Mittwoch, 19. Juni 2019

Die Party ist (noch nicht) vorbei





























Kinder lieben Luftballons... Erwachsene auch. 
Allmählich entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, dass diese schönen Plastikspielzeuge echte Umweltkiller sind. Die Niederlande haben bereits in vielen Gemeinden mit einem Verbot reagiert. 

Die als Alternative gepriesenen biologisch abbaubaren Luftballons aus Naturkautschuk sind leider nicht viel besser. Das gilt auch für Bio-Plastiktüten.

"... in der Praxis brauchen die meisten Bioplastik-Mülltüten in industriellen Kompostieranlagen mindestens 12 Wochen um zu zerfallen. So lange lagert der Biomüll aber meist gar nicht ..." Und so war das Entsetzen groß, als die Sendung quer vor einiger Zeit über die Plastikkrümel in Bio-Gartenerde berichtete. 

Die Abfallwirtschaftsbetriebe München haben vor einiger Zeit eine Papiertüte in jeden Briefkasten eingeworfen, um die Bürger darüber aufzuklären, dass sie ihren Biomüll nicht zusammen mit Plastiktüten jedweder Art in die Biotonne werfen sollen. Es gibt noch viel zu tun.

Die Liste der "Spaßverderber" ist lang:
Aufgeblasene Killer (Süddeutsche)
Warum Luftballons zur Hochzeit eine Gefahr für Tiere sind (Peta)
Auf Gasluft-Aktionen verzichten (BUND)
Biologisch abbaubare Luftballons und andere Alternativen (Utopia.de)
Wie Bio ist Bioplastik? (Utopia.de)
Tatort Biotonne: Wie der Plastikmüll ins Blumenbeet kommt (quer/BR Mediathek)

Auch eindrucksvoll: Der Blogartikel von Oli (Shashindo):  Im April hat er eine Fotostrecke unter dem Titel Plastik in der Suppe veröffentlicht. 

Montag, 17. Juni 2019

Inspiration


















































#Urlaub   #Süden  #Einfachheit  #Minimalismus  #Kunst

Freitag, 14. Juni 2019

Talkshows: Nur dummes Geschwätz?

Das Konzept einer Talkshow besteht darin, dass ein Gastgeber (Moderator oder Talkmaster) unterschiedliche Gäste zu einem gelenkten Gespräch in ein Fernsehstudio einlädt. Manchmal entwickeln sich dabei auch Gespräche unter den Gästen.

Über Talkshows kann man wahrlich geteilter Meinung sein. Die meisten halte ich für Zeitverschwendung, vor allem die sogenannten "Daily Talks" auf Privatsendern. Manche Talkshows sind unterhaltsam, zum Beispiel 3nach9 von Radio Bremen. Viele der leichten Unterhaltungs-Szenarien kranken jedoch daran, dass die prominenten Gäste auf Marketing-Tour sind. Ihr Auftritt dient dem Zweck, ein neues Buch, einen neuen Film, oder eine neue Platte zu promoten. Im Gegenzug beantwortet man ein paar persönliche Fragen. Wenn die Moderatoren nicht auf Zack sind, entwickelt sich nur ein oberflächliches Geplänkel mit Haha-Gelächter. Polit-Talkshows wie Hart aber fair und die anderen üblichen Verdächtigen bedienen vor allem das "Empörungsmanagement". Wer sich diese inszenierten Aufreger antut, und danach nicht einschlafen kann, muss sich nicht weiter wundern.

Eine etwas angenehmere Kategorie sind die "einfühlsamen" Sendungen: Der allseits beliebte Markus Lanz liefert allabendlich mit prominenten Gästen ein buntes Potpourri ab.  Vielleicht kennen Sie noch den umstrittenen Jürgen Fliege (bis 2005), Reinhold Beckmann (bis 2014), oder die Kultsendung Domian (bis 2016). 


