Weihnachten, aber nicht wegen der Geschenke, sondern wegen der Wintersonnenwende. Bis dahin sind es noch sechs volle Wochen, das heißt: bis dahin gibt es jeden Tag noch weniger Tageslicht! :-(  Dagegen hilft nur eine entsprechende Raumbeleuchtung, oder man legt sich zwischendurch mal auf die Sonnenbank. Ich höre schon den Aufschrei: Davon bekommt man doch Hautkrebs!
Da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht sind diese ganzen Sonnenschutzcremes, mit denen wir uns seit Jahrzehnten vor der bösen Sonne abschirmen, nicht ganz unschuldig an diesem Dilemma.


Fünfzehn Minuten Sonne OHNE Sonnenschutz brauchen wir jedenfalls täglich, zumindest im Gesicht und auf den Armen, damit der Körper ausreichend Vitamin D produzieren kann.






Meine Devise lautet also: Raus an die frische Luft, wenn sich die Sonne blicken lässt, Ärmel hochkrempeln und die Tage bis zur Sonnenwende zählen...




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