Freitag, 31. Dezember 2021

Gscheidhaferl

Gscheid bedeutet nichts anderes als gescheit (klug), woraus im bayerischen und im schwäbischen Dialekt das Wort gscheid wird.

Ein Haferl bezeichnet im bayerisch-österreichischen Sprachraum eine Tasse. Obwohl die Endung für eine Verniedlichung und Verkleinerung steht, handelt es sich beim Haferl um eine große Tasse, darum wird man in der bayerischen Gastronomie auch gerne einmal gefragt, ob man eine Tasse oder ein Haferl Kaffee möchte. 

Der Begriff Gscheidhaferl bezeichnet Menschen, die zu jedem noch so verschwindend geringen Fakt stets etwas beizutragen haben, und zumeist ein Quäntchen mehr und "Fundierteres" dazu zu sagen haben. Übersetzung: "Besserwisser" oder "Klugscheißer". Hier sind sie richtig, hier werden Sie geholfen.

Darauf ein Haferl von der gscheiden Krönung und nebenbei: Einen guten Rutsch. 😁 

#Bayrischkurs

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Unsichtbar!?

 

Haben Sie Lust auf ein kleines Experiment? Auf diesem Foto gibt es etwas, das ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal gesehen habe, und das, obwohl ich an diesem Spielplatz beinahe täglich vorbei komme, und hier schon unzählige Male fotografiert habe. Vielleicht entdecken Sie es sofort, vielleicht auch nicht. Bei einem Foto ist die Suche wahrscheinlich einfacher als in der "Realität", denn an diesem Ort gibt es unglaublich viel zu entdecken. 

So sieht das aus, wenn man mittendrin steht, und den Bildrahmen noch nicht auf das kleine Hexenhaus reduziert:


Diese Panorama-Ansicht ist wiederum nur ein Ausschnitt aus der großen Spielplatz-Szene... Hier gibt es also richtig viel visuelle Information, mit unglaublich vielen Details. Was also hat mich so verblüfft?

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Bitterböse

Don't look up.

"Überzeichnet und doch gnadenlos realistisch", schreibt der Weser-Kurier über diesen Film, der vorgestern bei Netflix die Nummer 1 in Deutschland war. Er läuft derzeit sogar in einigen Kinos. Worum geht's?

Zwei mittelmäßige Astronomen entdecken, dass in wenigen Monaten ein Asteroid den Planeten Erde zerstören wird. Von diesem Moment an müssen sie die Menschheit über die Medien vor der kommenden Gefahr warnen, doch die meisten finden sie unglaubwürdig. 

Natürlich handelt es sich um eine Anspielung auf den Umgang mit der Klimakatastrophe. Die Meinungen des Publikums über diesen Film sind geteilt, da kann man viel hinein interpretieren, und ich will nicht spoilern. Uns hat gefallen, wie die Mechanismen unseres modernen Zeitalters bitterböse aufs Korn genommen werden. Mich hat er entfernt an "Wag the Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" aus dem Jahr 1997 erinnert. Zeit für ein Update..?


Dienstag, 28. Dezember 2021

Nein, nein, nein...

 

Es gibt kein schlechtes Wetter.

#Dezember  #Winter  #Regen  #NasseFüße

Montag, 27. Dezember 2021

Zwischen den Jahren

 

 Wünsche dir nicht, dass es einfacher wird.
Wünsche dir, dass du stärker wirst.

Jim Rohn

Sonntag, 26. Dezember 2021

Atsvents, 5

 

Ach so, vorbei. Es gibt ja gar keinen fünften Atsvents. 

Sonntags früh joggen behalte ich trotzdem bei.

😏💪

Samstag, 25. Dezember 2021

Der Name ist Programm

  

#Streugut ist eines dieser wunderbaren deutschen Wörter, von denen ich gar nicht genug kriegen kann. Streu gut. Hoffentlich machen die das dann auch, wenn es wieder glatt und eisig ist. 😄

Schütt*gut, Lauf*Schuh, Gebär*Mutter, Lach*Sack, Wein*Gummi...

Ich bin ja mal gespannt, was Google Translate jetzt mit diesen Begriffen anstellt, wenn ich sie ins Englische übersetzen lasse. Neulich hatte ich geschrieben: "Treten Sie einen Hamsterkauf los." Da hat diese Maschine den englischsprachigen Leser*innen (😁) doch tatsächlich empfohlen, dass sie einen Hamster kaufen sollen. Ts. Kann ich was dafür, dass im anglo-amerikanischen Raum jetzt keine Hamster mehr zu kriegen sind? Das ist aber auch eine verrückte Welt.

#LustigeWörter

Freitag, 24. Dezember 2021

Morgenleucht

  

    

Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind,
dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.

Sokrates

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Moment mal! Sieht der nicht aus wie...

 

Vetter Itt!! 

... ist eine fiktive Figur in der Fernseh- und Filmserie Addams Family. Er wurde speziell für die Fernsehserie von 1964 entwickelt und ist eine regelmäßige Nebenfigur in nachfolgenden Kino-, Fernseh- und Bühnenadaptionen.

