Montag, 3. August 2026

Baustellenbaum

27 mm | 1/1900 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Baustelle  #Stadtentwicklung  #Gastronomie
#PilgersheimerStraße #München  #Untergiesing
#Sommer2026

In einer Stadt ist immer was zu tun, nicht nur Abriss und Neubau, sondern auch Instandhaltung. An diesem in die Jahre gekommenen Bürogebäude sind gerade die Fenster dran. Bevor das Gerüst hochgezogen wurde, gehörte diese Fassade zu einer meiner Lieblingsansichten: Das Design der warmtönigen rot-gelb-orangen Farbfelder nebst gleichfarbiger Markisen hat das ansonsten profane Gebäude richtig gut aussehen lassen. Was so ein bisschen Farbe ausmacht. 😉 Schauen Sie sich dazu das Motiv Sonnenschutz an. 

Formal betrachtet könnte das heutige Bild auch zur Sammlung #BaumRaum gehören, weil sich der Ahorn vor der Fassade visuell gut macht.  Allerdings ist er kein Solist, er steht entlang der gut drei Kilometer langen Straße mit vielen Artgenossen in Reih' und Glied, und somit nur exemplarisch für die gesamte, durchaus gelungene Gestaltung des Straßenzugs. 😊 Die Abendzeitung München bescheinigt der Straße, die durch zwei Stadtviertel führt, "überraschend viel Flair". 

Die Pilgersheimer Straße gibt es seit 170 Jahren (1856) und bei den Gebäuden handelt es sich um eine über die Zeit "gewachsene Struktur". Ein Naturdenkmal muss es laut Stadtgeschichte München auch irgendwann gegeben haben. Das ist wohl weg, aber Baudenkmäler gibt es einige: Mietshäuser in verschiedenen Baustilen, sowie eine Großwohnanlage, die nächstes Jahr ihren 100. Geburtstag feiert. Der architektonische Stil der neuen Sachlichkeit widmete sich der Zweckhaftigkeit und entstand in einer Zeit, in der erste Ansätze eines Industrial Design thematisiert wurden. Es gibt also viel Altbau zum Wohnen, allerdings in der schlichten Version, und dadurch auch (noch) bezahlbar. 

Einer der schickeren Altbauten war zwischen 2009 und 2013 saniert und mit Dachgeschosswohnungen ausgestattet worden. Im Zuge dieser Baumaßnahmen verschwand meine absolute Lieblingskneipe, die sich Burg Pilgersheim nannte. "Vorwiegend Studenten genießen im kleinen Biergarten riesige Portionen Schweinebraten", konnte man damals im Magazin PRINZ erfahren. Das ist an diesem Ort längst vorbei. 
Alles was gastronomisch danach kam, konnte weder mich noch meine Mutter oder gar meinen Mann überzeugen. Der damals schöne Biergarten ist verwaist, was ja auch besser ist, weil die Bewohner im renovierten Altbau weniger Lärm und Gestank erdulden müssen. Ein trauriger Anblick ist es trotzdem, und so geht man besser weiter zum Saletta Giesing, in den etwas versteckt liegenden Giesinger Garten oder gleich ins Gans Woanders, auch wenn es dort keinen Schweinebraten gibt. 😋 Kuchen, Pizza und Pommes tun es auch bisweilen.  

Nachdem sich das Viertel voll im Aufschwung befindet, und nach der Corona-Hölle auch wieder interessante Gastro-Neueröffnungen am Start sind, bleibt abzuwarten, wie es an diversen Ecken der Pilgersheimer Straße, aber auch drumherum weiter geht. Die Pilgersheimer war, ist und bleibt auf jeden Fall "Viel mehr als bloß das stadtbekannte Männerwohnheim." 

Mit der Fahrbahnerneuerung des Giesinger Bergs geht es mittlerweile auch sichtlich voran. 😎

Siehe auch: Sonnenschutz, Stillstand, StraßenzügeTante-Emma-Laden in der Zeitkapsel, VerschattungStraßenschluchtBaustellenkunst à la française?TiptopHier hat alles seine Ordnung, Wichtige Info, Nur zur InfoErneuerung, Der Sonne entgegen#BaumRaumSommerburger, Neue Konzepte, Winterrausch im Gans Woanders, Markant

Weiterführende Links

Gastro Tipps 2026 

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