Mein heutiger TV-Tipp ist das NACHTCAFÉ, das schon seit 1987 vom SWR ausgestrahlt wird. Es handelt sich dabei um eine der ältesten thematischen Talkshows hierzulande. Sechs bis acht Gäste sprechen über eigene Erfahrungen zu Themen aus dem gesellschaftlichen Bereich. Schwerpunkte sind Familie, Beziehung, aber auch gesellschaftspolitische Fragen.


Das Besondere am NACHTCAFÉ ist, dass nicht nur Prominente eingeladen werden. In der Sendung kommen Menschen zu Wort, von denen die meisten vorher noch nie im Fernsehen zu sehen waren. Ein Experte mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen, ein Psychologe oder ein Philosoph tragen ebenfalls zur Diskussion bei. In der Runde treffen Menschen mit extrem gegensätzlichen Positionen aufeinander. Die ausführlichen Einzelgespräche sind so aufgebaut, dass jeder dem anderen zuhört. Es wird diskutiert, nicht gestritten. Zuschauer und Beteiligte haben die Möglichkeit, Verständnis für die Situation und das Erleben der anderen zu entwickeln. Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten. Im NACHTCAFÉ kann man sich einige davon anhören, und sich eine eigene Meinung bilden.

Von 1987 bis 2014 wurde die Sendung von Wieland Backes moderiert, einem charmanten alten Herrn, dem das NACHTCAFÉ seinen großen Erfolg verdankt. 2015 hat der ehemalige Sportstudio-Moderator Michael Steinbrecher die Gesprächsrunde übernommen, und macht sich ausgesprochen gut in dieser Rolle. Im Hauptberuf arbeitet er an der TU Dortmund als Professor für Fernseh- und crossmedialen Journalismus. Eines seiner Ziele für das NACHTCAFÉ lautet: Weniger Gäste, noch intensivere Gespräche. Zu Twitter sagt er: "Für mich persönlich sind die 140 Zeichen nicht die richtige Form. Manches braucht mehr Zeichen."

Dass Sendungen [wie "Domian"] von so vielen Leuten geschaut werden, sollten wir als Ermutigung sehen, genau da weiter zu machen, denn da sollte keine Lücke entstehen. 
(Michael Steinbrecher)

Das NACHTCAFÉ hat Einschaltquoten bis 15,9 Prozent, und liegt insgesamt auf Platz eins der Talkshows in den Dritten am Freitagabend, bezogen auf das jeweilige Sendegebiet. Bundesweit erreicht die Sendung bis zu eine Million Zuschauer. Zum Vergleich: Hart aber fair erreichte im Mai 2019 beim Gesamtpublikum 2,27 Millionen Interessenten, das sind maue 8,1 Prozent Marktanteil. Übrigens hatte Frank Plasberg auch mal eine Talkshow im WDR, Plasberg persönlich. Sie verfolgte ein ähnliches Konzept wie das NACHTCAFÉ, fiel aber 2014 Sparmaßnahmen zum Opfer. Die Kopie war vermutlich nicht so erfolgreich wie das Original.

Wenn Sie das NACHTCAFÉ noch nicht kennen, schauen Sie in die Mediathek, und suchen Sie sich ein Thema aus, das Sie interessiert. Das Sommerloch im TV lässt sich mit älteren Sendungen wunderbar füllen. Hier ein paar Beispiele, die auch das breite und manchmal unkonventionelle Themenspektrum illustrieren. Die Links führen zur jeweiligen Sendung in der Mediathek.
Sendetermin: immer freitags um 22 Uhr auf SWR 

Weiterführende Links

Donnerstag, 13. Juni 2019

Kann das wahr sein?

Der Hafen von Eivissa, Ibiza



























Auf #Ibiza werden nicht nur ominöse Videos gedreht. Auf der sonnigen Mittelmeerinsel gibt es viele exklusive Shops, Clubs und Bars mit cooler Musik, und dort laufen viele schöne Menschen herum. Betrunkene Engländer gibt es auch. In unserem Kurzurlaub haben wir uns zumeist in  abgelegenen Buchten aufgehalten, und das bunte Treiben nur punktuell in Augenschein genommen. 

