Freitag, 29. November 2019

Geld für Müll: Tintenpatronen und Tonerkartuschen recyceln


Normalerweise bringe ich leere Tintenpatronen zum Wertstoffhof. Weil ich es lange nicht geschafft hatte hinzufahren, hatten sich schon acht Patronen angesammelt. Durch Zufall bin ich auf die Internetseite geldfuermuell.de gestoßen, einem Recyclingunternehmen im fränkischen Hilpoltstein. Und siehe da: meine Druckerpatronen waren tatsächlich noch beinahe 30 Euro wert. Der Weg zum nächsten DHL-Laden war kürzer als der Weg zum Wertstoffhof, und innerhalb von einer Woche waren nicht nur die Patronen sinnvoll entsorgt, sondern auch die Überweisung auf dem Konto. So kann Recycling also auch funktionieren.

Mittwoch, 27. November 2019

Warum ich Snooker liebe

Mir ist klar, dass Sie überhaupt nicht wissen, was Snooker ist. Falls Sie beim Zappen durch Fernsehkanäle ab und zu Eurosport streifen, werden Sie mit Verwunderung feststellen, dass man dort Männer unterschiedlichen Alters in eleganten Westen an einem großen grünen Tisch mit vielen bunten Bällen sieht.

Dieser Tisch ist schon ziemlich abgeräumt, aber
das Spiel ist noch längst nicht entschieden.

Snooker ist eine besondere Variante des Billardspiels, nur erheblich schwieriger und komplizierter. Um beim Snooker erfolgreich zu sein, sind Präzision, Konzentration und strategisches Denken erforderlich. Darüber hinaus beeindrucken mich bei dieser Sportart vor allem die Korrektheit und Contenance der Spieler.

"Gentleman Sport"
Von Snookerspielern wird ein in jeder Hinsicht vorbildliches Verhalten erwartet. Contenance bedeutet, dass man am Spieltisch wenig bis keine Emotionen zeigt, auch wenn das eigene Spiel schlecht läuft.  Humor ist erlaubt und wird auch oft gezeigt. Früher habe ich Eishockeyspiele verfolgt, live im Stadion. Das hat mir gefallen, da war Stimmung. Das Tempo bei anderen Sportarten ist hoch, beim Eishockey gibt es den "Body Check", die Spieler knallen an die Bande, und dabei kochen natürlich auch die Emotionen hoch. Snooker ist das genaue Gegenteil, aber nicht weniger spannend.

Korrektheit bedeutet, dass ein Spieler, der einen Fehler (Foul) begeht, diesen Fehler selbst anzeigt, selbst wenn weder der Gegner noch der Schiedsrichter das Foul bemerkt haben. Stellen Sie sich das mal beim Fußball vor... 😆 Ob Sie es glauben oder nicht: Beim Snooker passiert das wirklich. Es ist zudem üblich, den gelungenen Stoß des Gegners durch Klopfen auf die Bande zu honorieren. In den Interviews nach einem Finale wird zunächst der Verlierer interviewt, der nicht selten seinen Gegner für sein tolles - besseres - Spiel lobt, und seine eigenen Fehler analysiert.
Weitgehend unbekannte Randsportart

Donnerstag, 14. November 2019

Intensiv



























#Kindheitserinnerungen  #Herbst

Haben Sie als Kind im Herbst auch diese weißen "Kirschen" von den Büschen gepflückt, um danach dem Knacken zu lauschen, wenn man diese Beeren auf dem Asphalt unter den Schuhsohlen zerplatzen lässt? Wann haben Sie zuletzt gehört, wie schön das Laub raschelt, wenn man hindurchläuft, oder wie es riecht? Wann haben Sie zum ersten Mal eine heiße Maroni gegessen? Wie war das? Haben Sie sich den Mund verbrannt, und waren Sie enttäuscht darüber, wie mehlig und komisch diese Dinger schmecken?  Wiederholen Sie ein paar dieser Erfahrungen - oder machen Sie neue. Jenseits der glatten Smartphone-Oberfläche gibt es in der Welt da draußen ziemlich viel zu entdecken.



Dienstag, 12. November 2019

Ich hasse Fußball

... so lautet der provokante Titel eines Buchs von Günter Spitzing. Gleich auf den ersten Seiten differenziert der Autor seine Aussage: Es ist nicht das Spiel, oder die SpielerInnen an sich, die seinen Unmut erregen, sondern das Drumherum. Insbesondere "das Geschrei der Zuschauermeute  und der Kautschpotatoes mit ihrer Bierdose in der Hand" sind ihm zuwider.

Als Anwohnerin lebe ich in unmittelbarer Nachbarschaft eines viel bespielten Stadions. So habe ich regelmäßig die Gelegenheit, mir die grölenden Fußballfans, und den Aufmarsch von Polizei-Einsatzkräften live anzuschauen. Ich möchte das Stadion und die Stimmung im Viertel nicht missen, für mich gehört das mit dazu, seit ich in #Giesing lebe - also schon sehr lange. Solange die Fans friedlich bleiben, habe ich mit dem Fußball kein Problem. In meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen, die in den Farben ihres Vereins ins Stadion gehen, und mit ihren Mannschaften alle Höhen und Tiefen durchleben. Im normalen Leben sind diese Männer liebevolle Familienväter, fleißige Arbeitnehmer und pflichtbewusste Menschen. Wie sie sich im Stadion in ihrer Gruppe verändern, kann ich nicht sagen, denn da bin ich nicht dabei. Was mir aber immer wieder auffällt, ist der Umstand, dass Menschen in uniformierten Gruppen mutiger werden, und Dinge tun, die sie im "normalen Leben", wenn sie auf sich allein gestellt sind, niemals tun würden. So mancher Fußballfan erhält in seiner Gruppe offensichtlich die Möglichkeit, einen Teil seiner Persönlichkeit nach außen zu kehren, der sonst nicht sichtbar ist.

In seinem sehr persönlichen Buch beschäftigt sich Günter Spitzing mit der Frage, warum gerade dieser Sport so wichtig genommen wird. Er kommt unter anderem zum Schluss, dass es eigentlich um Ekstase geht, also um einen Zustand, der einer Trance ähnelt.

"Tatsächlich entlastet durchlebte Trance von allen negativen Syndromen, die sich in den Menschen angesammelt haben, wie Wut, Trauer, Angst und Kummer. 
Vor allem aber fällt ein Leben zufriedenstellend und glücklich aus, wenn ausgeglichene ruhige Zeiten immer wieder einmal  durch ekstatisches Erleben unterbrochen werden.  Nicht die pure Gelassenheit für immer und ewig bedeutet Lebensglück, sondern der Wechsel zwischen Gelassenheit und Ekstase."

Neben einem kurzen Abriss der Geschichte des Fußballs beleuchtet das Buch auf 76 Seiten verschiedene Aspekte: