Dienstag, 8. April 2025

Lebenslagen

26 mm | 1/25 s | f2,2 | ISO 400 | Smartphone

#Renovierung

Diese Wand erstrahlt längst in frischem Weiß, und wie Sie beim Anblick dieses "Vorher-Fotos" unschwer erkennen können, war der Neuanstrich wahrlich kein überflüssiger Luxus. 😒 In Anbetracht des Aufwands sehe ich ein, dass Malerarbeiten in Anwesenheit meiner Mutter schlichtweg undurchführbar weil unzumutbar gewesen wären. Aber wie lange kann man das durchziehen?

Während unserer Bremen-Reise waren mein Mann und ich in diversen Häusern zu Gast. Das Spektrum reichte vom schicken Neubau über einen über mehrere Jahre hinweg grundsanierten Altbau, bis hin zum Elternhaus meines Mannes, in dem die letzten Renovierungsarbeiten eine gute Weile zurückliegen. Verschiedene Baujahre, verschiedene Generationen, und deren unterschiedliche Einrichtungs- und Lebensstile haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Jeder richtet sich ganz individuell ein, wie es gerade zur jeweiligen Lebensphase passt, und die Bedürfnisse ändern sich über die Jahre immer wieder: Aus einem ehemaligen Kinderzimmer wird ein Büro oder Gästezimmer, im Keller ist vielleicht Platz für einen Hobbyraum. Bei Altbauten kann man gegebenenfalls Wände durchbrechen, um die ehemals winzig kleinen Zimmerchen in moderner wirkende, großzügigere Räume umzubauen. Neben den Kosten steckt überall viel Arbeit drin, und auch viel Herzblut. Als Mieter kann man zwar keine Wände rausreißen, aber einrichtungstechnisch auch eine Menge gestalten.

Beim Anblick der Häuser war ich froh, dass wir uns für eine Wohnung entschieden haben. Wohnen auf oder über mehreren Etagen wird spätestens im Alter zum Problem, auch wenn es Treppenlifte gibt. Vor Jahren hatten wir als Mieter eine Hausvariante mit Garten ausprobiert, und ziemlich schnell erkannt, dass es nicht zu uns passt. Unkraut rupfen, Rasen mähen... Andere Menschen blühen bei der Gartenarbeit erst richtig auf. Das ist eine Geschmackssache, die sich dann auch beim Essen bemerkbar macht. 😋

Wieviel Dinge sich schon in einer (kleinen) Wohnung ansammeln können, habe ich gerade live erfahren. Je größer die bewohnten Räumlichkeiten sind, desto unscheinbarer wirkt deren Inhalt. Je weniger Platz man hat, desto besser ist das, würde ich aktuell behaupten wollen. 😅 Man muss sich nicht um so viele Dinge kümmern, und vor allem viel weniger Fläche putzen.

Vor dem Hintergrund meiner Renovierungsaktion und den Mutterbesuchen im Pflegeheim waren diese Hausbesichtigungen für mich also gleichermaßen inspirierend wie lehrreich. Ein Tisch mit bequemen Sitzgelegenheiten war überall das zentrale Element für schöne Begegnungen, egal ob das Ensemble auf der Terrasse, in der Küche, oder in einem anderen Zimmer stand. 😊 Ein Arbeitstisch für mich wäre mittlerweile auch mal wieder fein...

Siehe auch: Bild gefällig?Ausgemustert, Plakative Leere, Materie bindet, Jeden Tag ein Ding, Erst die Arbeit, dann..., Alter Krimskrams, Erbstücke, Form follows function?, Schau-Fenster (11)Zimmerpflanzentrend, Wunschberuf: Gärtner*in, Kleinod, Tanz mit der Vergänglichkeit

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