Dabei ist mir eine Geschichte zu Ohren gekommen, von der ich nicht weiß, ob sie wahr ist. Vielleicht handelt es sich um einen modernen Mythos, dessen Zweck es ist, bestimmte Personengruppen zu diskreditieren. Deshalb versuche ich, sie so neutral wie möglich wiederzugeben, und erzähle sie als modernes Märchen:

Es war einmal eine Familie, die sich keine Sorgen um ihr Auskommen machen musste. Auf ihrer wunderschönen, großen Yacht unternahmen die Eltern mit ihren Kindern und Verwandten einen gemeinsamen Ausflug durch das Mittelmeer. Das Boot war schon in vielen Häfen vor Anker gegangen, nun lag es im Hafen von Eivissa. Es war warm, die Sonne schien, und die Kinder an Bord hatten Lust auf Eis. Der Vater, der seine Kinder abgöttisch liebte, schickte einen Boten los, der das beste und teuerste Eis herbeischaffen sollte, das es auf Ibiza gab. 
Nach kurzer Zeit kehrte der Bote mit dem Eis zurück, doch es schmeckte den Kindern nicht. Sie bedrängten ihren Vater, er möge ihnen doch etwas von dem Eis holen lassen, das sie zuletzt so gerne gemocht hatten. Der Vater konnte seinen Kindern keinen Wunsch abschlagen. Kurzerhand ließ er den Helikopter kommen, der den Boten zum Flughafen bringen sollte. Der Privatjet stand bereit und flog den Boten nach Griechenland, wo es genau dieses wunderbare Eis gab. Als der Bote mit seiner Lieferung wieder am Hafen von Eivissa eintraf, waren ein paar Stunden vergangen. Mittlerweile hatten die Kinder keinen Appetit mehr auf Eis, und so - so geht die Sage - wurde die Eislieferung ins Meer gekippt.

Soweit die Geschichte, wie sie mir erzählt wurde. Ist das schon ein gutes Ende, oder würden Sie gerne eines dazu erfinden?

Ein Märchen geht meistens gut aus, und die Protagonisten gelangen durch ihre Erfahrungen zu einer tiefen Einsicht. Realisten, die den Zustand der Welt im Blick haben, werden zu einer weniger optimistischen Schlussfolgerung kommen. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen - oder gehen Sie in eine Eisdiele. Die Adresse in Griechenland reiche ich nach, wenn ich sie in Erfahrung bringe. Machen Sie derweil schon mal Ihre Flugbuchung klar. 😉

Schau-Fenster (4)



























#Puppenstube

Mittwoch, 12. Juni 2019

Call of Duty (Die Pflicht ruft)


























Mein Mann sitzt im Wohnzimmer und spielt eine neue, ultrarealistische Version von "Call of Duty" auf der Playstation. Die Grafik ist wahrlich beeindruckend, aber schon nach ein paar Minuten ist das Urteil gefällt: Es ist ein fürchterliches Spiel. Da wird geballert, dass es der Sau graust. Mir tun die Ohren weh. 
"Sag mal, ist dieser Helikopter in deinem Spiel, oder ist der da draußen vor unserem Fenster in Echt?", will ich von meinem Mann wissen.
"Der ist draußen", sagt er im Brustton der Überzeugung, während er versucht, seine Spielfigur am Leben zu erhalten.
Es stellt sich heraus, dass der vermeintliche Helikopter unsere Waschmaschine in der Küche ist - Schleudergang. 😂
Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen, aber in einem sind wir uns einig:
Das Spiel kommt weg, bevor es zu Ende gespielt ist. Ein echter Held folgt seiner wahren "Call of duty": Wenn ein Helikopter in der Küche seine Runden dreht, tauscht er die Playstation-Steuerung gegen einen Schraubendreher, und sorgt dafür, dass alles wieder rund läuft. 👍

#echteHelden

Call of Duty Spielreihe (Wikipedia)