Freitag, 27. Dezember 2019

Die 2020er stehen vor der Tür


In welchen Kategorien denken Sie?

Nächste Woche beginnt ein neues Jahr. Es markiert kalendarisch auch ein neues Jahrzehnt.
Im Rückblick fällt es uns meist leichter, in größeren Abschnitten zu denken: Die Sechziger, Siebziger, Achtziger, Neunziger... Zu all diesen Begriffen haben wir Bilder, Erinnerungen - und meistens auch Musik im Ohr.

Aber wie ist es mit den "Nuller-Jahren" (2000-2009), oder den Jahren 2010 bis 2019?
Da haben wir vielleicht noch nicht genug Abstand.
Der Blick in die Zukunft ist, trotz aller Prognosen, unberechenbar.

Die Welt verändert sich und wir verändern uns im und mit dem Lauf der Zeit.

Du hast Dich gar nicht verändert?
Kennen Sie jemanden, der immer noch genau so ist, wie vor zehn oder zwanzig Jahren?
Ist das eher ein Kompliment oder kommt nicht auch manchmal der Gedanke: Hm, der oder die ist im letzten oder vorletzten Jahrhundert irgendwie "stehengeblieben"?
Muss man "mit der Zeit gehen" oder kann man "die Zeit überdauern"?

Wenn wir älter werden, kommt immer öfter der Satz: "Ich verstehe die Welt nicht mehr."
Da muss ich schmunzeln. Haben wir die Welt jemals verstanden?

Ich glaube nicht.
Wir können uns bestenfalls eine Meinung bilden, diese Meinung behalten, sie gegebenenfalls korrigieren oder über Bord werfen. Nehmen wir also eine Beobachterposition ein und schauen wir, wie es weitergeht.

Kommen Sie gut rüber. 😃

Noch ein kleiner Lesetipp: Der Weihnachtsnewsletter von Gerald Hüther.

Sonntag, 15. Dezember 2019

Bald ist es wieder soweit!





























War Weihnachten früher schöner?
Wie stehen Sie zu diesem Fest? All diese Antworten habe ich schon gehört. Ist Ihre auch dabei?
  1. Ja, früher war es eindeutig schöner!
  2. Es ist immer noch sehr schön.
  3. Es ist mal so, mal so.
  4. Ich verstehe diese ganze Hysterie nicht.
  5. Ich könnte gut und gern auf Weihnachten verzichten.
  6. Ich habe noch nie Weihnachten gefeiert.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Kinder, Kinder...

Es war Sonntagmorgen, halb neun, und ich war unterwegs zum Fitnessstudio. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam mir ein kleiner Junge entgegen, der offensichtlich gerade vom Bäcker kam. Die Tüte, die er dabeihatte, war fast genauso groß wie er, oben heftete ein langer Kassenzettel dran. Der kleine Pimpf reichte mir nicht mal bis zur Hüfte. Genau wie ich blieb er am Straßenrand stehen. Eine Ampel gibt es dort nicht, und "Einsicht in die Straße" konnte er nicht haben, dazu war er viel zu klein. Die riesige Bäckertüte verdeckte sein Sichtfeld zusätzlich. Ich sah, wie er mich beobachtete, und die Straße gleichzeitig mit mir überquerte. Ich dachte: Wow, Kleiner, wo sind deine Eltern? Ich schaute mich um, entdeckte auch einen jungen Vater mit Kind auf dem Arm, aber der steuerte in eine ganz andere Richtung.


Finden Sie es unverantwortlich, Kinder allein zum Bäcker zu schicken? Die Eltern dieses Jungen hatten ihm offensichtlich alles Nötige beigebracht, und er machte einen durchaus selbstbewussten und entspannten Eindruck. Die Situation erinnerte mich an meine eigene Kindheit: Kontoauszüge bei der Bank abholen, im Tante-Emma-Laden eine vergessene Zutat fürs Abendessen einkaufen - das war keine Last, sondern ein Zeichen dafür, dass unsere Eltern uns auch im Kindesalter schon etwas zutrauten.

Läuft etwas schief oder ist alles okay?

Montag, 9. Dezember 2019

Weiße Weihnacht?






























In zwei Wochen ist #Weihnachten. 
Wie jedes Jahr lautet die wichtigste Frage: 
Wird es weiße Weihnachten geben? 

Ach, es fühlt sich an wie in Punxsutawney. 😜

Freitag, 29. November 2019

Geld für Müll: Tintenpatronen und Tonerkartuschen recyceln


Normalerweise bringe ich leere Tintenpatronen zum Wertstoffhof. Weil ich es lange nicht geschafft hatte hinzufahren, hatten sich schon acht Patronen angesammelt. Durch Zufall bin ich auf die Internetseite geldfuermuell.de gestoßen, einem Recyclingunternehmen im fränkischen Hilpoltstein. Und siehe da: meine Druckerpatronen waren tatsächlich noch beinahe 30 Euro wert. Der Weg zum nächsten DHL-Laden war kürzer als der Weg zum Wertstoffhof, und innerhalb von einer Woche waren nicht nur die Patronen sinnvoll entsorgt, sondern auch die Überweisung auf dem Konto. So kann Recycling also auch funktionieren.

Mittwoch, 27. November 2019

Warum ich Snooker liebe

Mir ist klar, dass Sie überhaupt nicht wissen, was Snooker ist. Falls Sie beim Zappen durch Fernsehkanäle ab und zu Eurosport streifen, werden Sie mit Verwunderung feststellen, dass man dort Männer unterschiedlichen Alters in eleganten Westen an einem großen grünen Tisch mit vielen bunten Bällen sieht.

Dieser Tisch ist schon ziemlich abgeräumt, aber
das Spiel ist noch längst nicht entschieden.

Snooker ist eine besondere Variante des Billardspiels, nur erheblich schwieriger und komplizierter. Um beim Snooker erfolgreich zu sein, sind Präzision, Konzentration und strategisches Denken erforderlich. Darüber hinaus beeindrucken mich bei dieser Sportart vor allem die Korrektheit und Contenance der Spieler.

"Gentleman Sport"
Von Snookerspielern wird ein in jeder Hinsicht vorbildliches Verhalten erwartet. Contenance bedeutet, dass man am Spieltisch wenig bis keine Emotionen zeigt, auch wenn das eigene Spiel schlecht läuft.  Humor ist erlaubt und wird auch oft gezeigt. Früher habe ich Eishockeyspiele verfolgt, live im Stadion. Das hat mir gefallen, da war Stimmung. Das Tempo bei anderen Sportarten ist hoch, beim Eishockey gibt es den "Body Check", die Spieler knallen an die Bande, und dabei kochen natürlich auch die Emotionen hoch. Snooker ist das genaue Gegenteil, aber nicht weniger spannend.

