Freitag, 18. Juni 2021

Gut, wenn man rechnen kann


 

In Indien lebte einst ein König namens Sher Khan. Während seiner Herrschaft erfand jemand das Spiel, das heute Schach heisst. Der König war von diesem Spiel so begeistert, dass er dessen Erfinder zu sich an den Königshof rufen liess.

Als dieser weise Mann vor ihn trat, sagte der König, er wolle ihm für diese fantastische Erfindung eine Belohnung geben. Er war reich und mächtig genug, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, wie ausgefallen dieser auch sein mochte.

Der Mann erbat sich Bedenkzeit bis zum nächsten Tag, um über seinen Wunsch nachzudenken. Dann, so sagte er, wolle er dem König seinen Wunsch mitteilen.

Als der Mann am nächsten Tag erneut vor den König trat, bat er um ein einziges Reiskorn auf dem ersten Feld des Schachbretts. Der König lachte und fragte ihn, ob das wirklich alles sei, er könne sich doch mehr wünschen. Da antwortete der Mann, er hätte gerne auf dem zweiten Feld zwei Reiskörner, auf dem dritten vier, auf dem vierten acht, auf dem fünften Feld sechzehn Reiskörner.

Die Berater des Königs begannen schallend zu lachen, weil sie diesen Wunsch für äußerst dumm hielten.

Dienstag, 15. Juni 2021

Auf Abwegen

 

Hinter vorgehaltener Hand hatte jemand der Heckenrose zugeflüstert,
dass es ein Leben jenseits des Kleingartens gab.

Montag, 14. Juni 2021

Wie gut ist Ihre Propriozeption?


Ja, das ist gemein. Dieses Zungenbrecher-Fremdwort habe ich vor etwa drei Monaten auch zum ersten Mal gehört. Aufgetaucht ist der Begriff in einer Sendung über den "sechsten Sinn".

Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung des eigenen Körpers nach dessen Lage im Raum, den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander sowie deren Veränderungen als Bewegungen mitsamt dem Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit. (Wikipedia)

Bevor Sie zum besseren Verständnis der Zusammenhänge einen langen Text lesen müssen, schauen Sie sich den vierminütigen Beitrag aus der Sendung W wie Wissen an, siehe weiterführende Links. 

Mit dem Begriff Körperwahrnehmung können die meisten Menschen wahrscheinlich mehr anfangen. Sportler*innen oder Tänzer*innen haben eine deutlich bessere Körperwahrnehmung als "Normalverbraucher", aber das kann man üben. 

Der Choreograph Yoann Bourgeois arbeitet bewusst mit der Propriozeption. Er lässt seine Tänzer*innen nahezu schwerelos durch den Raum pendeln, schwingen, fallen, wieder aufstehen... Die Faszination dieser Darbietungen kann man nicht erklären, man muss sie sehen. Lassen Sie sich also beeindrucken, bei Youtube finden Sie eine schöne Zusammenstellung verschiedener Choreographien.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Big John Carpenter

"Ich brauche ein paar Leute, die reinkommen und sterben. Und eine lange Reihe Leichen."

Als ich diesen Satz hörte, musste ich einfach nur lachen. Ja, vielleicht habe ich einen seltsamen Humor. Das Zitat stammt aus der Dokumentation "Big John Carpenter", die neulich auf Arte gezeigt wurde.

"John Carpenters Filme sollen keine Botschaften vermitteln, sondern Emotionen generieren", heißt es dort im Begleittext. Wenn Sie Horrorfilme mögen, kennen Sie wahrscheinlich Carpenters Klassiker Halloween, oder The Fog - Nebel des Grauens, von denen es jeweils mehrere Fortsetzungen gab. Nicht Ihr Genre? Meins auch nicht, aber ich finde die Lebensgeschichten von Menschen interessant, die hinter solchen Produktionen stehen. Arte kann Dokumentationen über Regisseure*innen und Schauspieler*innen besonders gut. Wenn Sie dem Link weiter unten folgen, finden Sie in der Mediathek weitere Dokumentationen in der Rubrik "Filmgrößen".

Ein anderes Zitat aus der Carpenter-Dokumentation: "Amerika ist anti-intellektuell, war es immer, und wird es immer sein. Wir sind hier eine Bande Taugenichtse, die aus Europa abgehauen sind. Wir wollten unsere Religionsfreiheit. Wir wollten Geld verdienen. Wir waren ein Haufen Banditen. Wir kamen her und rissen uns alles unter den Nagel. Klugen Leuten trauen wir nicht, den Oberschlauen.  Wir mögen die Intellektuellen da drüben (in Europa) nicht. Zuviel Nachdenken ist nicht gut. Wir sind solche Scheißkerle. Unglaublich." Und dann grinst er schelmisch. Schauen Sie mal rein, diese Textstelle finden Sie ab Minute 29:00. Aber reißen Sie nichts aus dem Kontext. Das wäre nicht intellektuell. ;-)

