Donnerstag, 11. November 2021

Unfug

 

Manchmal wache ich sehr früh auf, also irgendwo zwischen halb vier und fünf Uhr. Um meinen Mann nicht zu wecken, bleibe ich liegen und schaue zum Fenster hinaus. Die Sterne am Himmel sieht man über München nur manchmal, im November bei kaltem Hochnebel eher nicht. Darum war ich erstaunt, als in meinem begrenzten Sichtfeld ein weißes Licht von oben nach unten fiel, es sich dann aber anders überlegte, und mit der gleichen Geschwindigkeit wieder nach oben hopste, bevor es genauso schnell verschwand, wie es erschienen war. Es bewegte sich wie ein Tennisball, der irgendwo weit oben gegen ein Hindernis geprallt war, und in einer ulkigen U-förmigen Flugbahn davonhüpfte. Ein Flugzeug war das nicht, so viel ist klar. Die fliegen geradeaus und ihre Lichter blinken anders. Eine Sternschnuppe im Nebel? Oder doch nur ein Stück Weltraumschrott - vielleicht aus der ISS? Kein Scherz! In einem TV-Bericht habe ich gelernt, dass die Unterwäsche der Astronauten auf genau diese Weise entsorgt wird. Die schmeißen ihren Müllcontainer einfach raus, dann taumelt er Richtung Erde, und verglüht in der Atmosphäre - heiße Höschen, im wahrsten Sinne des Wortes. 

Weil ich gedanklich schon beim Müllthema gelandet war, dachte ich weiter.  Heute ist der 11.11., da ist Lustigkeit angesagt. Mir kam der Gedanke, dass ich in einen dieser großen blauen Papiercontainer klettern könnte, mich dort hineinlege, schlafend stelle, und warte, bis jemand kommt, um seine Verpackungskartons reinzuwerfen. Versteckte Kamera live - wie reagieren die Leute? Natürlich habe ich diesen albernen Gedanken sofort wieder verworfen: Ich bin eine verantwortungsvolle Bürgerin und muss meine MitbewohnerInnen schützen. In unserer Wohnanlage wohnen viele alte Leute, gut über 80 Jahre alt. Die können zwar kaum noch laufen, aber sie tragen ihren Müll immer noch selbst zur Tonne - Respekt! Darum möchte ich nicht, dass jemand einen so großen Schreck bekommt, dass er oder sie im Müllhäusl einen Herzinfarkt erleidet, wenn ich da in der Tonne liege. Außerdem ist es sakkrisch kalt. Wer weiß, wie lange ich da herumliegen müsste, bis jemand den Deckel aufklappt. Und am Schluss sperrt mich noch jemand in der Tonne ein, und ich werde mit dem Altpapier ensorgt! Das wäre dann ein würdiges Ende für eine Autorin mit einem etwas zu schrägen Humor.  (Pippi Langstrumpf gefällt das.)

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