Korrektheit bedeutet, dass ein Spieler, der einen Fehler (Foul) begeht, diesen Fehler selbst anzeigt, selbst wenn weder der Gegner noch der Schiedsrichter das Foul bemerkt haben. Stellen Sie sich das mal beim Fußball vor... 😆 Ob Sie es glauben oder nicht: Beim Snooker passiert das wirklich. Es ist zudem üblich, den gelungenen Stoß des Gegners durch Klopfen auf die Bande zu honorieren. In den Interviews nach einem Finale wird zunächst der Verlierer interviewt, der nicht selten seinen Gegner für sein tolles - besseres - Spiel lobt, und seine eigenen Fehler analysiert.
Weitgehend unbekannte Randsportart

Donnerstag, 14. November 2019

Intensiv



























#Kindheitserinnerungen  #Herbst

Haben Sie als Kind im Herbst auch diese weißen "Kirschen" von den Büschen gepflückt, um danach dem Knacken zu lauschen, wenn man diese Beeren auf dem Asphalt unter den Schuhsohlen zerplatzen lässt? Wann haben Sie zuletzt gehört, wie schön das Laub raschelt, wenn man hindurchläuft, oder wie es riecht? Wann haben Sie zum ersten Mal eine heiße Maroni gegessen? Wie war das? Haben Sie sich den Mund verbrannt, und waren Sie enttäuscht darüber, wie mehlig und komisch diese Dinger schmecken?  Wiederholen Sie ein paar dieser Erfahrungen - oder machen Sie neue. Jenseits der glatten Smartphone-Oberfläche gibt es in der Welt da draußen ziemlich viel zu entdecken.



Dienstag, 12. November 2019

Ich hasse Fußball

... so lautet der provokante Titel eines Buchs von Günter Spitzing. Gleich auf den ersten Seiten differenziert der Autor seine Aussage: Es ist nicht das Spiel, oder die SpielerInnen an sich, die seinen Unmut erregen, sondern das Drumherum. Insbesondere "das Geschrei der Zuschauermeute  und der Kautschpotatoes mit ihrer Bierdose in der Hand" sind ihm zuwider.

Als Anwohnerin lebe ich in unmittelbarer Nachbarschaft eines viel bespielten Stadions. So habe ich regelmäßig die Gelegenheit, mir die grölenden Fußballfans, und den Aufmarsch von Polizei-Einsatzkräften live anzuschauen. Ich möchte das Stadion und die Stimmung im Viertel nicht missen, für mich gehört das mit dazu, seit ich in #Giesing lebe - also schon sehr lange. Solange die Fans friedlich bleiben, habe ich mit dem Fußball kein Problem. In meinem Bekanntenkreis gibt es Menschen, die in den Farben ihres Vereins ins Stadion gehen, und mit ihren Mannschaften alle Höhen und Tiefen durchleben. Im normalen Leben sind diese Männer liebevolle Familienväter, fleißige Arbeitnehmer und pflichtbewusste Menschen. Wie sie sich im Stadion in ihrer Gruppe verändern, kann ich nicht sagen, denn da bin ich nicht dabei. Was mir aber immer wieder auffällt, ist der Umstand, dass Menschen in uniformierten Gruppen mutiger werden, und Dinge tun, die sie im "normalen Leben", wenn sie auf sich allein gestellt sind, niemals tun würden. So mancher Fußballfan erhält in seiner Gruppe offensichtlich die Möglichkeit, einen Teil seiner Persönlichkeit nach außen zu kehren, der sonst nicht sichtbar ist.

In seinem sehr persönlichen Buch beschäftigt sich Günter Spitzing mit der Frage, warum gerade dieser Sport so wichtig genommen wird. Er kommt unter anderem zum Schluss, dass es eigentlich um Ekstase geht, also um einen Zustand, der einer Trance ähnelt.

"Tatsächlich entlastet durchlebte Trance von allen negativen Syndromen, die sich in den Menschen angesammelt haben, wie Wut, Trauer, Angst und Kummer. 
Vor allem aber fällt ein Leben zufriedenstellend und glücklich aus, wenn ausgeglichene ruhige Zeiten immer wieder einmal  durch ekstatisches Erleben unterbrochen werden.  Nicht die pure Gelassenheit für immer und ewig bedeutet Lebensglück, sondern der Wechsel zwischen Gelassenheit und Ekstase."

Neben einem kurzen Abriss der Geschichte des Fußballs beleuchtet das Buch auf 76 Seiten verschiedene Aspekte:

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Drahtseilakt






























#Mut   #Hoffnung  #Vertrauen  #Zuversicht

Freitag, 11. Oktober 2019

Widerstand ist zwecklos...

Sie werden assimiliert!

Wenn Sie diesen Spruch kennen, sind Sie wahrscheinlich ein "Trekkie", also ein Fan der Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise. Für alle anderen, muss ich ein bisschen ausholen, und erklären, warum mich dieses Zitat letzte Woche verfolgte.



























Was Sie hier sehen, ist nur ein kleiner Ausschnitt eines stillgelegten Hüttenwerks in Duisburg. Es ist Teil des 180 Hektar großen Landschaftsparks Duisburg-Nord ("LaPaDu"), der als einer der zehn besten Stadtparks der Welt gilt. Ich kenne die anderen neun nicht, aber von meiner Seite aus: klares JA. 

Der Besuch dieser Anlage war das Highlight eines viertägigen Fotoworkshops, über den ich im Fotonanny-Blog noch mehr erzähle. Für eine Münchnerin, die sonst Motive wie das Oktoberfest, Schloß Neuschwanstein, Berge und Seen vor die Linse bekommt, sind Industrieanlagen absolutes Neuland. Es war nicht nur aus fotografischer Sicht interessant, es war insgesamt beeindruckend.

Dienstag, 24. September 2019

Donnerstag, 12. September 2019

Hänsel und Gretel im Perlacher Forst

Als ich unlängst versuchte, nach zehn Jahren meine alte Laufstrecke wiederzufinden, kam ich mir vor, als wäre ich in einem Paralleluniversum aufgewacht. Ein paar Stellen kamen mir noch entfernt bekannt vor, aber ohne Wander-App hätte ich mich im Perlacher Forst, der mir früher so vertraut war, wie meine Westentasche, beinahe verlaufen. Männer können sich besser orientieren, heißt es, aber auch mein Mann hatte auf dieser Tour Probleme. Im Märchen Hänsel und Gretel streuen die Kinder erst Brotkrumen und später Steine, um den Weg zu finden. So ähnlich fühlten wir uns. Gut, dass wir uns heute dem GPS anvertrauen können. 



