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| 27 mm | 1/25 s | f1,6 | ISO 500 | Smartphone |
#Knoten #Design
#Muttergeschichten
Die Lage an der Magen-Darm-Front im Pflegeheim ist weiterhin gemischt. Die gute Nachricht lautet aktuell, dass die Mutter gestern wieder aufrecht in ihrem Rollstuhl saß, und etwas frischer und kräftiger wirkte, als letzte Woche. Ihre Mahlzeiten nimmt sie immer noch im Zimmer ein, Sie kennen das: man geht nicht ins Büro, damit man die Kollegen nicht ansteckt, also dieses "Halten Sie Abstand!" Dingens. Wenn es ein Virus ist, den meine Mutter aufgeschnappt hatte, dann habe ich das Glück, dass der in meinem Körpersystem nicht wirkt.
Gut war auch, dass sie sich gleich einen halben Liter Limonade reingezischt, und einer dieser wirklich hilfsbereiten Pfleger für mich eine kleine Kanne verdammt guten Stationskaffee hingestellt hat. 😁☕👍 Angeblich ist der koffeeinfrei, hat aber trotzdem geschmeckt. 😋
Den weissblauen Osterstrauß konnte ich noch nicht abschmücken, was aber nicht weiter stört: Auch in den benachbarten Grünanlagen sieht man hier immer noch viel Osterdeko herumstehen oder in den Sträuchern hängen. Lange nach Weihnachten war mir zudem aufgefallen, dass viele Leute ihre weitgehend neutralen, wetterfesten Lichterketten diesmal gar nicht abmontiert hatten. Warum auch? Die sind in lauen Sommernächten eine genauso schöne Balkonbeleuchtung. 😍
Im Keller ist neulich noch ein anderes "Mutterdingens" aufgetaucht. Wenn Sie das Objekt im heutigen Foto nicht sofort selbst als das erkennen, was es ist, helfe ich Ihnen auf die Sprünge: Es handelt sich um ein "Lichtblick Duo Rollo ohne Bohren" in der Ausführung "natur". Man könnte auch sagen: Bambus-Raffrollo.
Dass es sich "ohne Bohren" am Fensterrahmen befestigen lässt, ist herstellerseitig nicht gelogen: Man kann die schlicht gehaltene Befestigung mit Hammer und Nagel in einen hölzernen Untergrund schlagen, was in Zeiten moderner Kunststofffensterrahmen nicht unbedingt zu empfehlen ist. Da gibt es längst intelligentere Montagelösungen, für die man überhaupt kein Werkzeug braucht. 👍Dieses nahezu neuwertige Raffrollo hatte sich schon einmal am Küchenfenster im Mutterhome befunden. Zu Beginn der Pflegephase hatte ich mir das Einverständnis meiner Mutter geholt, es durch ein halbtransparentes, weißes Raffrollo zu ersetzen, weil es mir in der Küche auf der Nordseite mit dem Bambus-Design schlichtweg zu finster war. Also wanderte das Objekt in den Keller, wo es ein paar Jahre in Frieden ruhte.
Während ich nun einerseits den Keller sukzessive ausmiste und andererseits die Inneneinrichtung modernisiere, wollte ich ausprobieren, ob sich dieses Rollo noch anderweitig einsetzen lässt. Um einen visuellen Test am geplanten Einsatzort durchzuführen, wollte ich den Sichtschutz auf seine volle Länge (150 cm) ausrollen. Bisher hatten 100 cm gereicht, um das Fenster zu verdecken. Und so war ich mit dem "Mutterdingens" konfrontiert. 😕
Für pragmatische Alltagsreparaturen wie diese hat jeder Mensch eigene Lösungen: Wackelt ein Tisch, legt man einen Bierdeckel unter das zu kurze Tischbein - oder eine passend zurechtgeschnitzte Scheibe aus einem Sektkorken. Darin war meine Mutter eine Meisterin, bei Raffrollo-Zugbändern lässt sich diese Technik leider nicht anwenden. 😏
Mein Mann hätte das Rollo-Seilzugproblem völlig anders gelöst, vielleicht sogar die Bänder gekürzt, weil bei ihm ein Ding, das einmal in der Wohnung montiert wurde, quasi für immer an genau derselben Stelle bleibt. Bei mir wiederum müssen die Dinge, die mich umgeben, damit rechnen, in mehr oder weniger kurzen Zeitabständen ihren Platz im Raum zu wechseln. Also müssen sie flexibel einsetzbar und miteinander kombinierbar sein, weshalb maßgenau gefertigte Wandschrankkombinationen in meiner Welt keine Glücksgefühle auslösen. Pressspanmöbel, die nach der zweiten Raumzeitverschiebung ächzend auseinanderbrechen, schätze ich ebensowenig. Sie glauben gar nicht, was richtig alte Schränke vom Flohmarkt alles aushalten. Manche davon sind mit mir schon fünfmal umgezogen. 😁
Genau wie meine Mutter und mein Mann habe ich es auch gerne ordentlich, vor allem aber müssen Dinge praktisch sein. Diese Raffrollobänder sind nicht praktisch und auch nicht besonders schön. Das Bambusrollo an sich ist zudem ein Ding, das mich schwer an den Schick der 1980er Jahre erinnert. Der scheint wieder oder immer noch im Trend zu liegen, denn man bekommt diese Produkte sehr schnell angeboten, sobald man im Internetz nach einem Sichtschutz fürs Fenster sucht. Mit ein bisschen Phantasie kann ich mir einreden, dass eine Regalabdeckung aus Bambusstäben im Idealfall eine japanisch anmutende, visuelle Ruhe ausstrahlt, aber das ist eine Frage des Gesamtdesigns, und das ist eher mein "gordischer Knoten". 😅
Die Redewendung „den gordischen Knoten durchschlagen“ oder „den gordischen Knoten lösen“ steht heutzutage für die Überwindung eines schwierigen Problems mit energischen beziehungsweise unkonventionellen Mitteln. (Wikipedia)
Nun ja... "unkonventionell" trifft es in jedem Fall. In meinem Kreativaum sind Design-Experimente an der Tagsordnung, was wohl daran liegt, dass ich in einem Mutterkosmos mit unkonventionellen Lösungen aufgewachsen bin. 😂
Wie haben Sie sich zuhause oder in Ihrem Büro eingerichtet? Worauf legen Sie Wert, und wie oft stellen Sie Ihre Möbel um? 😊 Neigen Sie eher zum klassischen Design, zum Minimalismus oder kombinieren Sie auch mal Dinge, die eigentlich nicht zusammengehören?
Siehe auch: Baby, es gibt Reis?, #Muttergeschichten
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Weiterführende Links
- Gordischer Knoten - Wikipedia
- Tatami-Matten - Wikipedia, Futonwerkstatt Shop

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