#Popkultur 

Bilder von Vetter Itt (Google-Suche)

 

#Muttergeschichten

Meine Mutter sitzt in ihrem Sessel, während sich der Physiotherapeut alle Mühe gibt, sie ein bisschen zum Mit-Turnen zu animieren. Helga hat keine Lust. Sie will sich lieber unterhalten. Im Fernsehen ist gerade Christian Lindner zu sehen. Der hat sich den langsam zurückweichenden Haaransatz neu machen lassen, das ist schon ein paar Jahre her, aber meine Mutter hat das nicht vergessen.

"Schau, der Christian Lindner", sagt sie, und zeigt auf den Bildschirm, "der hat sich die Haare neu machen lassen, damit er jünger aussieht."

Der Physiotherapeut kennt sich aus, der ist gescheit. Den kann man alles fragen, der weiß alles. Helga hat mit ihm schon oft über seine Frisur gesprochen, denn sie ist der Ansicht, dass sich der junge Mann seine Haare nicht immer so kurz abrasieren sollte. Da sind also zwei Haar- und Frisurenexperten unter sich. Die Therapie pausiert, sie fachsimpeln über Haarverpflanzungen.

"Wie heißt das gleich noch?", fragt meine Mutter. 

"Haartransplantation", sage ich.

"Ja, genau!" Dieses Wort hat ihr gefehlt. "Haartransplantation!"

Der Physio nickt wissend. Er erklärt uns, dass man bei so einer OP die zu transplantierenden Haare gerne vom Po nimmt, weil diese Haare auch auf dem Kopf besser wachsen, und somit haltbarer sind.

"Ach", sage ich, "da bekommt der Begriff Arschfrisur gleich eine ganz neue Dimension."

Man lernt nie aus. Wofür Physiotherapie nicht alles gut ist!

 

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Eiszeit

  

#saukalt  #klammeFinger  #Eis  #Herbstlaub  #Winter
#Details  #Formen  #Strukturen  #Muster  #Farben

siehe auch: Still-Leben

Dienstag, 21. Dezember 2021

Wintersonnenwende


Heute, am 21. Dezember ist Wintersonnenwende, der astronomische Winteranfang und somit der "kürzeste Tag" des Jahres. Auf ihrer Runde um die Sonne erreicht die Erde den Punkt, an dem sich die Nordhalbkugel durch die schrägstehende Erdachse maximal von der Sonne weg neigt. Aus unserem Blickwinkel erreicht die Sonne zu diesem Zeitpunkt ihre südlichste Stelle. In München ist das um 16.59 Uhr. Hier geht die Sonne um 8.01 Uhr auf, und um 16.22 Uhr wieder unter. Dazwischen liegen nur acht Stunden und 21 Minuten. Die darauf folgende Nacht ist mit fast 16 Stunden die längste des Jahres.

Während der Tag der Wintersonnenwende, meist der 21. Dezember, wirklich der kürzeste Tag ist, findet der früheste Sonnenuntergang schon um den 12. Dezember statt. 

Montag, 20. Dezember 2021

Frau Holle ist verreist

Schon wieder eine Rose - kurz vor Weihnachten. Das scheint heuer normal zu sein, oder mir ist in den letzten Jahren nicht aufgefallen, dass es so etwas häufiger gibt. Die Kinderschlitten im Kellerfenster werden heuer an Weihnachten wohl nicht zum Einsatz kommen.

Sprechen Sie auf der Straße mit fremden Menschen? Ich tue das gelegentlich. So hatte ich erfahren, dass der Hundespaziergänger, den ich lange nicht mehr getroffen hatte, zum Hobby-Imker geworden war. Vor drei oder vier Jahren kam er mir mit einem Eimer bewaffnet entgegen. Damals war auf der Suche nach seinem Bienenvolk, das ausgebüchst war. Als wir uns vor etwa vierzehn Tagen wieder einmal begegneten, fragte ich nach seinen Bienen. Er erzählte mir, dass sie in diesem Jahr überhaupt keinen Honig produziert hatten, und dass er über den gesamten Sommer sehr viel Zucker zugefüttert hatte, um die Insekten am Leben zu erhalten. Er war sich noch nicht sicher, ob er sie nun über den Winter bringt. 

2021 war hierzulande kalt, die Blütezeit der meisten Pflanzen extrem kurz. Es war - unabhängig  vom grauslichen Wetter - für mich eines der schlimmsten Jahre, die ich je erlebt habe. Ich versuche diese Zeit mit Fotografie und Galgenhumor durchzustehen, und weiterhin jeden Tag etwas zu entdecken, das den Titel "betrachtenswert" verdient. Vielleicht wollen Sie sich dieser Übung anschließen, vielleicht machen Sie schon etwas Vergleichbares, oder etwas ganz anderes, das auch betrachtenswert ist? Schreiben Sie gerne einen Kommentar oder schicken Sie mir eine Nachricht. Jeder Lichtblick ist willkommen. 😊🙏

Sonntag, 19. Dezember 2021

Atsvents, 4


  #Herbst  #Winter  #Advent

Samstag, 18. Dezember 2021

Happy Birthday, Steven Spielberg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie Filme gucken: Interessiert es Sie dann, wer sie gemacht hat? Ganz früher war mir das egal, Hauptsache der Film war gut. Mittlerweile schaue ich genauer hin. Wer ist verantwortlich für Regie, Drehbuch, Produktion? Welche Schauspieler:innen spielen mit? Wer hat die Filmmusik komponiert? 