Die Deutschen und ihr Wald - eine tiefe Liebe
Gerade geht das Thema durch die Medien: unsere Wälder sollen gerettet werden, weil es ihnen wegen des Klimawandels so schlecht geht. In Wirklichkeit ist es wohl die jahrzehntelange Missachtung grundlegender Zusammenhänge, von denen manche erst jetzt so richtig erforscht oder publik werden. Dass Fichtenmonokulturen keine gute Sache sind, weiß man nicht erst seit gestern. Jetzt soll es die Douglasie retten? Peter Wohlleben, der Förster, der durch sein Buch "Das geheime Leben der Bäume" bekannt geworden ist, plädiert dafür, die Wälder einfach naturnah und in Ruhe wachsen zu lassen. Der Perlacher Forst ist ein gut 13 Quadratkilometer großes Waldgebiet im Südosten Münchens. Es ist kein Naturwald, hat aber trotzdem seinen Reiz. Folgen Sie mir auf eine kleine Reise ins Grüne - und in die Vergangenheit.

Montag, 9. September 2019

Abgetaucht - Wenn Freunde einfach verschwinden

In Freundschaften und Beziehungen gibt es schon seit langem eine Verhaltensweise, die man früher als "Abtauchen" bezeichnet hat. Bei der modernen Partnersuche ist sie besonders verbreitet: Nach den ersten verheißungsvollen Begegnungen bricht eine Seite den Kontakt scheinbar grundlos ab, und ist nicht mehr erreichbar. Das gibt es auch in freundschaftlichen Beziehungen, und es scheint sich auszubreiten. Mittlerweile sprechen Fachleute von einem gesellschaftlichen Phänomen.



Abtauchen - "Ghosting"
„Sich einfach so lange nicht mehr melden, bis der andere es kapiert hat und aufgibt": im modernen Sprachjargon gibt es dafür den Begriff "Ghosting". Man klinkt sich bewusst aus, und lässt die andere Person im Unklaren darüber, warum man keine Lust mehr hat, die Beziehung oder Freundschaft fortzuführen. Die Betroffenen suchen den Fehler dann meistens bei sich selbst, und fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben. Dazu meint die Psychologin Yvonne Keßel: "Das ist falsch. Der andere hat etwas falsch gemacht.“  Tatsächlich sei die Ursache für Ghosting meist die Angst vor Konflikten. „Menschen, die keine andere Stressbewältigungsstrategie haben, umschiffen dadurch eine Situation, der sie sich nicht gewachsen fühlen“, so Keßel. Insofern sei Ghosting ein Ausdruck großer Hilflosigkeit. (Quelle: FAZ, siehe weiterführende Links)
  • Sind Freunde von Ihnen abgetaucht oder 
  • haben Sie selbst schon einmal "Ghosting" betrieben?
Für einen vorübergehenden Rückzug aus einer Freundschaft gibt es oft nachvollziehbare Gründe (siehe "Lebensabschnittsfreunde"). Wie in einer Liebesbeziehung können sich auch Freunde "auseinanderleben". Irgendwann hat man sich nichts mehr zu sagen, und lässt die Freundschaft allmählich einschlafen. Das geschieht meist in beiderseitigem Einvernehmen. Beim Abtauchen verschwindet nur eine/r.

Freitag, 6. September 2019

Doppelt hält besser





























... oder lieber dreifach? 😉
Platz wäre noch genug für weitere Hinweise.

#Parkplatznot   #Verzweiflung

Dienstag, 3. September 2019

Lebensabschnittsfreunde

Langjährige Freundschaften sind seltener geworden. Im Laufe unseres Lebens verschwinden viele Freunde, andere kommen hinzu. Die sozialen Medien scheinen diese Entwicklung zu verstärken. Heute haben wir generell mehr Kontakte als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Einerseits ist es einfacher geworden, den Kontakt auch über größere räumliche Distanzen aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite sind viele Verbindungen oberflächlicher. Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sagt dazu: "Facebook hilft, mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die wir auch im echten Leben kennen. Mehr nicht."

 
Schon früher waren die meisten Freunde nur „Lebensabschnittsgefährten“, und dafür gibt es viele Gründe. Wenn Sie Lust haben,  nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand, und machen Sie sich Notizen. Unterscheiden Sie zwischen Kontakten, Kollegen, Bekanntschaften, Freunden und nahen Freunden.  
  • Was macht für Sie eine gute Freundschaft aus?
  • Welche Ihrer Freundschaften besteht am längsten?
  • In welcher der nachfolgend beschriebenen Phasen haben Sie Freundschaften verloren, aber auch dazugewonnen? Notieren Sie die Namen oder führen Sie eine Strichliste.
  • Welche Ihrer Freundschaften sind am beständigsten?
  • Worauf basieren diese Freundschaften?
Optional: 
  • Wie viele Facebook-Freunde haben Sie?
    (Ersetzen Sie Facebook gegebenenfalls durch andere soziale Netzwerke, die Sie nutzen.) 
  • Wie viele dieser Freunde treffen Sie im realen Leben?

Montag, 2. September 2019

Wolken am Himmel


#Glück  #Gelassenheit  #Veränderung

Freitag, 30. August 2019

Hurra, es ist Sommer!

Im August ist in Bayern Ferienzeit. Jeden Tag kommt im Fernsehen ein Bericht über den Massentourismus, der die schönsten Orte weltweit verstopft, da will man nicht auch noch hin. Unsere schöne Landeshauptstadt hat genug zu bieten. Wenn die Sonne scheint, dann gehen die Daheimgebliebenen ins Schwimmbad, an den Badesee, oder an die Isar. Dort ist es folglich genauso voll wie überall. Wo immer man hinschaut: Tausende von Sonnenhungrigen und Erholungssüchtigen drängen sich im Freien.



Nirgends kann man besser Gelassenheit üben!
An den Imbissbuden sind die Wartezeiten lang. Mia-Emilia wirft sich mit ohrenbetäubendem Sirenengeheul auf den Boden, Torben fährt mit seinem Roller gegen das Schienbein eines Passanten. Am Kiosk im Grünen gibt's zwei Toiletten für geschätzt tausend Leute, die kastenweise Bier mitbringen, und stundenlang am Ufer chillen und grillen. Das nenne ich mal eine stabile Grundversorgung.

Mittwoch, 28. August 2019

Leben wie im alten Rom



Marcus Tullius Cicero war ein römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph, der berühmteste Redner Roms und Konsul im Jahr 63 v. Chr. 

