Samstag, 4. Juli 2026

Gut Ding will Weile haben

27 mm | 1/1500 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

 #Architektur #Spiegelungen auf #Auto #Lack
#Neubau  #Candidplatz #München
#Sommer2026

Das neue Hochhaus am Münchner Candidplatz ist nahezu fertig, das hässliche Gerüst komplett abgebaut. Endlich! Dieses Wort ist vielschichtig. 😉 Einerseits drückt es meine Erleichterung darüber aus, dass die Baustelle mit all ihren Unannehmlichkeiten verschwindet, das Gebäude selbst ist aber auch endlich, weil es nicht ewig neu bleibt, und irgendwann in ferner Zukunft die Frage aufkommen wird, ob man es nicht doch wieder durch ein neues ersetzen soll. Das werde ich nicht mehr erleben, denn auch mein Leben ist endlich. Schade irgendwie, aber so ist das nun mal. Also: Carpe diem. 😊 

Weil an der Außenfassade des Neubaus noch ein paar Teile fehlen, habe ich mich heute für ein Abbild als  verzerrte Spiegelversion entschieden, und bei der Bearbeitung den "Linienführungstrick" angewendet: Déjà-Vu? 😎 

Das komplette Baustellen Vorher/Nachher wird ein umfangreiches Fotosuchprojekt, denn erstens sind noch nicht alle Bauabschnitte fertig, und zweitens zog sich der Spaß mindestens sechs Jahre hin. Bis ich die Bilder für die Gegenüberstellung aus meinem Archiv zusammengesammelt habe, fließt noch ein bisschen Wasser die Isar runter. 😅 

Wir haben es ja meistens eilig und wollen, dass Projekte zeitnah abgeschlossen werden. Oftmals klappt das nicht, siehe diverse Dauergroßbaustellen oder auch Entfernung alter Telefonzellen. 😓 Dabei hieß es in den "guten alten Zeiten" noch: Gut Ding will Weile haben.

Im 17. Jahrhundert, als diese Redewendung - damals schon eine alte Volksweisheit -  Einzug in die Literatur hielt, waren die meisten Projekte nicht so komplex wie unsere heutigen. Abgesehen vom Kölner Dom vielleicht: Der Bau wurde im Jahr 1248 begonnen und 1880 vollendet. Dazwischen lag eine 300 Jahre währende "Bauunterbrechung" (1528–1823). 😳 Die Bauarbeiten dauerten trotzdem gut 300 Jahre, also deutlich länger als ein Menschenleben. "Vermutlich nach dem Bau der Chinesischen Mauer handelt es sich weltweit um die längste Bauzeit eines Gebäudes." (Wikipedia)

Seit seiner Fertigstellung muss der Kölner Dom - wie jedes andere Gebäude auch - regelmäßig instandgehalten werden, und das kostet jährlich einiges. Deshalb gilt seit dem 1.7.26, dass touristische Besucher eine Eintrittsgebühr bezahlen: 12 EUR pro Besucher, 6 EUR für das reduzierte Ticket. Die Teilnahme an den Gottesdiensten ist weiterhin kostenfrei. "Außerhalb der Gottesdienstzeiten bleibt das Nordquerhaus des Domes für alle geöffnet, die den Dom zum persönlichen Gebet aufsuchen oder an der Schmuckmadonna eine Kerze entzünden möchten." (Homepage Kölner Dom

Gibt es bei Ihnen auch fotografische - oder andere - Langzeit-(Bau)Projekte?
Wie lange sammeln oder warten Sie schon? 😅

"Geduld ist eine wichtige Tugend, um erfolgreich zu sein. Besser richtig und hochwertig als schnell und halbherzig – das ist die Devise, für die "Gut Ding will Weile haben" steht." (Nordbayern) 😊 

Vielleicht ist so manche Aufschieberitis eine spezielle Form von Geduld, die wir nur noch nicht ganz verstanden haben? Ja, mit meiner Steuererklärung habe ich mittlerweile angefangen. 😅😎

Siehe auch:  Visuell orientiert, SeelenwäschereiSonnenschutz, EinblickSpiegelkabinettKalt-warmer Komplementärkontrast#Spiegelungen#Auto, #Lack, Bau(m)fortschrittBaufortschritt,  Fensterspiegelwand, Da fehlt ein Licht am Horizont!, Das Haus vom Klaus?Markant, Bücherzelle

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