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| 27 mm | 1/250 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone |
#Muttergeschichten #Psychologie
#Film&TV
Neben den kostenlosen Kundenzeitschriften mit Weihnachtsplätzchenmotiven liegen gerade die ersten Kalender für 2026 bereit. Im Supermarkt an der Kasse sind es die mehrspaltigen Familienplaner, in der Bäckerei gibt es die handliche, wenngleich sehr klein gedruckte Jahresübersicht. Haben Sie schon einen, und wenn ja: Welche Kalenderversion(en) bevorzugen Sie?
Die Mitbewohnerin meiner Mutter hat gleich drei verschiedene: Zunächst einen absolut minimalistischen Abreißkalender für jeden einzelnen Tag, die schlichteste und pragmatischste Variante. Darüber hängt ein dreiteiliger Dreimonatskalender an der Wand, der in Büros gerne genommen, im Seniorenheim aber etwas deplaziert wirkt, und überdies etwas kompliziert in der Handhabung ist.
"Hässlich!", so das Urteil meiner Mutter 😠. Beim dritten Exemplar handelt es sich um einen weiteren Klassiker: monatlich wechselnde Bildmotive mit Kalendarium. Bilder und Deko sind generell Geschmackssache, und da scheiden sich die Geister bisweilen. 😅
Meine Mutter bevorzugt einen (bilderlosen) länglichen Monats-Zeilenkalender mit Angabe aller Feiertage in Bayern. So einen hatte sie immer in der Küche hängen, direkt neben den Geschirrhandtüchern, und dieses Format ist eine alte Tradition. Nichts für die Wand, sondern in Griffweite, und der Text muss gut lesbar sein - also ein etwas größeres Format. Zu lang darf das schmale Papierband aber auch nicht sein, weil es sonst die Tür des Nachtkästchenunterschranks im Pflegeheim blockiert. Eine Maßanfertigung also... 😜
Schreiben kann meine Mutter aufgrund ihres Schlaganfalls nicht mehr, sie trägt also keine Termine in die Kalenderzeilen ein, wichtig ist ihr aber, dass sie die bereits vergangenen Tage zumindest durchstreichen, also täglich abhaken kann. Wieder ein Tag geschafft. ✅
Während unserer Redaktionssitzungen in der Cafeteria beobachten wir regelmäßig HeimbewohnerInnen, bei denen die Unterscheidung von Wochentag versus Wochenende verloren gegangen ist. Dann stehen sie am Samstag- oder Sonntagvormittag vor der verschlossenen Tür des Verwaltungsbüros (gleichzeitig die Bargeldkasse), und wundern sich, warum keiner aufmacht. 😓 Die Welt drumherum mag total durchdigitalisiert sein, im Pflegeheim ist sie es definitiv nicht.
"Wann kommst du wieder?", lautet die Frage, wenn ich mich nach meinem Besuch verabschiede.