So ist es auch kein Wunder, dass er diesen Spruch losgelassen hat. Ich finde auch, dass jeder einen Garten und eine Bibliothek haben sollte. Genau genommen haben wir das: Gehen Sie in einen öffentlichen Park. Nehmen Sie ein Buch mit - die gibt es oftmals kostenlos in den öffentlichen Bücherschränken zum Mitnehmen. Mit Ihrem Smartphone können Sie im Grünen die große Bibliothek des WWW durchstöbern oder E-Books lesen. So würde die moderne Version dieses Zitats lauten: Wenn Du Zugang zu einem Park und zum Internet hast, wird es dir an nichts fehlen. 
Luxusprobleme...?
  • Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland (Wikipedia)

Freitag, 23. August 2019

Wir wollen keinen nassen Po

In der Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" stellen wir Ihnen heute ein Tableau aus mehreren Fotografien vor, die sich in ihrer Gesamtheit mit der Neuordnung des urbanen Verkehrsraums befassen. Autos raus, Räder rein! In Zeiten des Klimawandels steigt der umweltbewusste Städter aufs Fahrrad um, und nutzt diese Gelegenheit auch zur visuellen Neugestaltung seiner unmittelbaren Umgebung. Im Werk "Wir wollen keinen nassen Po!" sehen Sie eine Auswahl von Fahrradsattelskulpturen, deren soziopolitische Botschaft eindeutig ist. Es handelt sich um einen Aufschrei, mit dem die Radfahrenden gleichberechtigte Unterbringungsmöglichkeiten für ihre ökologisch wertvollen Verkehrsmittel einfordern.


 
Dem Fahrrad als Verkehrsmittel der Zukunft ist es bisher noch nicht gelungen, sich als neues Statussymbol durchzusetzen. Für Eingeweihte mag es unverständlich erscheinen, dass die meisten Menschen ein pedalgetriebenes Zweirad nur als Mittel zum Zweck sehen. An Hausmauern gelehnt oder in triste Ecken verbannt, fristen die meisten dieser nützlichen Kultobjekte ein trauriges Dasein. Betrachten Sie dazu den oberen, panoramaartig gehalten Bereich des Kunstwerks.


Dienstag, 20. August 2019

Tanz mit der Vergänglichkeit



Waren Sie zwischen 2012 und 2018 einmal bei mir im Büro in München #Giesing? Dann erinnern Sie sich vielleicht noch daran, wie das Gebäude von außen aussah. Es handelt sich um ein ehemaliges Umspannwerk der Stadtwerke München, deshalb gibt es in der ersten und zweiten Etage keine Fenster. Die Büros liegen im dritten und vierten Stockwerk, die als "erste und zweite Büroetage" bezeichnet werden. Für mich war dieser Ort immer ein inspirierender Kreativraum, dort sind viele meiner Bücher entstanden, und ich hatte genug Platz für mein Studio-Equipment. Aus familiären Gründen und sehr schweren Herzens habe ich mein heißgeliebtes Büro Mitte 2018 gegen das Homeoffice getauscht, somit ist meine Zeit in diesem Gebäude zu Ende. Weil ich gleich um die Ecke wohne, komme ich aber sehr oft an dieser Stelle vorbei.



Dass das Gebäude von außen einen etwas tristen Eindruck gemacht hat, fand ich immer sehr schade, denn innen ist es modern und durchaus schick.
Ab Oktober 2018 hat ein Graffiti-Künstler das vollbracht, was ich mir immer gewünscht hatte: Eine neue Fassadengestaltung. Mittlerweile sieht das Gebäude so aus...

Dienstag, 13. August 2019

Kopflos

... aber wenigstens gut gekleidet! 😆



Dieses Fundstück aus meinem Bildarchiv hat mich daran erinnert, dass gerade eine Sendereihe im Fernsehen läuft, die sich mit dem Thema #Mode beschäftigt. Drei oder vier Folgen habe ich schon gesehen, und würde sagen: ist ganz gut für die Allgemeinbildung.

Mode - unsere zweite Haut
Die Autoren beschäftigen sich in insgesamt sechs Folgen mit verschiedenen Aspekten der Mode: Warum und seit wann gibt es Mode, welche Kleiderregeln gelten immer noch, wie hat sich Mode im Hinblick auf Geschlechterrollen und Individualität verändert?
Die jeweils 30minütigen TV-Häppchen sind gut gemacht, kurzweilig, und vielleicht gerade für Modemuffel wie mich besonders interessant.

Alle Folgen gibt es derzeit in der ARD Mediathek oder über den Mediathek-Viewer online. Der folgende Link führt direkt zur Liste aller verfügbaren Beiträge

Montag, 12. August 2019

So wird es nicht bleiben...



























... ist aber ganz schön, wenn man das zwischendurch mal von sich sagen kann.
Gerne öfter. :-)

#Zufriedenheit  #Glück  #Entspannung

Donnerstag, 8. August 2019

Wenn der Wind des Wandels weht...


Juli 2019


Agfa war für mich immer ein Synonym für Filme und Kameras. Seit 2008 hat sich diese Verknüpfung gelöst, Agfa wurde gleichbedeutend mit "Baustelle". Diese Baustelle ist mittlerweile auch Geschichte, jetzt heißt das ehemalige Agfa-Werksgelände in #Giesing "Parkviertel". Daran werde ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen.

Das Unternehmen war einmal der größte Arbeitgeber in diesem Stadtteil. In den besten Nachkriegsjahren arbeiteten auf dem ca. 11 Hektar großen Gelände bis zu 8000 Menschen. 2005 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die Abrissarbeiten erfolgten zwischen 2008 und 2011. Den Auftakt machte die spektakuläre Sprengung des Agfa-Hochhauses. Der Neubau war Mitte 2015 abgeschlossen. Entstanden sind etwa 950 Wohnungen für rund 2000 Menschen, eine KiTa, Spielplätze und öffentliche Freiflächen. Nach offiziellen Angaben sind auch rund 1200 neue Arbeitsplätze entstanden. Durch die Neubebauung(en) ist Giesing in den letzten Jahren zu einem der bevölkerungsreichsten Stadtviertel Münchens geworden.

Im Fotonanny-Blog zeige ich eine ausführliche Bildstrecke meines Langzeit-Fotoprojekts


Juli 2011

Mittwoch, 7. August 2019

Rein und sauber - die geniale Hotline

September 2016
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Dieses skurrile Fotomotiv habe ich vor etwa drei Jahren gefunden. Falls Sie nicht wissen, worum es sich handelt: Das waren Wochenzeitungen vor ihrer Auslieferung an die Bewohner unserer Straße.  

Der Fahrradanhänger, in dem sie gelagert waren, ist schon etwas Besonderes, darum fand ich ihn auch immer irgendwie charmant.


Dienstag, 6. August 2019

Leasingauto war gestern: Jetzt kommt das Leasingfahrrad


Ja, was is denn des? Ein Fahrrad mit blauem Vorderreifen?

Als ich es zum ersten Mal sah, dachte ich: Wer macht denn sowas? Das Rad begegnete mir erneut, aber ganz woanders. Dieselbe Radfahrerin? Möglich. Am nächsten Tag fuhr schon wieder so ein Ding an mir vorbei, aber diesmal saß ein Mann im Sattel. Jetzt war ich völlig verwirrt und beschloss, genauer hinzuschauen.