Dokumentation auf Arte, verfügbar bis 1.2.22 in der Mediathek

John Carpenter: Filmographie Auswahl  (Wikipedia)

Dienstag, 8. Juni 2021

Glücklicher Prentice

Prentice Mulford war ein „US-amerikanischer Journalist, Erzieher, Goldgräber und Warenhausbesitzer", der von 1834 bis 1891 lebte. Darum klingen seine Worte heutzutage ein bisschen altbacken. Von ihm gibt es viele Zitate und Aphorismen im Netz, sowie drei Werke mit gesammelten Essays, die im Projekt Gutenberg frei verfügbar sind:

Der Unfug des Lebens.
Der Unfug des Sterbens.
Das Ende des Unfugs.

Ins Deutsche übersetzt wurden diese drei Werke von "Sir Galahad". Wer ist das nun wieder? Bei Wikipedia erfährt man, dass sich eine Frau hinter diesem Pseudonym verbirgt. Sie soll über Prentice Mulford gesagt haben: "Wollte unser Herr Jesus Christus ihn in eine längere Offenbarung verwickeln, Prentice würde vielleicht höflich, jedenfalls entschieden ablehnen und zöge es vor, sich seine Informationen vom lieben Gott direkt zu holen.

Ein interessanter Typ, der tiefe Einblicke gesammelt hat, und seiner Zeit weit voraus war. Heutzutage wäre er Bestsellerautor im Bereich Lebensratgeber.

Weiterführende Links

Mittwoch, 7. April 2021

Beam me up, Scotty!

  

Entgegen einem landläufigen Vorurteil sind Symmetrie und Ordnung entgegengesetzte Pole! Was haben Kaffeewasser, Schneeflocken und Magnetschnapper mit dem frühen Universum zu tun?  

Das wüsste ich auch gerne. 😁
Leider muss ich jetzt wieder in die Küche zu den Bratkartoffeln.

NZZ: Ein Experiment am CERN rüttelt (sanft) an den Grundfesten der Physik

Freitag, 19. März 2021

20 Jahre betrachtenswert.de

Kennen Sie das? Es kommt Ihnen vor, als sei es erst gestern gewesen, aber wenn Sie zurückrechnen, stellen Sie auf einmal fest: Hoppla, das Ereignis liegt weit zurück. Vor zwanzig Jahren ging meine Webseite betrachtenswert.de online. 20 Jahre Wikipedia. 50 Jahre Sendung mit der Maus. 😸  Das Faszinierende am Blick in die Vergangenheit ist, dass sie uns auch etwas über die mögliche Zukunft verrät.

Mittwoch, 20. Januar 2021

Oben ohne

  

 Pssst, Schatz! Du hast da was verloren...!


Freitag, 15. Januar 2021

Mandarinen-Ente

 

Auf dem Weg über eine kleine Brücke am Bach kommen mir zwei Mütter mit drei kleinen Kindern entgegen. Die sind in ihre dicken Schneeanzüge eingemummt und machen keinen besonders gutgelaunten Eindruck. Es ist eiskalt und sauglatt. Während ich noch berechne, wer jetzt wem in welche Richtung ausweicht, zischen zwei Mandarin-Enten über meinen Kopf und landen platschend im Wasser.

Die eine Mutter ruft: "Ui, schaut mal! Eine China-Ente!" 

Die zweite Mutter ruft korrigierend: "Eine Mandarinen-Ente!"

Alle fünf eilen ans Geländer, damit die Kinder die bunten Enten im Wasser anschauen können. Das Ausweichproblem ist elegant gelöst, aber ich frage mich jetzt natürlich, ob ich die Peking-Ente süß sauer ins Spiel bringen soll? 

Nein. Als Optimistin vertraue ich darauf, dass engagierte Bio-Lehrer*innen diesen Homeschooling-Irrtum später korrigieren. Es reicht, wenn ich meinen Bildungsauftrag im Internet wahrnehme. Alles andere wäre Besserwisserei. 😉

Weil Wikipedia gerade den 20. Geburtstag feiert, bemühe ich diese Plattform doch auch gleich zum Löschen meines Wissensdurstes. Bei profanen Themen kann man sich auf die Online-Enzyklopädie meistens verlassen. Folgen Sie mir also in die Welt des Wissens!

Dienstag, 12. Januar 2021

Nomen est Omen

Wenn man morgens durch den verschneiten Park läuft, trifft man immer Leute. In diesen Tagen sind es weniger, weil es eisig und sehr glatt ist. Aber die Hundespaziergänger müssen raus, mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Da rennt schon mal ein großer schwarzer Hund mit Vollkaracho hinter einem Eichhörnchen her, und vergisst total, dass er eigentlich bei Fuß gehen sollte.  