Bei Steven Spielberg ist die Liste der wirklich hervorragenden Filme sehr lang. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag, und ich hoffe, dass er noch möglichst viele aktive Jahre dranhängen kann, um uns mit noch mehr tollen Filmen zu beglücken. 

Besonders beeindruckend ist für mich die große Bandbreite an Themen, denen sich Spielberg in seiner langen Karriere gewidmet hat. 

Freitag, 17. Dezember 2021

Regelwerk

  

Alles richtig gemacht:
Beim abgestellten Fahrzeug handelt es sich weder um ein Fahrrad, noch um ein Motorrad

Ob das hier weiterhelfen würde...?
(Andi Scheuer gefällt das.)

Ich biete ab 2022 Kurse an: "Tanz dein E-Roller"!
Mach mit, damit dein Nachbar sein SUV ausparken kann.

😎

 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Dornröschen

Mitten im Dezember noch eine blühende Rose? Ich weiß nicht, ob das ungewöhnlich ist. Das Fotomotiv weckte bei mir Assoziationen an das Märchen vom Dornröschen. Dabei fiel mir auf, dass ich die Details dieser Geschichte weitgehend vergessen hatte. Geblieben ist: Eine Prinzessin fällt wegen eines Fluchs in einen tiefen Schlaf. Nach hundert Jahren schafft es ein Prinz, die Dornenhecke, die das verwunschene Schloß umgibt, zu überwinden. Er küsst die Schlafende wach, dann wird geheiratet, und ... sie lebten vergnügt bis an ihr Ende.

Als Kind habe ich Märchen geliebt, sie waren gruselig und spannend, und sie gingen meistens gut aus, jedenfalls die von den Gebrüdern Grimm. Wenn ich die Geschichten heute lese, merke ich, wie lückenhaft mein Gedächtnis ist. Bei Aschenputtel wusste ich wenigstens noch, dass vor dem Happy End irgendetwas mit einer bösen Stiefmutter und bösen Stiefschwestern im Gange gewesen war. Schneewittchen war die mit dem vergifteten Apfel. In den meisten Märchen braucht man als erstes irgendwelche Bösewichte, die den oder die (stets gute) Held:in in eine unangenehme Situation bringen, aus der sie anschließend befreit und erlöst werden müssen. Das nennt man auch die "klassische Heldenreise", ein typisches Erzählmuster, das gut funktioniert. Es ist ganz oft banal und ohne spannende Wendungen. Da lobe ich mir TV-Serien wie Breaking Bad, mit etwas differenzierteren Charakteren und unerwarteten Handlungsverläufen, sogenannten "Spins".

Aber zurück zu Dornröschen. Warum war sie eingeschlafen? Kurz gesagt: da war jemand sauer. Aber warum? 

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Hat da jemand gepupst?

Entschuldigen Sie den Ausdruck. Ich war mir nicht ganz sicher, wie man das Wort pupsen schreibt, und ob es wirklich gebräuchlich ist. Deswegen habe ich eine Google-Suche losgeschickt, und ... nein, Sie wollen nicht wissen, welche "ähnlichen Fragen" von Internetbenutzer:innen dazu gestellt wurden. Oder doch?

Dienstag, 14. Dezember 2021

Rote Karte


#Wellenbrecher  #Graffiti 

Montag, 13. Dezember 2021

Atsvents, 3

 #Herbst  #Winter  #Advent

Samstag, 11. Dezember 2021

Lustig

 

"Der neue Koalitionsvertrag könnte von mir sein."
Andi Scheuer

"Dem Radverkehr, einem meiner Schwerpunkte, sind nur viereinhalb Zeilen gewidmet - das ist eine blanke Enttäuschung. Ich hätte wenigstens ein Kapitel dazu hingebracht. Ich frage mich, wo die Grünen bei ..."

#Realsatire

(Donaukurier)

Freitag, 10. Dezember 2021

Kundenorientierung oder: Wenn Blicke töten könnten

Die Hausärztin hat meiner Mutter neue Medikamente verschrieben, weil sie bei der Einnahme ihres Cholesterinsenkers immer husten muss (bekannte Nebenwirkung), und weil sie für den entwässernden Blutdrucksenker eine temporäre Ergänzung braucht. Ich muss also nochmal in die Apotheke und das Zeug abholen. 