Montag, 5. August 2019

Grüße aus Balkonien


Neues ausprobieren und einfach mal ein Buch lesen, empfiehlt der "Urlaubsguru". Nicht etwa am Strand oder im Hotel, sondern da, wo es eigentlich am schönsten sein sollte: Zuhause, genauer gesagt, auf dem #Balkon. Manche Leute haben keinen, manche vermissen ihn auch nicht. Für mich ist der Balkon ein #Erholungsort.

Dieser Balkon befindet sich an einer der am stärksten befahrenen Straßen Münchens.
Dort scheint jemand zu leben, dem weder Lärm noch Abgase etwas ausmachen.
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Ein Haus mit Garten ist der Traum vieler Menschen. In Ballungsgebieten lässt er sich kaum noch erfüllen. Mein Mann und ich hatten drei Jahre lang dieses Vergnügen, aber wir haben es nicht genossen. Wir sind einfach "Balkontypen". Ein Balkon macht erheblich weniger Arbeit als ein Garten, in dem man Rasen mähen, Unkraut jäten, Pflanzen pflegen, und im Herbst Tonnen von Laub aufsammeln muss. Für manche Leute ist die Gartenarbeit ein vergnügliches Hobby und ein Genuß, aber auch die Schwiegereltern jammern mittlerweile. Mit zunehmendem Alter wird selbst die Pflege eines kleinen Gartens zur Belastung. Wenn es im Sommer heiß ist, fordern die überschaubar wenigen Pflanzen auf unserem Balkon unsere tägliche Aufmerksamkeit. Die sogenannten "Gärten des Grauens", in denen weder Vögel noch Insekten Nahrung finden, sind ein Sinnbild unserer modernen Lebensweise (siehe weiterführende Links am Ende des Artikels).


Montag, 29. Juli 2019

Hummelbrummel

Rettet die Bienen, das hören wir seit längerem. Geht klar, machen wir... aber wie? Im Frühjahr habe ich ein Glas #Schwartau Marmelade gekauft, und am Glas war ein kleines Packerl mit Blumensamen befestigt, eine spezielle Wildblüten-Mischung.  Den Inhalt haben wir im Mai in den Blumenkasten unseres Balkons gestreut. Innerhalb kürzester Zeit überwucherte das Grünzeug den ansonsten sorgsam von "Unkraut" befreiten Bereich. Die Ecke sieht jetzt echt ökologisch und völlig unaufgeräumt aus. Das ist natürlich nichts für Fans von Zen-Gärten. Aber die summenden Besucher danken es uns täglich: Seit die verschiedenen Blümchen angefangen haben zu blühen, kommen vor allem kleine Hummeln vorbei.  

Scheint zu schmecken...



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Eigentlich zählen Nahaufnahmen und Bilder von Insekten nicht zu meinen Lieblinsmotiven. Aber bei dieser Gelegenheit erinnerte ich mich an einen TV-Beitrag, in dem ein Fotograf vorgestellt wurde, der sich auf Insekten spezialisiert hat. Er ist vor allem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen unterwegs, weil es dort besonders viele und auch seltene Arten gibt.


Freitag, 26. Juli 2019

Man lernt nie aus

"Mädchen, du musst noch viel lernen!", sagte mal ein 23jähriger mit erhobenem Zeigefinger zu mir. Ich war gerade zwanzig geworden und ja, ich war ganz schön naiv. Das bin ich in manchen Dingen vielleicht heute noch, aber ich mache Fortschritte.

Das Interessante am Älterwerden ist, dass man immer wieder erkennt, welchem Irrglauben man in früheren Jahren erlegen ist. Es sind nicht immer Fehler, aber Fehleinschätzungen. Der Lernprozess setzt bei manchen Leuten gar nicht ein, bei anderen dauert er bis zum letzten Atemzug.

Mein Profilfoto mit Brille und erhobenem Zeigefinger ist eine Persiflage, aber auch eine Mahnung an mich selbst, nicht dauernd die Oberlehrerin herauszukehren. Ich bin mir dieser Schattenseite bewusst. Wenn es mir eines Tages gelingt, diesen Schatten zu überwinden, höre ich wahrscheinlich auf zu schreiben.


Die herrschende Lehrmeinung
Seit vielen Jahren verfolge ich mit Interesse Wissenschaftssendungen. Dabei wird offenkundig, was für einen Unsinn manche Lehrer während meiner Schulzeit verzapft haben. Im Biochemie-Leistungskurs erklärte unser Kursleiter, dass "wir" (Menschen) allein im Universum sind, und dass wir niemals andere Lebensformen im All entdecken würden, weil dort alles einfach nur lebensfeindlich sei. Das war die herrschende Lehrmeinung in den frühen 1980er Jahren. Unser Biochemielehrer lebt nicht mehr, sonst hätte er noch erfahren, dass Wissenschaftler jetzt viel weiter ins Weltall schauen können, und fast täglich neue Planeten entdecken, auf denen (uns bekanntes) Leben prinzipiell möglich ist.


Dienstag, 23. Juli 2019

Sonniges Gemüt

Heute freuen wir uns über die #Sonne,
morgen ist es schon wieder eine #Hitzewelle.
Uns kann man aber auch gar nichts recht machen.
😉😎

Freitag, 19. Juli 2019

Von der Vision zur Wirklichkeit

Vor fünfzig Jahren setzte der erste Mensch einen Fuß auf den Mond. Seitdem kennt wohl jeder den berühmten Satz, mit dem kleinen Schritt und dem Riesensprung für die Menschheit. Viele bezweifeln heutzutage, dass das Ereignis damals genau so stattgefunden hat. Mich hat der Anblick der Mondrakete in meiner frühen Kindheit jedenfalls so beeindruckt, dass ich danach im Kindergarten monatelang nur noch Apollo-Raketen gemalt habe. Später habe ich das Gesamtwerk von Jules Verne gelesen. Natürlich war ich auch ein glühender Fan von Raumschiff Enterprise, und schwer verliebt in Mister Spock.



Das ist doch lächerlich!
Was Erwachsene als albernes Kasperletheater einstuften, entwickelte sich zu einer Kultserie, die bis heute in Videospielen und Neuverfilmungen weiterlebt. 2001 - Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick gilt als Meilenstein der Filmgeschichte, und mit Star Wars waren die intergalaktischen Abenteuer endgültig in der Popkultur angekommen.


