Freitag, 19. Juli 2019

Von der Vision zur Wirklichkeit

Vor fünfzig Jahren setzte der erste Mensch einen Fuß auf den Mond. Seitdem kennt wohl jeder den berühmten Satz, mit dem kleinen Schritt und dem Riesensprung für die Menschheit. Viele bezweifeln heutzutage, dass das Ereignis damals genau so stattgefunden hat. Mich hat der Anblick der Mondrakete in meiner frühen Kindheit jedenfalls so beeindruckt, dass ich danach im Kindergarten monatelang nur noch Apollo-Raketen gemalt habe. Später habe ich das Gesamtwerk von Jules Verne gelesen. Natürlich war ich auch ein glühender Fan von Raumschiff Enterprise, und schwer verliebt in Mister Spock.



Das ist doch lächerlich!
Was Erwachsene als albernes Kasperletheater einstuften, entwickelte sich zu einer Kultserie, die bis heute in Videospielen und Neuverfilmungen weiterlebt. 2001 - Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick gilt als Meilenstein der Filmgeschichte, und mit Star Wars waren die intergalaktischen Abenteuer endgültig in der Popkultur angekommen.  
Film und Fernsehen haben der Science-Fiction den Weg in den Massenmarkt eröffnet. Trotzdem werden die meisten Geschichten, die in einer fiktiven Zukunft spielen, müde belächelt. Viele haben das Niveau von Groschenromanen,. Genauso gut kann man sich mit Wildwestgeschichten oder Liebesromanen die Zeit vertreiben. Daneben gibt es aber auch moderne Bestseller wie Der Schwarm von Frank Schätzing, oder den Technik-Thriller Blackout von Marc Elsberg.

Science Fiction scheidet die Geister
Auf die Frage, ob sie sich für Science Fiction interessieren, reagieren viele Menschen abwehrend. Sie schauen sich solche Filme gar nicht an. Während Fantasy-Literatur und -Filme sehr beliebt sind, hat es die Science Fiction immer noch schwer. Über die Ursachen kann ich nur spekulieren.

Liegt es an den wahrlich schlechten frühen Verfilmungen, in denen ein ungelenker Godzilla wie in der Augsburger Puppenkiste an sichtbaren Drähten über den Schwarzweißbildschirm trampelte? Oder ist es die Phantasielosigkeit mancher Drehbuchautoren und Produzenten, die ihre Protagonisten anderthalb Stunden lang dazu verdammen, schleimige Alien-Echsen zu bekämpfen? Das ist eher Grusel und Action. Beeindruckend sind dabei höchstens die filmischen Animationsverfahren. Inhaltlich sind die Filme eher mau.

Ich kann auch gut verstehen, dass sich nicht jeder mit Szenarien beschäftigen mag, in denen übermächtige und böse Ausserirdische der Menschheit den Garaus machen wollen. Solche Geschichten sind für mich ein Spiegel unser eigenen mentalen Befindlichkeit: Es geht um den biblischen Kampf zwischen Gut und Böse. Die Menschen sind dabei immer die Guten, die Aliens durchweg gefährlich und böse.

Deshalb müssen sie mit einem riesigen Waffenarsenal bekämpft werden. Selbst wenn die Geschichte im Jahr 2500 spielt, rennen die futuristischen Soldaten immer noch mit Sturmgewehren herum oder hauen sich mit Fäusten. Sie benutzen fliegende Autos, die fast genauso aussehen wie im 20. Jahrhundert - nicht gerade innovativ.
Das ist nicht die Art von Science Fiction, die mir gefällt. Gute Science Fiction stellt wichtige Fragen, die für unser Leben und für unsere Zukunft von Bedeutung sind. Sie beschreibt mögliche Entwicklungen, die in unserer Gegenwart längst angelegt sind.