Es gibt drei Kassen, zwei sind besetzt, und ich merke schnell: Das dauert. Es dauert fast immer, wenn ich in dieser Apotheke irgendetwas brauche, selbst wenn ich die einzige Kundin im Laden und sofort dran bin. Das stets wechselnde Personal, und es ist erstaunlich zahlreich,  gibt zunächst mit ernstem Blick die Rezeptinformationen in den Computer ein. Danach verschwindet es in den Untiefen der Nebenräume. Ich weiß nicht, wie dieser Laden seine Lagerbestände verwaltet und verstaut, aber es muss aufwändig sein. Die machen alles zu Fuß? Ich glaube an diesen Nebenraum schließen sich noch diverse Kellergewölbe an, anders lässt es sich nicht erklären, dass es jedes Mal so lange dauert, bis sie mit der Ware zum Tresen zurückfinden.

Wenn sie nach gefühlten Stunden von ihrer Mission zurückkehren, scannen sie die Barcodes der Verpackungen ein. Schweigend und hochkonzentriert starren sie dabei auf ihren Monitor. Ich glaube sie sind mit Timm Thaler verwandt, der sein Lächeln bekanntlich verkauft hatte. Während sie in ihre wichtige Arbeit vertieft sind, vergessen sie manchmal die Kundenkarte einzuscannen, die ich zusammen mit den Rezepten hingelegt habe. Oft haben sie nicht gehört, oder schon wieder vergessen, was ich bei Übergabe der Dokumente mitgeteilt hatte. Zum Beispiel: Das sind zwei Rezepte, eins geht auf die Kundenkarte meiner Mutter, das andere ist für mich. Bitte separat abrechnen. Nein. Ah, Storno und alles nochmal von vorne. Aber das auch wieder nur, nachdem eine in der Rangordnung höherstehende Person aus den nebenräumlichen Untiefen herbeigerufen wurde, weil die Mitarbeiterin am Tresen entweder nicht stornobefugt ist, oder weil sie nicht weiß, welchen Knopf sie an der Kasse hätte drücken müssen. Und herrje, die Rechnung für den Kartenleser war auch schon im System... Das muss separat rückgängig gemacht werden. Was lernt man eigentlich im Pharmazie-Studium? Kundenservice definitiv nicht.

Der Laden verursacht bei mir regelmäßig unhörbare Schreikrämpfe, eine Implosion der Verzweiflung, weil ich mich jedes Mal frage: Leute, wo habt ihr euren Kopf, und wo bitte kann man bei euch mal den Turbo anwerfen!? Wieso kann man diesen ganzen Ich-hole-nur-ein-Medikament-auf-Rezept-Vorgang nicht digitalisieren und einen Automaten hinstellen? Der wäre vermutlich freundlicher, es ginge einfacher und schneller, und man könnte die Personalkosten für wandelnde Zombies sparen.

Ich stehe also brav in der Warteschlange und warte. 

Auf- und Abgründe

 Was meinte Nietzsche damit, als er sagte
"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,
blickt der Abgrund auch in dich hinein"?

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Der große Rausch

 

"Heroin und Kokain haben in der Weltwirtschaft genauso viel Gewicht wie Erdöl und Textilien. Für die Entstehung der mächtigen Drogenkartelle sind die Kolonialmächte ebenso verantwortlich wie Pharmaunternehmen, Bankensysteme und Geheimdienste der ganzen Welt. In drei Folgen zeichnet ARTE die Geschichte des globalen Drogenhandels nach." (ARTE)

Wollen Sie ein bisschen besser verstehen, wie unsere Welt funktioniert? Dann nehmen Sie sich Zeit für diese drei Filme. Sie wurden gerade auf Phoenix wiederholt, und sind bis März 2022 in der ARTE-Mediathek verfügbar. 

#Hintergrundwissen  #Gesellschaft  #Soziales  #Zeitgeschichte

Wird Cannabis hierzulande bald legalisiert? 

Dienstag, 7. Dezember 2021

Zellstoffjunkies

 

Als ich ein kleines Kind war, gab es diese tollen Papiertaschentücher noch nicht. Entweder kannte meine Mutter sie nicht, oder sie waren ihr zu teuer? Es gab ja Stofftaschentücher! Ja, igitt. Aber so war das - es war das traditionelle Gegenstück zur Stoffserviette. Nach mehrfachem Gebrauch landeten diese anachronistischen Taschentücher in der Waschmaschine, anschließend wurden sie gebügelt, und ich bekam sie wieder in den Kindergarten oder in die Schule mit. Nach vielen Jahren Ekeltraining zogen auch in unserem Haushalt die Päckchen von Tempo oder Ja! ein, die Softies, und wie sie nicht alle hießen und heißen. Anfangs bekam man die Packungen nur schlecht auf, bis endlich die wiederverschließbaren Zehnerpacks Standard wurden. Die Verpackungen waren immer noch potthässlich, aber praktisch, und das Produkt an sich ist definitiv hygienischer als es die alten Stofftücher jemals sein konnten.