Mittwoch, 17. Juli 2019

E-Roller - Hype


















































Bei diesem Anblick bin ich gestern von meinem Radl abgestiegen und habe das Handy gezückt. Die E-Roller oder E-Scooter stehen seit zwei oder drei Wochen überall in der Stadt herum, man kann sie gar nicht übersehen. So schnell kann das mit der Einführung einer neuen Technologie gehen - wow! Es müssen nur die richtigen Leute an den passenden Stellschrauben drehen.

Ich gebe zu: geliebäugelt habe ich durchaus mit so einem Ding. Damit könnte ich jeden Tag hier entspannt hochflitzen und käme nicht schnaufend und ächzend zuhause an. Ich habe mich nur gefragt, ob so ein Roller diese Steigung (10%, 200 Meter) überhaupt schafft. Warum ist der Nutzer dieses Vehikels hier abgestiegen? Ich fürchte, das Ding hat schon nach 30 Metern Steigung schlappgemacht. Eine ökologische Alternative ist es bei mir nicht: Ich würde vom Fahrrad oder vom Zu-Fuß-Gehen auf ein Elektromobil umsteigen, aus Spaß und aus reiner Bequemlichkeit. Also nein, ich bleibe beim Drahtesel oder laufe. Je länger ich das tue, desto länger bleibe ich im Alter fit.

Außerdem ist der E-Roller ein teurer Spaß: Wenn man 15 Cent pro Minute zahlt, und einen Euro fürs Ausleihen berappen muss, hat man bei einer zehnminütigen Fahrt schon zwei Streifen für ein MVG-Ticket gut. Mit dem Bus ist es nur eine Kurzstrecke, die kostet nur die Hälfte. Mitdenken und nachrechnen macht aus so manchem Hype eine Luftnummer. Dieses Foto hebe ich mir gut auf. Womöglich verschwinden diese E-Roller genauso schnell aus dem Straßenbild wie die Leihfarräder von O-Bike.

Dienstag, 16. Juli 2019

Rama Dama (2)

Das Thema vermüllte Straßen und Parks (siehe Artikel Rama Dama) bewegt immer mehr Menschen. Es erreicht noch nicht die richtigen, aber ein Anfang ist gemacht.

Am vergangenen Wochenende lud das Wetter nicht gerade dazu ein, sich an der Isar oder im Englischen Garten aufzuhalten. Es regnete immer wieder in Strömen. Trotzdem war es in der Innenstadt beim Christopher Street Day sehr laut, und auch ziemlich voll. Schon während des Umzugs landete der Müll der feiernden Besucher einfach irgendwo am Straßenrand. Das ist nicht so schlimm, weil die Müllabfuhr traditionell den Abschluss des Straßenzugs bildet, und den ganzen Dreck gleich wieder aufsammelt. Man fragt sich aber schon, wie es die Leute schaffen, ihren üppigen Proviant auf dem Hinweg mitzuschleppen, nach dessen Verzehr aber keine Lust verspüren, die Verpackungen fünfzig Meter weiter in oder zumindest an die nächste Mülltonne zu befördern. Davon gibt es in München wirklich jede Menge.

ToGo, weil's schnell geht und hygienisch sein muss. Der Markt reagiert auf den Verbraucher,
und er reagiert schneller als die Politik. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen.
.
Bei einer Müllsammlung räumten am Montag 650 Schüler des Luitpold Gymnasiums im Englischen Garten auf. Das Pilotprojekt soll Schule machen. Viele junge Menschen seien umweltbewusster als ihre Eltern, heißt es in einem aktuellen Artikel des Münchner Merkur. Dazu sagt Thomas Köster, Verwalter des Englischen Gartens seit 1994: "2018 hatten wir 140 Tonnen im Jahr an Müll. Die Müllentsorgung kostet mittlerweile mehr Geld – nämlich 120.000 Euro – als die eigentliche Wiesenpflege."

Das Ökostrom-Unternehmen Polarstern-Energie hat Ende Juni in den Isarauen eine ähnliche Aktion veranstaltet. Auf der Internetseite erfährt man die Zahlen: In einer Isarsaison räumt die Stadt ihren Einwohnern ca. 150 Tonnen Müll hinterher, das kostet pro Jahr 250.000 Euro. 
Etwa eine Woche nach diesem Rama Dama sah es am Isarufer wieder so aus, als hätte die Aktion niemals stattgefunden. Ich finde es tröstlich, dass ich nicht die einzige bin, die sich auch fotografisch mit dem Zustand unserer unmittelbaren Umgebung beschäftigt. Hier geht's zu einem Instagram-Account aus Sendling: @clean_and_green_muc 

Montag, 15. Juli 2019

Sommer 2019


Vor und nach dem #Fitnesstraining: eine Runde #schwimmen!
#Giesing #Sommer #Starkregen

Freitag, 12. Juli 2019

Schau-Fenster (5)

Dem Eisbären ist es wohl zu #heiß?
#Sommer #Sonne #Hitze #Urlaub #Ferien #Klimawandel
#FridaysForFuture

... ach ne, ist ja gar kein #Eisbär!
😅

Puh, nochmal #Glück gehabt.
Hätten wir sonst dem #Tierschutz melden müssen?

Samstag, 6. Juli 2019

Rama dama


Rama dama ist bairisch und bedeutet "Wir räumen auf". Geprägt wurde dieser Ausdruck im Oktober 1949 vom damaligen Münchner Bürgermeister Thomas Wimmer. Damals ging es um die Beseitigung der Kriegsschäden und Schutthalden in der Stadt. Heute ist der Begriff eine Bezeichnung für das gemeinsame, ehrenamtliche Aufräumen. Im digitalen Zeitalter erfolgen Aufrufe zum Rama Dama zum Beispiel über die Plattform nebenan.de, die auch Checklisten zur Verfügung stellt, wenn man eine solche Aktion in der eigenen Nachbarschaft starten will.

Unterstützt wird man in München vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AVM), der Werkzeuge und Container zur Verfügung stellt, und den gemeinschaftlich gesammelten Müll anschließend abtransportiert. Allerdings darf in den Wäldern, Wiesen und Flussauen aus Gründen des Naturschutzes nur zwischen Oktober und Mitte März ein Rama Dama durchgeführt werden. Zumindest theoretisch. Wenn die Mitarbeiter der Stadt nicht jeden Morgen auf den Sandbänken am Flaucher aufräumen würden, sähe es dort binnen kürzester Zeit aus, wie auf einer Müllhalde. Gerechterweise muss aber auch gesagt werden, dass viele Mitmenschen mittlerweile recht ordentlich mit den Grünflächen direkt am Fluß umgehen. Leider ist das (noch) nicht überall so.

Als im Frühjahr ein Aufruf zum Rama Dama in meinem Postfach landete, war ich schon fast bereit, mich als Freiwillige zu melden. Man kann ja nicht dauernd im Blog herumblöken, und dann bei sinnvollen Aktionen zuhause sitzenbleiben. Oder doch? Das Stichwort lautet "sinnvoll".