"Oger! Oger!" schallt es aus der Ferne. "Kommst du her!"

Oger? Moment mal. Das war doch dieser hässliche Kerl aus dem Film...! Also als Hund wäre ich beleidigt, wenn man mir so einen Namen gäbe.

Falls Sie nicht wissen, was ein Oger ist, Wikipedia hilft: Ein Oger ist ein menschenähnlicher Unhold in Märchen, Sagen, fantastischen oder ähnlichen Erzählungen. Das Wort bezeichnet heute ein fiktives, menschenartiges, aber missgestaltetes Wesen, das sich in der Regel durch enorme Körpergröße und Kraft auszeichnet. Oger wirken hässlich und scheuen den Kontakt mit Menschen.

Na bitte. Damit wäre geklärt, warum dieser Oger lieber zwischen den Bäumen verschwunden ist, oder auch warum man ihm diesen wahrlich ungewöhnlichen Namen verliehen hat.

Keine fünf Minuten später sehe ich einen kleinen dicken grauen Hund, eine extrem kurzbeinige Erscheinung mit wuscheligen Ohren, wahrscheinlich eine Mischung aus Terrier und Rauhaardackel. Der hat offensichtlich zu viele Weihnachtsplätzchen konsumiert, und Bewegung dringend nötig. Doch dieser gemütliche Vierbeiner steht wie eine Salzsäule am Wegesrand und schaut in die Ferne. Er schaut und schaut und schaut ... und steht  minutenlang da, als wäre er am Boden festgefroren. Hundert Meter weiter dreht sich ein Mann schließlich um und ruft entnervt: "Campino!" Es klingt wie "Menno, wo bleibst du denn wieder!"

Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. Haben hier der  Frontmann der Toten Hosen oder die bunten Bonbons aus meiner Kindheit als Namensgeber Pate gestanden? Ja, Campino ist wirklich süß, so ein richtig knuffiger Knuddelhund, aber seine Körperhaltung und sein strenger Blick signalisieren: Er ist heute schon weit genug gelaufen ist, und dieser Mensch da hinten soll sich jetzt endlich wieder auf den Rückweg machen. Immer diese Warterei, und das bei dieser Kälte! Es ist schon ein Kreuz mit diesen Menschen. 

Wenn ich mit Hunden sprechen könnte, würde ich sie gerne fragen, welche Namen sie für ihre Besitzer haben. 😅

Freitag, 8. Januar 2021

Bitte lächeln :-)

 

Da sage noch einer, dass der unbelebten Welt kein Geist innewohnt.
🙏 😏

Dienstag, 5. Januar 2021

Qualitätskriterien im Wandel der Zeit


 Die gute Nachricht des Tages:
Es gibt immer noch kussechte Lippenstifte. 💋
Schnell nachkaufen, bevor die aus der Mode kommen.

😛😷


Mittwoch, 30. Dezember 2020

Freitag, 18. Dezember 2020

Neulich in Babylon

 

Wer ist eigentlich dieser TOGO?
Und was hat er, was ich nicht habe,
dass für ihn geöffnet bleibt?

Freitag, 27. November 2020

Sonnenlicht heilt

  (Zitat aus dem Babylonischen Talmud, Nedarim. 65)

Freitag, 13. November 2020

Freitag, 6. November 2020

Donnerstag, 5. November 2020

Redensarten: Mit dem Fahrrad...


Wenn ich morgens zur Arbeit gehe, begegnen mir viele Fahrradfahrende, wie man neuerdings korrekterweise sagt. Ich komme mit dieser neuen Formulierung nicht so gut klar. Bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich manchmal in alte Muster zurückfalle. Sprache korrekt gendern ist umständlich. Für mich schreibt und liest es sich sehr holprig, aber das ist vermutlich eine Frage der Gewöhnung. Ja, auch das Sprachgefühl geht mit der Zeit. Sonst würden wir heute immer noch genauso schnabeln wie im Hochmittelalter, und das kann das Spracherfindende nicht gewollt haben.😏

Doch jetzt zur Geschichte, die ich Ihnen eigentlich erzählen wollte. Am Münchner Isarhochufer teilen sich Fußgänger, Jogger, Hundespaziergänger (m/w/d) und jene Fahrradfahrende einen ziemlich breiten Weg. Da ist Platz für alle, aber Murphys Gesetz besagt: Wenn zwei Radfahrende nebeneinander fahren und von weiteren Radfahrenden überholt werden, kommen garantiert Joggende oder Zufußgehende entgegen. Wie breit ein Weg auch sein mag: Es gibt immer wieder diese Schreckmomente. Abstand halten? Bremsen? Ach ne. Da geht's mittlerweile zu wie auf der Autobahn, inklusive Schwertransporter. Auch kommunikativ ist einiges los.