Irgendwann kam jemand auf die Idee, dass man die Verpackungen von Wegwerftüchlein nicht nur mit Firmenlogos und Werbung bedrucken, sondern auch ein bisschen hübscher gestalten könnte. Und voilà, heute achte ich beim Einkaufen auf ein halbwegs hübsches Verpackungsdesign. Das ist umso wichtiger, wenn die Päckchen in der Wohnung herumliegen. Mitunter sind es kleine Kunstwerke, die nach bestimmungsgemäßem Gebrauch des Inhalts in die Mülltonne wandern. Wahrscheinlich gibt es Leute, die so etwas sogar sammeln. Achten Sie einmal auf die "Limited Edition" Ausgaben im Drogeriemarkt, besonders beliebt auch zur Weihnachtszeit!

Montag, 6. Dezember 2021

Atsvents, 2

 #Herbst  #Winter  #Advent

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Daniel-Day-Lewis-Momente

 

Vor einiger Zeit lief auf arte eine Dokumentation über den Schauspieler Daniel Day-Lewis. Er ist bisher der einzige Schauspieler, der dreimal mit dem Oscar in der Kategorie bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Die Dokumentation zeichnet den Lebensweg und die besondere Arbeitsweise des Schauspielers nach. In vielen Interviews kommt er selbst zu Wort.

1989 spielte er am National Theatre in London den Hamlet. Nach drei Wochen Spielzeit hatte er in der Szene, als Hamlet dem Geist seines Vaters begegnet, auf der Bühne einen Zusammenbruch. Er brach in Tränen aus, verließ die Bühne vor Ende des ersten Akts, und betrat danach nie wieder eine Theaterbühne. 

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Teuflisch gut

Schon vor etwa fünfzehn Jahren hatte ich mich im Zusammenhang mit dem Thema "Bildsprache" über die psychologischen Wirkmechanismen von Bildern und Werbung im Allgemeinen intensiv beschäftigt. Und schon damals wussten Marketingstrategen sehr genau, wie sie ihre Beute am besten ködern: Neuromarketing heißt das Zauberwort. Es trifft Sie unterhalb der Gürtellinie.

Dazu empfehle ich Ihnen einen aktuellen TV-Beitrag aus der Sendereihe Xenius: Kaufrausch. Wenn Sie glauben, dass Sie beim Einkaufen Ihrem Verstand folgen, oder nur das besorgen, was auf Ihrem Einkaufszettel steht, dann lassen Sie sich überraschen. Benutzen Sie Ihren Verstand, um eine mentale Transferleistung zu erbringen: Halten Sie es eventuell für möglich, dass die Methoden des Neuromarketings auch in ganz anderen Lebensbereichen angewendet werden? Nein? Das würde niemand machen, ganz genau. Schauen Sie sich mal an, wieviele Bücher es dazu gibt. Oder denken Sie an Cambridge Analytica. 😏

Xenius: Kaufrausch (ARD Mediathek) - Besonders interessant wird es ab Minute 12:00:

"Mein Kopf ist der Pressesprecher, der das mitteilt, was der Bauch entschieden hat. Hundertprozentig. (...) Rabatt wirkt wie Kokain, das haben Hirnforscher auch schon nachgewiesen."

Da fragt man sich schon: Wer ist eigentlich der vielzitierte "Herr im Haus" - also die Instanz in uns selbst, die uns bei täglichen Entscheidungen begleitet und leitet? Wenn wir schon beim Anblick eines Rabattzeichens "wie auf Koks" reagieren, dann möchte ich lieber ganz genau wissen, was sonst noch so alles in meinem Kopf und in meinem Bauch passiert, zum Beispiel während ich vor einem Zeitungskasten stehe, oder wenn bei meiner Mutter Bild-TV über den Fernsehmonitor flimmert. Wir können diesem Bombardement nicht entgehen, aber wir können unseren Verstand benutzen, um es zu erkennen. Achtsamkeit ist auch sehr hilfreich. 

So heißt denn auch ein Buch: "Der Überredungscode: Wie Neuromarketing Ihnen helfen kann, jeden, überall und jederzeit zu überzeugen". Ich glaube das kaufe ich mir, das gibt's momentan aber nur auf Englisch. Bei Amazon, wo sonst?

Dazu passt: 

Dienstag, 30. November 2021

Fährtenleser

 

Die Krähe geht im Schnee spazieren...

Bemerkenswert riesige Krallen haben diese Federviecher.
Denken Sie jetzt nicht an Alfred Hitchcock...

Trailer 1964 Youtube - Sie glauben nicht, was Sie da hören (Satire!)

Den "richtigen" Trailer gibt es hier, ebenfalls Youtube.

Montag, 29. November 2021

Atsvents, 1

Da muss man gar nicht auf den Weihnachtsmarkt,
die Natur liefert die Deko gratis frei Haus.

Amazon gefällt das nicht, mir gefällt das schon.

#Herbst  #Winter  #Advent

Samstag, 27. November 2021

Moosianna!