Kreative Vordenker
Besonders faszinierend finde ich, dass Jules Verne etwa hundert Jahre vor der Mondlandung schon zwei Romane veröffentlicht hatte, die sich mit der Reise zum und um den Mond beschäftigten. Dabei lag er mit manchen Prophezeiungen daneben, mit anderen Berechnungen war er erstaunlich genau. Er beschrieb mit seiner Nautilus ein hochmodernes U-Boot, aber auch Flugschiffe, die mit Propellern angetrieben wurden. Was im vorletzten Jahrhundert als Spinnerei oder als visionär angesehen wurde, ist heute Realität oder befindet sich in der Entwicklung. Viele Wissenschaftler geben unumwunden zu, dass sie ausgerechnet von Science-Fiction-Geschichten inspiriert wurden, ihre wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Der  Kommunikator aus Raumschiff Enterprise war die gedankliche Vorlage für unsere heutigen Smartphones.

Die Science-Fiction-Propheten - Dokumentationsreihe auf ZDFinfo
Jules Verne gilt als Vater der modernen Science Fiction, und er ist beileibe nicht der einzige. In einer Sendereihe werden gerade die wichtigsten Vertreter dieses Genres und ihre Bücher vorgestellt. Man erfährt eine Menge über die persönlichen und historischen Hintergründe, die zur Entstehung der Werke geführt haben. Viele dienten später als Drehbuchvorlagen. Zwischen den biographischen Abschnitten gibt es in jeder Folge Interviews mit Wissenschaftlern, und Erläuterungen zum aktuellen Forschungsstand.
  • Mary Shelleys Frankenstein
  • Jules Verne - Visionär der Moderne
  • Isaac Asimov - Roboter und galaktische Imperien
  • Robert A. Heinlein - Starship Troopers
  • Philip K. Dick - Von Total Recall bis Minority Report
  • H. G. Wells - Zeitmaschine und Krieg der Welten
  • Arthur C. Clarke - Odyssee im Weltall
  • George Lukas - Star Wars
Hier geht's direkt zur Online-Mediathek, in der Sie alle genannten Beiträge anschauen können.

Die Doku-Sendereihe wurde im Jahr 2010/11 produziert, sie ist also auch schon wieder zehn Jahre alt, und die technische Entwicklung ist seitdem geradezu explodiert. Gerade kam die Meldung, dass Elon Musk mit einem neuen Startup die Entwicklung einer Mensch-Maschine-Schnittstelle vorantreibt. Verrückt? Visionär? Beängstigend? Schauen Sie auf die Entwicklungen in die Vergangenheit, handeln Sie in der Gegenwart bewusst, denn damit gestalten Sie die Zukunft mit.

Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir, welche Science Fiction (Buch, Film, Serie) Sie am meisten beeinflusst hat.  Sind Sie ein Trekkie, ein Jedi oder etwas, das ich noch nicht kenne? 😊
Wenn Sie Science Fiction überhaupt nicht mögen, erklären Sie mir gerne warum!

Weiterführende Links:

Mittwoch, 17. Juli 2019

E-Roller - Hype


















































Bei diesem Anblick bin ich gestern von meinem Radl abgestiegen und habe das Handy gezückt. Die E-Roller oder E-Scooter stehen seit zwei oder drei Wochen überall in der Stadt herum, man kann sie gar nicht übersehen. So schnell kann das mit der Einführung einer neuen Technologie gehen - wow! Es müssen nur die richtigen Leute an den passenden Stellschrauben drehen.

Ich gebe zu: geliebäugelt habe ich durchaus mit so einem Ding. Damit könnte ich jeden Tag hier entspannt hochflitzen und käme nicht schnaufend und ächzend zuhause an. Ich habe mich nur gefragt, ob so ein Roller diese Steigung (10%, 200 Meter) überhaupt schafft. Warum ist der Nutzer dieses Vehikels hier abgestiegen? Ich fürchte, das Ding hat schon nach 30 Metern Steigung schlappgemacht. Eine ökologische Alternative ist es bei mir nicht: Ich würde vom Fahrrad oder vom Zu-Fuß-Gehen auf ein Elektromobil umsteigen, aus Spaß und aus reiner Bequemlichkeit. Also nein, ich bleibe beim Drahtesel oder laufe. Je länger ich das tue, desto länger bleibe ich im Alter fit.