Eine steile These
Mir kommt das Verhalten mancher Mitmenschen vor, wie das von Alkoholikern. Eigentlich weiß jeder, dass Müll in der Natur nichts verloren hat. Trotzdem bleiben die Einwegverpackungen auf der Straße, in den Grünanlagen und auf Spielplätzen einfach liegen. Sie werden gerne auch auf Fensterbrettern, Parkbänken oder an Gartenzäunen abgestellt. Es gibt immer Pflichtbewusste und Ordentliche, die diesen Anblick nicht ertragen können, und den Müll kurzerhand wegräumen. Als ich im Gedanken ans geplante Rama Dama nach Hause ging, kamen mir drei Jugendliche entgegen, die ihre McDonalds-Becher johlend ins Gebüsch schleuderten, und sich dabei absolut cool fanden. In diesem Moment war meine Entscheidung gefallen: Ich werde meine wertvolle Freizeit nicht zum Aufräumen opfern, weil es sinnlos ist. Eine Woche später müsste ich wieder von vorne anfangen. Es hört nicht auf.
Wenn wir hinter den Mülljunkies herräumen, verhalten wir uns wie Co-Abhängige: Wir halten das System endlos am Laufen. Das gut gemeinte Aufräumen ändert nichts am Bewusstsein derer, die den Müll verursachen, im Gegenteil. Das Problem besteht weiter, es verschwindet nur aus dem Blickfeld. Genauso gut kann man eine rote Warnleuchte am Auto zukleben, und sich darüber freuen, dass alles wieder hübsch aussieht.


Lösungsmöglichkeiten? Weiterlesen...

Donnerstag, 4. Juli 2019

Die Zukunft hat begonnen?























Ist das dreist, ist es eine politische Botschaft, wird dieser Anblick (bald) ganz normal, 
oder handelt es sich einfach nur um Notwehr?

Vorweg gesagt: Es gab genug andere freie Parkplätze. Ein bisschen gestaunt und geschmunzelt habe ich schon, als ich heute früh mal schnell bei einem Drogeriemarkt zwei Sachen kaufen wollte. Als ich ankam, stand ganz rechts noch ein zweites Fahrrad auf dem Autoparkplatz. Kurzerhand habe ich meins gleich dahinter gestellt. Jaja, "schlechtes Beispiel" macht ganz schnell Schule!

Vor dieser Drogeriefiliale hat der Architekt aber auch eine echte Meisterleistung abgeliefert. Direkt vor dem Laden kann man Räder nicht abstellen - außer man macht es so, wie hier gezeigt. Es gibt zwar eine separate Parkfläche für Räder, aber die ist so genial scheiße konzipiert, dass man sie anfangs gar nicht sieht: Sie wurde zwanzig Meter weiter abseits ins Grüne gesetzt. Der zweite intelligente Schachzug besteht darin, dass diese Fläche fünfzig Zentimeter über dem Straßenniveau liegt.

Da fragt man sich schon, welche Drogen Architekt und Bauplaner genommen haben. Man muss das Fahrrad entweder ein paar Stufen hochtragen, um es ordentlich zu parken, oder man wechselt von der linken Seite des Rads auf die rechte Seite, dann kann man es mühsam über eine für die 1970er Jahre typischen, schmalen Fahrradrampenspur nach oben schieben. Es gibt nur diese eine geneigte Fläche, sie befindet sich auf der falschen Seite, und der ganze Aufgang mit Geländer (!) ist viel zu schmal. Ein Fahrrad mit Anhänger oder andere Gefährte wie dieses hier, die man zum Einkaufen als umweltbewusster Öko heutzutage benutzt, können überhaupt nicht auf den Fahrradparkplatz gebracht werden. Diese scheinbar dreiste Parkaktion ist also ein klarer Fall von Notwehr.

Für die Zukunft: Fahrradabstellplätze sollte man nicht von Leuten konzipieren lassen, die selbst offensichtlich noch nie mit einem Fahrrad zum Einkaufen gefahren sind.

Montag, 1. Juli 2019

München ist grün



Ob dieser Radfahrer sein Bike ins Grüne gestellt hat, damit es nicht so schnell entdeckt und geklaut wird? Oder hat er es nach dem Biergarten-Besuch einfach nicht mehr gefunden? 

Gestern endete die Unterschriftensammlung für den sogenannten "Rad-Entscheid". Bis zum 30.6.2019 haben über 100.000 Münchnerinnen und Münchner mitgemacht, 33.000 Unterschriften wären notwendig gewesen. Das ist ein ziemlich klares Votum. Nun soll die Stadt mit zwei Bürgerbegehren fahrradfreundlicher werden. 

Gute Sache, aber ...
Das Rad allein wird nicht alle Probleme lösen. Für manche Strecken und Besorgungen braucht man das Auto weiterhin. Es ist auch absolut nachvollziehbar, dass nicht jeder bei strömendem Regen oder im winterlichen Tiefschnee kilometerweit zur Arbeit radeln kann. Wir brauchen also auch Park&Ride Plätze für die Pendler, und nicht zuletzt deutlich mehr Kapazitäten für den öffentlichen Nahverkehr.

Ausreichend Stellplätze für die zusätzlichen Fahrräder brauchen wir auch. Eine Familie mit zwei Kindern braucht vier Stellplätze. Das ist für viele Wohnanlagen kaum zu leisten. Selbst moderne Abstellplätze für Fahrräder sind oftmals "Orte des Grauens". Viele sind voller "Fahrradleichen", oder so eng konzipiert, dass man sich morgens manchmal eine Flex wünscht, um die verkeilten Fahrradlenker zu entwirren. Wenn man abends zu spät nach Hause kommt, sind die guten, überdachten Stellplätze belegt. Wohl dem, der einen großes und leicht zugängliches Kellerabteil, oder gar eine Garage hat. Ein Zweitwagen weniger schafft schon mal Raum für mindestens vier Fahrräder. 😉

Neue (Verkehrs-)Konzepte bringen uns aus dem Konzept, und zwingen uns leider auch manchmal dazu, unsere Komfortzone zu verlassen. Möge die Übung gelingen!


  • Bericht von der Rad-Ring-Demo am 30.6.2019 (BR)
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Samstag, 29. Juni 2019

Fotosport oder Biergartentour?