 

#Herbst  #Moos  #Farbklecks

Freitag, 26. November 2021

Dumme Ideen

"Ich lasse mir einen Amazon-Katalog auf Papier ausdrucken", sagt mein Mann unvermittelt. "Das wär' doch was. Wieviele Seiten der wohl hätte?"
Ich schaue ihn erstaunt an. Normalerweise bin ich diejenige, die solche Ideen herausposaunt.
"Ein Telefonbuch wird nicht reichen", sinniert er weiter.
Bestimmt gibt es eine App, mit der man den Materialbedarf ausrechnen könnte, denke ich, aber das Handy meines Mannes ist fünfzehn Jahre alt, und weiß gar nicht, was eine App ist.
"Die Amazons könnten ihre Verpackungskartons wieder einsammeln, und darauf dann ihren Katalog drucken", schlage ich vor. "Ein Exemplar pro Haushalt, frei Haus, in recyclingfähigem Plastik verschweißt. Falls das Internet und der Strom ausfallen kann man bei Kerzenschein schön im Katalog blättern. Ganz wie früher, bei Otto, Quelle und Neckermann."
Als hätte uns das TV-Gerät belauscht, flimmert ein Beitrag über den aktuellen Rohstoffmangel über den Bildschirm. Wir lernen: Papier und Pappe sind gerade echt knapp.
"Komisch", sage ich. "Pappe und Papier sind Mangelware? Bei uns liegt das Zeug massenhaft in der Papiertonne. Sollen wir denen mal Bescheid sagen? Vielleicht kriegen wir Finderlohn."
Den brauchen wir auch, bei der aktuellen Inflationsrate. Wir lernen, dass der Preis für das Windlicht Louisiana XXL von 99,- auf 189,- Euro gestiegen ist.
"Mist!", rufe ich, "genau das wollte ich gerade bestellen. Es ist wirklich eine Schande. Hoffentlich lassen sie die Atomkraftwerke weiterlaufen, sonst sitzen wir nächstes Jahr bei Kälte im Dunklen und haben kein Windlicht, um die Amazon-Katalogseiten zu beleuchten."
"Ich ruf da jetzt an", sagt mein Mann.
"Wo?"
"Bei Amazon. Die sollen mir ein Atomkraftwerk schicken."
"Ja, aber sag denen auch gleich, dass sie es nicht in China fertigen lassen sollen!"
"Warum?"
"
Mal gibt es in den Herkunftsländern wie in China keinen Strom, mal sind die Rohmaterialien wahnsinnig teuer geworden. Mal ist die Fracht unglaublich teuer. Und aus dieser Gesamtheit wird es eben fürchterlich teuer", tönt es aus dem Fernseher. "Das merken die Kunden dann ab Januar: Plus 25 Prozent im Durchschnitt."
"Weißt du was?", sage ich, "wir bestellen das Kraftwerk gleich jetzt, am Black Friday, dann haben wir es schon mal - zum Schnäppchenpreis. Nächstes Jahr verkaufen wir dann unseren überschüssigen Atomstrom an der Strombörse und gleichen damit die Inflationsrate aus."
"Geht nicht", sagt mein Mann.
"Wieso?" Ich fand die Idee so super und auch so innovativ.
Er schüttelt bedauernd den Kopf: "Das Kraftwerk gibt's nur im gedruckten Amazon-Katalog."

Donnerstag, 25. November 2021

Dienstag, 23. November 2021

Montag, 22. November 2021

Pacman

 

In meiner Jugend waren der Wackeldackel und ein gehäkelter Klopapierrollenüberzug im Rückfenster eines Kraftfahrzeugs ein absolut üblicher Anblick. Das war dann mal weg, dafür kam der Wunderbaum. Er hat sich im modernen Straßenbild gewissermaßen als dekorativer Standard etabliert. Ergänzt wurde er im Jahr 2019 zunächst mit einer sogenannten OP-Maske, die als neues Design-Element für den Kfz-Innenraum für Furore sorgte. Eine Weiterentwicklung dieser ästhetisch und praktisch wirkungsvollen Kombination ist der sogenannte "FFP2-Pacman". So kann der Wunderbaum- erhältlich in verschiedenen Farb- und Duftnoten - seine wundersame Wirkung nicht nur im gut geschützten und hermetisch abgeschlossenen Fahrzeuginnenraum entfalten, sondern auch seinem flatternden Gegenüber eine längere Lebensdauer verleihen. Das wiederum sorgt für mehr Tragekomfort und führt zu positiven psychologischen Nebeneffekten: Mit einem nach Wunderbaum duftenden Mund- und Nasenschutz fühlen sich Maskentragende so sicher und geborgen wie in ihrem Auto. Der olfaktorische Anker macht's möglich. 

