Donnerstag, 9. April 2026

Erneuerung

19 mm | 1/1250 s | f2,2 | ISO 50 | Smartphone

#Straßenbau  #München  #Obergiesing
#Mobilität  #Baustelle  #Stadtentwicklung
#Frühling2026

Seit Mitte März hat sich der Giesinger Berg in eine Wahnsinnsbaustelle verwandelt. 😲 Die stark befahrene Kreuzung war immer schon ein Nadelöhr, jetzt ist sie es erst recht. Es wird bis Ende Dezember dauern, bis man hier wieder halbwegs flüssig durchkommt. Während des Umbaus kommt es in den Sommerferien sogar zu einer Komplettsperre. Darüber sind viele Leute 'not amused', und wollten alles so lassen, wie es war. Andere wiederum freuen sich über die Maßnahme, und zu denen gehöre in diesem Fall auch ich.

Nachdem es nicht gelungen war, die Bauarbeiten kurz vor den OB-Wahlen noch per Dringlichkeitsantrag zu stoppen, setzt das Baureferat nun "eine weitere Maßnahme des Radentscheids aus dem Jahr 2019 (!) um und verbessert die Radverkehrsführung durch neue und breitere Radwege. Ziel des Umbaus des Straßenraums Am Giesinger Berg ist es, die Verkehrssicherheit vor Ort zu verbessern", und danach wird an dieser Ecke "zum ersten mal eine oberirdische Querung möglich." 👍 (Abendzeitung) 

Möglich war eine oberirdische Überquerung bisher auch, aber eben verdammt gefährlich. 😨 2022 und 2023 sind an dieser Stelle zwei Radfahrer ums Leben gekommen.

Der Tunnel unter der Kreuzung ist nicht fahrradtauglich; für Fußgänger ist er definitiv sicherer, aber extrem umständlich, und nur sehr bedingt (teilweise) barrierefrei. Man muss fünfundzwanzig Treppen runter und wieder rauf, und durch den unmuggelig trüb beleuchteten Tunnel latschen, in dem auch mal Obdachlose ihr Nachtlager aufschlagen. Das stinkende Pissoir-Eck an der steilen Treppe zur Kirche war und ist für Passanten wahrlich kein Vergnügen. 😷 Dass sich auf der vom Verkehr umtosten Insel eine Grundschule befindet, ist der wichtigste Grund, die Wege im Umfeld endlich sicherer zu gestalten.  

Autofahrend von A nach B bekommt man von den Bedürfnissen und Nöten der Anwohner natürlich nichts mit. Ich verstehe den Ärger über den Stau, die hohen Umbaukosten amüsieren mich auch nicht, aber ich hoffe inständig, dass sich das neue Konzept hinterher in der Praxis bewährt. 
Heute nutzt jeder liebend gerne und völlig selbstverständlich die Münchner U-Bahn(en) und Tunnel am Mittleren Ring, für die sich Anwohner jahrelang die grässlichen Baustellen vor ihren Haustüren anschauen mussten. 😞 Kaum ist die eine weg, kommt schon die nächste: #ModernesLeben geht Hand in Hand mit der #Vergänglichkeit.

27 mm | 1/900 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone
 

#Baustellenpanorama im März 2026 

Dass der Vorgängerbau der heutigen Lutherkirche (links im Bild) an einer ganz anderen Stelle stand - etwa dort, wo sich heute die Grundschule befindet - und der Neubau sich der damaligen Straßenplanung unterordnete, wissen die Allerwenigsten. Solche Details erfährt man nur, wenn man Bücher liest und/oder historische Fotos zu sehen bekommt (Stadtgeschichte München). 😲
Der Gebäudekomplex, in dem mein Mann und ich heute wohnen, steht beispielsweise auf einem Grundstück, auf dem sich einstmals eine Fabrik, und eine Brauerei befanden. Es war und ist also das gleiche Phänomen, wie wir es heute im Agfa-Park, auf dem ehemaligen Osram- oder dem Paulaner-Gelände am Nockherberg erleben, nur Jahrzehnte früher. Solche Veränderungen fotografisch aus meiner eigenen Zeitkapsel-Perspektive zu dokumentieren, ist und bleibt eines meiner Steckenpferde. 😊 

Im Juni 2023 hatte ich über die Schließung der Universtitäts-Reitschule in Schwabing berichtet: Das Ende einer Ära, mittlereile ist eine neue angebrochen: Wissen Sie, was Pickleball ist? Eine Mischung aus Tennis, Badminton und Tischtennis. Nie davon gehört, aber "in den USA ist das die am schnellsten wachsende Sportart", erfahre ich beim Merkur. Zwei junge Studenten der TU München haben ein Startup gegründet, um diesen Freizeitsport nach München zu holen - in das "ikonische Gebäude" der ehemaligen Reitschule. 😲🏇🏸🎾🏓

Sicher gibt es auch in Ihrem Umfeld Beispiele für - mehr oder weniger willkommene - Erneuerungen. Welche davon haben Sie live miterlebt, begrüßt, hingenommen oder verabscheut? Haben Sie Ihren Wohnort schon einmal gewechselt, nachdem sich Ihr Umfeld komplett verändert hatte, oder wie lange hat es gedauert, bis Sie sich an die neuen Verhältnisse gewöhnt hatten?

Wir sind temporäre Gäste in einer sich stets dynamisch verändernden Welt. Manchmal gibt es Möglichkeiten gibt, sie mitzugestalten. Im Kleinen funktioniert das durchaus: Die Spontanbedarfserfüllungsmaschine hat sich beispielsweise nicht durchgesetzt. Da sind wohl die Kunden ausgeblieben...😁 Ob sich dieses Pickleball durchsetzt, werden wir sehen. 

  1. Herbst im Agfa-Park
  2. Osram-Gelände: Spargelzeit?, FensterspiegelwandWindows 2022-01-04
  3. Paulaner-Gelände am Nockherberg: Alles neu!  

Siehe auch: Hoch hinausTanz mit der Vergänglichkeit,  Giesinger MotivgebräuO'gmoit is!Stimmungsaufheller, Unter den WolkenGehen oder radeln?, Park-Platz für Fahr-Zeugs, Mobilitätsgrenze,  Es ist wieder Stau, Mobile Zukunftsforschung, Fotografisches Gedächtnis, Bahn frei, Bin Laden, Mit dem Lastenfahrrad ins Weltall?, Nur damit Sie wissen..., Stadtentwicklung live miterlebenFreiraum ohne Konsumzwang, Tante-Emma-Laden in der ZeitkapselDas Ende einer Ära

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