Außerdem ist der E-Roller ein teurer Spaß: Wenn man 15 Cent pro Minute zahlt, und einen Euro fürs Ausleihen berappen muss, hat man bei einer zehnminütigen Fahrt schon zwei Streifen für ein MVG-Ticket gut. Mit dem Bus ist es nur eine Kurzstrecke, die kostet nur die Hälfte. Mitdenken und nachrechnen macht aus so manchem Hype eine Luftnummer. Dieses Foto hebe ich mir gut auf. Womöglich verschwinden diese E-Roller genauso schnell aus dem Straßenbild wie die Leihfarräder von O-Bike.

Dienstag, 16. Juli 2019

Rama Dama (2)

Das Thema vermüllte Straßen und Parks (siehe Artikel Rama Dama) bewegt immer mehr Menschen. Es erreicht noch nicht die richtigen, aber ein Anfang ist gemacht.

Am vergangenen Wochenende lud das Wetter nicht gerade dazu ein, sich an der Isar oder im Englischen Garten aufzuhalten. Es regnete immer wieder in Strömen. Trotzdem war es in der Innenstadt beim Christopher Street Day sehr laut, und auch ziemlich voll. Schon während des Umzugs landete der Müll der feiernden Besucher einfach irgendwo am Straßenrand. Das ist nicht so schlimm, weil die Müllabfuhr traditionell den Abschluss des Straßenzugs bildet, und den ganzen Dreck gleich wieder aufsammelt. Man fragt sich aber schon, wie es die Leute schaffen, ihren üppigen Proviant auf dem Hinweg mitzuschleppen, nach dessen Verzehr aber keine Lust verspüren, die Verpackungen fünfzig Meter weiter in oder zumindest an die nächste Mülltonne zu befördern. Davon gibt es in München wirklich jede Menge.

ToGo, weil's schnell geht und hygienisch sein muss. Der Markt reagiert auf den Verbraucher,
und er reagiert schneller als die Politik. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen.
.
Bei einer Müllsammlung räumten am Montag 650 Schüler des Luitpold Gymnasiums im Englischen Garten auf. Das Pilotprojekt soll Schule machen. Viele junge Menschen seien umweltbewusster als ihre Eltern, heißt es in einem aktuellen Artikel des Münchner Merkur. Dazu sagt Thomas Köster, Verwalter des Englischen Gartens seit 1994: "2018 hatten wir 140 Tonnen im Jahr an Müll. Die Müllentsorgung kostet mittlerweile mehr Geld – nämlich 120.000 Euro – als die eigentliche Wiesenpflege."

Das Ökostrom-Unternehmen Polarstern-Energie hat Ende Juni in den Isarauen eine ähnliche Aktion veranstaltet. Auf der Internetseite erfährt man die Zahlen: In einer Isarsaison räumt die Stadt ihren Einwohnern ca. 150 Tonnen Müll hinterher, das kostet pro Jahr 250.000 Euro. 
Etwa eine Woche nach diesem Rama Dama sah es am Isarufer wieder so aus, als hätte die Aktion niemals stattgefunden. Ich finde es tröstlich, dass ich nicht die einzige bin, die sich auch fotografisch mit dem Zustand unserer unmittelbaren Umgebung beschäftigt. Hier geht's zu einem Instagram-Account aus Sendling: @clean_and_green_muc 

Montag, 15. Juli 2019

Sommer 2019


Vor und nach dem #Fitnesstraining: eine Runde #schwimmen!
#Giesing #Sommer #Starkregen

Freitag, 12. Juli 2019

Schau-Fenster (5)

Dem Eisbären ist es wohl zu #heiß?
#Sommer #Sonne #Hitze #Urlaub #Ferien #Klimawandel
#FridaysForFuture

... ach ne, ist ja gar kein #Eisbär!
😅

Puh, nochmal #Glück gehabt.
Hätten wir sonst dem #Tierschutz melden müssen?