Geflügelte Worte (1)

Im neuesten Videospiel hat mein Mann ein Fahrzeug gefunden, das ganz interessant, weil geländegängig aussieht. Er fährt es in die Sammelgarage. Das komische Vehikel lässt sich offensichtlich schwer steuern, er bleibt beim Abbiegen dreimal in den virtuellen Leitplanken oder im Gebüsch hängen. Gut, dass ich nicht an der Konsole sitze. 😅 Schließlich steht der Buggy am Abgabeort und wird im Inventar gespeichert. Um das Auto für spätere Einsätze zu optimieren, schaut mein Mann im Menü nach, ob man es irgendwie verbessern kann: Griffigere Reifen, stärkerer Motor, mehr Beschleunigung, ein Rammgitter für gezielte Kollisionen? Nein, das geht bei diesem Fahrzeugtyp nicht. Die Fahrzeugbeschreibung lautet auch ganz lakonisch: Für Touristen, die jeden Wisch unterschreiben.  

"Ach, ich fahre sowieso nicht Auto", erklärt mein Mann kurzerhand. "Und wenn, dann nehme ich den Panzer."

Ich überlege, in welchen realen Situationen ich dieses neue geflügelte Wort künftig einsetzen könnte. In diesem Spiel hat man übrigens auch ein Kampfkrokodil als Begleiter. Es kann sich selbst automatisch wiederbeleben. Wenn ich hier also versehentlich dieses Krokodil überfahre, steht es anschließend wieder auf. 😁 Und wenn die Spielfigur eine bestimmte Hose anzieht, reparieren sich auch die Fahrzeuge vollautomatisch. Meine Güte - was für Welten denken sich Spiele-Entwickler*innen aus!? Ich glaube ich sollte den Beruf wechseln. Da wäre ich mit meiner überbordenden Phantasie wahrlich gut aufgehoben. 😜

Freitag, 19. November 2021

Warme Ohren?

Topfhandschuh???  

😜

Was es nicht alles gibt auf dieser Welt...

Donnerstag, 18. November 2021

Kalte Füße

 Für  #Blattversteher  #Laubbläser   #Ordnungmusssein

#vorher  #nachher  #Herbst



Mittwoch, 17. November 2021

Das ganze Bild

 

Doch nicht so einsam wie gedacht. 😏

Dienstag, 16. November 2021

Aussenseiter

Warte, bis der Laubbläser kommt. 😉

Montag, 15. November 2021

Wer schreitet so schnell...?

"Ach, ist das kalt", seufzte der Mann, dem ich oft unterwegs begegne. Er geht jeden Morgen mit seinem Hund spazieren. Ich bin die mit der Kamera, die wochentags einen Rucksack schleppt, und am Wochenende joggt. Wir grüßen uns freundlich im Vorbeigehen, manchmal ergibt sich eine kleine Unterhaltung.

"Am liebsten wäre es mir, wenn ich zweimal schlafen gehe, dann sind der Herbst und der Winter vorbei, und es ist wieder Frühling", führte er seine Gedanken weiter aus. Ja, Frühling würde mir jetzt auch gut tun: mehr Sonnenlicht und mehr Wärme. Dieses kleine Gespräch erinnerte mich wieder an die alte buddhistische Weisheit, dass es nur zu Unzufriedenheit und zu einem Gefühl von Unglück führt, wenn man sich gegen die real existierenden Umstände sträubt - es sei denn, man kann aktiv etwas tun, um die unangenehme Situation zu verbessern. 

Samstag, 13. November 2021

Nebelkalt

 #November  #Farben  #Stillsein  #Gucken

Freitag, 12. November 2021

Hurtig durch den Herbst


  Hurtig ist ein altes Wort,
das man nur noch selten hört.

Synonyme:
alert, behände, eilig, fix, flink, flott, flugs, geschwind, rasant, rasch, schnell, zügig.

Hurtig ist ein ritterlicher Turnierausdruck, und bedeutet ursprünglich "nach einem Anprall heftig losrennend". Bei Hunden sieht man das ziemlich oft, wenn sie urplötzlich bemerken, dass sie schon ziemlich weit von ihrem Menschen entfernt sind. Dann aber flugs losgerannt und hinterher! Wenn man die Kamera zu rasant hochreißt, um die Szene einzufangen, wird das Foto unscharf. Der Hund ist aber auch sehr schnell unterwegs... Mit ein bisschen Glück entsteht am Ende wenigstens noch ein flotter Wischeffekt im Bild.

Hurtig ist eine Entlehnung aus dem Altfranzösischen hurt, hurte für ‘Stoß, Anprall’ (frz. heurt), rückgebildet aus hurter, was stoßen, anprallen, aufschlagen, im Kampf zusammenstoßen bedeutet - und somit ein uraltes Fremdwort.