Gerade hat uns die Hitzekeule voll getroffen. Im Sommer wache ich generell zwischen vier und fünf Uhr auf, ganz ohne Wecker. Um sieben bin ich dann topfit, habe aber noch keine Lust auf Arbeit. Zu Fuß brauche ich nur zehn Minuten ins Büro. Deshalb treibe ich schon seit vielen Jahren Sport, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Joggen und Fitnessstudio sind momentan viel zu schweißtreibend, und der Fersensporn zwickt immer mal wieder. So bin ich auf die Idee gekommen, in den kühlen Morgenstunden etwas längere Runden mit dem Rad zu drehen. Ob Sie es glauben oder nicht: selbst ohne Elektroantrieb ist Radfahren die am wenigsten anstrengende Art Sport zu treiben. Es schont die Gelenke, und man kommt ziemlich schnell ziemlich weit herum. Im Großstadtgewirr gegen "Kampfradler" und gestresste Autofahrer anzutreten, macht nicht viel Spaß, darum suche ich momentan nach Extratouren, die weniger stark befahren sind.

Blick von der Großhesseloher Brücke Richtung Süden

Radeln hat außerdem den Vorteil, dass ich im Rucksack eine "richtige" Kamera mitnehmen kann. So lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Fotos brauche ich aus beruflichen Gründen immer, ich habe Bewegung an der frischen Luft, und der Aufenthalt im Grünen macht den Kopf frei.

Lieblingstouren
Es gibt ein paar Stamm-Strecken, die ich schon seit Jahren gerne fahre, und momentan entdecke ich neue Varianten.

Freitag, 28. Juni 2019

Morgens um halb neun

... sind noch nicht so viele Menschen unterwegs - jedenfalls nicht überall. Dieses Bild zeigt einen idealisierten Ausschnitt. Hätte ich mich beim Fotografieren um 30° nach links gedreht, würden Sie dort Jogger und Hundespaziergänger sehen, und viele Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit. Bei einer Drehung um 90° nach rechts würden Sie auf dem Bild die ersten Badenden auf einer Sandbank entdecken. Dahinter erhebt sich das Heizkraftwerk Süd, und auf der vierspurigen Brudermühlbrücke tobt der morgendliche Berufsverkehr. In einenm Video könnten Sie auch den Lärm der sich aneinanderreihenden Laster und Autos deutlich hören. Er ist lauter als das Rauschen der Isarströmung.

Dieses Bild ist echt und völlig unbearbeitet.  Sie werden es schöner finden, als andere Motive in diesem Blog - meine "Müllsammlung". Fotos vermitteln immer eine subjektive Wirklichkeit. Der Bildausschnitt ist entscheidend. Worauf richte ich meine - und in diesem Fall Ihre - Aufmerksamkeit? Heute ist es wieder das Schöne und Erholsame.



























Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass ich in diesem Blog die "schönen" und die "hässlichen" Motive bunt mische?

Wir können uns jederzeit ganz bewusst entscheiden, worauf wir unsere Wahrnehmung richten. Schauen wir auf das, was uns stört, oder auf das, was uns gefällt? Wenn wir immer nur auf das Negative schauen, werden unsere Gedanken mit der Zeit genauso negativ. Wenn wir das Negative ausblenden, und nur auf das Schöne schauen, werden unsere Gedanken positiv, und es geht uns besser. Diesen Effekt kann man ganz bewusst nutzen, um sich in einer Art "Selbst-Coaching" aus einer schlechten Stimmung herauszuholen. Es ist verführerisch, sich nur noch dem Schönen und Guten zu widmen. Man kann die Welt durchaus über einen längeren Zeitraum mit einer rosaroten Brille betrachten, und zum Schluss kommen, dass alles gar nicht so schlecht ist. Das ist die andere Seite der Medaille. Manche Menschen verwandeln sich im Laufe ihres Lebens in notorische Nörgler, andere bevorzugen die Flucht vor der Realität. Die Gratwanderung dazwischen ist die "LebensKunst".

Die "Wirklichkeit" ist, wie sie ist. Sie ist an sich weder gut noch schlecht. Wir erleben sie manchmal negativ, manchmal positiv, und jedesmal ändert sich unsere Befindlichkeit. Wenn wir uns die eigenen Wahrnehmungen und Reaktionsmuster immer wieder bewusst machen, und sie quasi "von außen" anzuschauen, üben wir die vielzititerte "Achtsamkeit": Aha, ich rege mich gerade wieder über etwas auf. Oder: Oh, das ist aber schön. 

Der plappernde Geist hat zu allem eine Meinung, und sortiert das gerade Erlebte in eine der vorbereiteten Schubladen ein. Empörung, Wut und Ärger donnern manchmal wie ein Zug heran. Wenn man nicht aufpasst, wird man mitgerissen. Besser: einen Schritt zurücktreten. Es gibt Züge, auf die man aufspringen kann. Man kann sie aber auch vorbeifahren lassen. Der nächste kommt bestimmt. Und glauben Sie mir: Diese Art von Zug fährt ziemlich pünktlich. 😉

Gelassene Heiterkeit empfinde ich als einen sehr angenehmen Zustand. Den habe ich am gleichen Morgen auch noch versucht, in einem Foto einzufangen. Urteilen Sie selbst, ob es mir gelungen ist.

Mülltrennung funktioniert! 👍

Mittwoch, 19. Juni 2019

Die Party ist (noch nicht) vorbei





























Kinder lieben Luftballons... Erwachsene auch. 
Allmählich entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, dass diese schönen Plastikspielzeuge echte Umweltkiller sind. Die Niederlande haben bereits in vielen Gemeinden mit einem Verbot reagiert. 

Die als Alternative gepriesenen biologisch abbaubaren Luftballons aus Naturkautschuk sind leider nicht viel besser. Das gilt auch für Bio-Plastiktüten.

"... in der Praxis brauchen die meisten Bioplastik-Mülltüten in industriellen Kompostieranlagen mindestens 12 Wochen um zu zerfallen. So lange lagert der Biomüll aber meist gar nicht ..." Und so war das Entsetzen groß, als die Sendung quer vor einiger Zeit über die Plastikkrümel in Bio-Gartenerde berichtete. 

Die Abfallwirtschaftsbetriebe München haben vor einiger Zeit eine Papiertüte in jeden Briefkasten eingeworfen, um die Bürger darüber aufzuklären, dass sie ihren Biomüll nicht zusammen mit Plastiktüten jedweder Art in die Biotonne werfen sollen. Es gibt noch viel zu tun.

Die Liste der "Spaßverderber" ist lang:
Aufgeblasene Killer (Süddeutsche)
Warum Luftballons zur Hochzeit eine Gefahr für Tiere sind (Peta)
Auf Gasluft-Aktionen verzichten (BUND)
Biologisch abbaubare Luftballons und andere Alternativen (Utopia.de)
Wie Bio ist Bioplastik? (Utopia.de)
Tatort Biotonne: Wie der Plastikmüll ins Blumenbeet kommt (quer/BR Mediathek)

Auch eindrucksvoll: Der Blogartikel von Oli (Shashindo):  Im April hat er eine Fotostrecke unter dem Titel Plastik in der Suppe veröffentlicht.