Dienstag, 21. Dezember 2021

Wintersonnenwende


Heute, am 21. Dezember ist Wintersonnenwende, der astronomische Winteranfang und somit der "kürzeste Tag" des Jahres. Auf ihrer Runde um die Sonne erreicht die Erde den Punkt, an dem sich die Nordhalbkugel durch die schrägstehende Erdachse maximal von der Sonne weg neigt. Aus unserem Blickwinkel erreicht die Sonne zu diesem Zeitpunkt ihre südlichste Stelle. In München ist das um 16.59 Uhr. Hier geht die Sonne um 8.01 Uhr auf, und um 16.22 Uhr wieder unter. Dazwischen liegen nur acht Stunden und 21 Minuten. Die darauf folgende Nacht ist mit fast 16 Stunden die längste des Jahres.

Während der Tag der Wintersonnenwende, meist der 21. Dezember, wirklich der kürzeste Tag ist, findet der früheste Sonnenuntergang schon um den 12. Dezember statt. 

Dagegen findet der späteste Sonnenaufgang erst um den 2. Januar statt, jeweils mit einer kalenderberdingten Schwankung von ein paar Tagen. Die Ursache für dieses leicht zu überprüfende Phänomen ist nicht leicht zu erklären. Wir erleben den Effekt der Zeitgleichung. Die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie WAA erklärt ganz ausführlich, wie das funktioniert.

Weiter nördlich gibt es um diese Jahreszeit noch weniger Tageslicht. In den nördlichen Polargebieten ist die Sonne um die Wintersonnenwende mehrere Tage bis Monate nicht direkt zu sehen - es herrscht Polarnacht. Weil es im Norden im Winter immer so finster war, feierten die Alten Germanen und Kelten das Julfest - ein Lichterfest. An diese Bräuche erinnern heute nur noch der mit zahlreichen Lichtern geschmückte Weihnachtsbaum und die vier Kerzen auf dem Adventkranz. Bis zum 6. Januar wird Jul zwölf  Nächte lang gefeiert.

In Island ziehen in der Voweihnachtszeit dreizehn rüpelhafte Trolle durchs Land, die Jólasveinar (Weihnachtsgesellen).  Ab dem 12. Dezember klettern diese Gesellen nacheinander aus ihrer Höhle im Esja-Gebirge, spielen den Menschen Streiche, und legen artigen Kindern Geschenke in die Schuhe. Wer nicht brav war, bekommt eine runzlige Kartoffel. Der Glaube an Naturgeister ist tief verwurzelt, 50 Prozent der Isländer halten es für nicht unwahrscheinlich, dass Trolle in den Lavafelsen und Hügeln ihrer Insel hausen. Im Winter wird es auf Island nur vier Stunden hell. Deshalb werden in den dunklen Winternächten nicht nur die Fenster der Häuser mit Jul-Lichtern geschmückt, sondern auch die Friedhöfe. 

Siehe auch: Der längste Tag, Sonne über Äquator, Equinox, Die Rückkehr der alten Götter, #Sonne

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