Donnerstag, 11. November 2021

Unfug

 

Manchmal wache ich sehr früh auf, also irgendwo zwischen halb vier und fünf Uhr. Um meinen Mann nicht zu wecken, bleibe ich liegen und schaue zum Fenster hinaus. Die Sterne am Himmel sieht man über München nur manchmal, im November bei kaltem Hochnebel eher nicht. Darum war ich erstaunt, als in meinem begrenzten Sichtfeld ein weißes Licht von oben nach unten fiel, es sich dann aber anders überlegte, und mit der gleichen Geschwindigkeit wieder nach oben hopste, bevor es genauso schnell verschwand, wie es erschienen war. Es bewegte sich wie ein Tennisball, der irgendwo weit oben gegen ein Hindernis geprallt war, und in einer ulkigen U-förmigen Flugbahn davonhüpfte. Ein Flugzeug war das nicht, so viel ist klar. Die fliegen geradeaus und ihre Lichter blinken anders. Eine Sternschnuppe im Nebel? Oder doch nur ein Stück Weltraumschrott - vielleicht aus der ISS? Kein Scherz! In einem TV-Bericht habe ich gelernt, dass die Unterwäsche der Astronauten auf genau diese Weise entsorgt wird. Die schmeißen ihren Müllcontainer einfach raus, dann taumelt er Richtung Erde, und verglüht in der Atmosphäre - heiße Höschen, im wahrsten Sinne des Wortes. 

Weil ich gedanklich schon beim Müllthema gelandet war, dachte ich weiter.  Heute ist der 11.11., da ist Lustigkeit angesagt. Mir kam der Gedanke, dass ich in einen dieser großen blauen Papiercontainer klettern könnte, mich dort hineinlege, schlafend stelle, und warte, bis jemand kommt, um seine Verpackungskartons reinzuwerfen. Versteckte Kamera live - wie reagieren die Leute? Natürlich habe ich diesen albernen Gedanken sofort wieder verworfen: Ich bin eine verantwortungsvolle Bürgerin und muss meine MitbewohnerInnen schützen. In unserer Wohnanlage wohnen viele alte Leute, gut über 80 Jahre alt. Die können zwar kaum noch laufen, aber sie tragen ihren Müll immer noch selbst zur Tonne - Respekt! Darum möchte ich nicht, dass jemand einen so großen Schreck bekommt, dass er oder sie im Müllhäusl einen Herzinfarkt erleidet, wenn ich da in der Tonne liege. Außerdem ist es sakkrisch kalt. Wer weiß, wie lange ich da herumliegen müsste, bis jemand den Deckel aufklappt. Und am Schluss sperrt mich noch jemand in der Tonne ein, und ich werde mit dem Altpapier ensorgt! Das wäre dann ein würdiges Ende für eine Autorin mit einem etwas zu schrägen Humor.  (Pippi Langstrumpf gefällt das.)

Mittwoch, 10. November 2021

Sachensucher

  

"Was ihr machen wollt, weiß ich nicht", sagte Pippi. "Ich werde jedenfalls nicht auf der faulen Haut liegen. Ich bin nämlich ein Sachensucher, und da hat man niemals eine freie Stunde."

Dienstag, 9. November 2021

Laubbläser im Wind

Immer wenn ich zum Frisör gehe, ist entweder Sturm oder Regen, oder beides. Meine Frisörin gibt sich so viel Mühe, jede einzelne Strähne auf meinem Kopf akkurat zurechtzuföhnen. Und dann, zack, raus ins Freie, einmal über die Straße gehen - vorbei ist es mit der perfekten Frisur. Schade, aber wenigstens passt der Schnitt wieder für eine Weile, und ich muss nicht wie ein zotteliges Shetland-Pony durch die viel zu langen Fransen linsen, die mir dauernd über die Augen rutschen. Ob mich das nicht stört, fragt meine Mutter gelegentlich. Nein, ich habe mich an den Vorhang vor meinen Augen gewöhnt. Mit der Maske über Mund und Nase tue ich mich immer noch schwer, aber ich denke positiv: Die doppelte Gesichtsverhüllung hat den Vorteil, dass sie meine dunklen Augenringe verdeckt. Die werden von Woche zu Woche tiefer, und das, obwohl ich eigentlich gut und lange schlafe. Wahre Schönheit kommt von innen... Außen wäre manchmal auch ganz nett. 

Die Frage, die ich zur Zeit am häufigsten höre, lautet: "Hast du abgenommen?" - "Ja." Schon wieder, könnte ich hinzufügen. Anderthalb Jahre Corona, gut ein Jahr seit dem Mutterschlaganfall - Krisen sind Chancen, tönt ein Echo in meinem Kopf. Ich werde es nicht los, manchmal ist es mir so lästig wie ein Ohrwurm, aber dieser widerhallende Refrain ist schlichtweg wahr. Alles hat zwei Seiten, und ich habe mein Idealgewicht endlich wieder erreicht. Das ist ein Grund zum Feiern, ohne Wenn und Aber.

Montag, 8. November 2021

Still-Leben

Wenn du das Leben 
begreifen willst, 

glaube nicht, was man sagt,
 und was man schreibt,

sondern beobachte selbst, und denke nach.

Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 - 1904)

Freitag, 29. Oktober 2021

Phantasie

 

Das Wesen des kreativen Prozesses ist,
das Vertraute als fremd zu betrachten.