Montag, 12. September 2022

Pass auf, was du denkst...!

Schnallen Sie sich gut an, bevor Sie diesen Artikel lesen. Die Informationen stammen aus der Sendung 42 - Die Antwort auf (fast) alles, kein Verschwörungs-TV. Sie können also hinterher nicht sagen, Sie hätten von nichts gewusst. Es geht um die "Macht der Gedanken", dieses früher so belächelte esoterische Thema. Das konnte man als Bullshit abtun - bis zu dem Moment, in dem der  Neurowissenschaftler Miguel Nicolelis den Beweis erbrachte, dass man das Gehirn von den Grenzen des Körpers befreien, und nur durch Gedanken Dinge bewegen lassen kann. Dazu ist natürlich eine entsprechende Technologie erforderlich, von der auch Leute wie Elon Musk begeistert sind. 

Zeitenwende in der Hirnforschung
Eine Laborratte war das erste Lebewesen der Welt, das Anfang der 2000er Jahre (unter Laborbedingungen) mit Gedankenkraft Dinge außerhalb des eigenen Körpers bewegen konnte. Die Ratte wusste dabei nicht was sie tat. Ein Jahr später wurde dieser Versuch mit einem Affen wiederholt. Dieser Affe verstand bereits, dass er einen Cursor auf einem Computerbildschirm mit Gedankenkraft bewegen konnte. Chip-Implantate im Gehirn erweitern seitdem die Fähigkeiten von Labortieren, und die Entwicklung verläuft rasant:

  • 2008: Ein Affe steuert einen Roboter per Gedanken
  • 2014: Es gibt das erste Exoskelett, das mit Gedankenkraft gesteuert werden kann. Bei der Fußball-WM in Sao Paulo macht der gelähmte Juliano Pinto den Kickoff und spürt sogar den Ball.
  • 2015: Drei Affengehirne werden über eine Schnittstelle miteinander verbunden, sie sind dadurch in der Lage Dinge zu tun, zu denen sie allein nicht fähig waren. Das ist mittlerweile auch bei Menschen möglich. (!)
  • 2016: Bei Ratten wird ein "sechster Sinn" induziert: durch ein Chip-Implantat sind sie in der Lage, Infrarotwellen über ihre Barthaare zu spüren.
  • Die Mensch-Maschine-Schnittstelle wird zur Steuerung von Flugzeugen und Drohnen eingesetzt.

Werden "wir" Cyborgs?
Es braucht gar keine Aliens: Die bereits verfügbaren Technologien und Forschungen stellen uns vor die Frage, ab welchem Punkt man kein Mensch mehr ist. Sogar die Gesetzgebung reagiert:
2021 hat Chile als erstes Land der Welt Neuro-Rechte eingeführt. In Frankreich können hirnverändernde Technologien mittlerweile verboten werden. Hirnströme dürfen nur noch für wissenschaftliche oder medizinische Zwecke aufgenommen werden. In Deutschland arbeitet die Cyberagentur in Halle daran, "das menschliche Gehirn unhackbar" zu machen. Das ist an Ihnen vorbei gegangen? Ja. Da war gerade Corona, und wir hatten (und haben) ganz andere Dinge auf dem Schirm. 

Alles noch in Entwicklung, keine Sorge!?
Die Wissenschaftler in der Sendung sind der Ansicht, dass es zu unseren Lebzeiten nicht möglich sein werde, ein Gehirn zu hacken. Dabei unterliegen sie meiner Ansicht nach derselben Fehleinschätzung, wie sie ab Minute 12:00 in der Sendung beschrieben wird: Bis Mai 1954 waren sich Wissenschaftler und Sportexperten einig, dass ein Mensch nicht in der Lage wäre, eine Meile in weniger als vier Minuten zu laufen. Expertenmeinungen, die der Medizinstudent Roger Bannister widerlegte. Nachdem er diesen "mentalen Bann" gebrochen hatte, schafften es danach hunderte von Menschen, sogar Schüler, die Meile in weniger als vier Minuten zu laufen. Es reicht, wenn einer anfängt.

Wie geht's weiter?
Das Pentagon warf China bereits Anfang 2020 vor, an offensiven Gehirnkontrollwaffen zu arbeiten.
Miguel Nicolelis, der die ersten neurowissenschafltichen Experimente erfolgreich durchgeführt hatte, erklärt, er habe lediglich am medizinischen Einsatz Interesse. Er räumt aber auch ein, dass kein Erfinder Kontrolle darüber hat, was andere Leute später mit den gewonnenen Erkenntnissen anstellen. (Nicht nur) in den USA werden die Mensch-Maschine-Schnittstellen längst zur Entwicklung von Waffen eingesetzt. Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann war eine nette erste Vorschau auf das, was in einer mehr oder weniger fernen Zukunft möglich sein könnte.

Denken Sie positiv?
Das sollten Sie, auch wenn diese Neuigkeiten gruslig klingen. Schauen Sie sich die komplette Sendung an, um sich mit den bahnbrechenden Neuerungen vertraut zu  machen, die Sie und ich wahrscheinlich noch in praktischer Anwendung erleben werden. Auch wenn es (für manche) alter Schnee von gestern ist: Auch der Placebo-Effekt wird noch einmal gut beschrieben.
arte Mediathek, verfügbar bis 10.9.2023 - Welche Macht haben Gedanken?

Siehe auch: Manipulationstechniken, die Sie kennen sollten, Glücklichsein!, Sei lieb - bete und gehorche, Popkultur: Löffel verbiegen, West World, BitterböseVon der Vision zur Wirklichkeit, Heute schon gezaubert?

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