Freitag, 2. September 2022

Großstadtdschungel

#Sitzgelegenheit

Seit gestern haben sich schon wieder mindestens vier erzählenswerte Begebenheiten ereignet, aber vielleicht sind Sie ganz froh, dass ich keine Zeit habe, sie alle aufzuschreiben. Eine habe ich, die geht schnell.

Heute früh ist ein junger Mann, der auf sein Handy gestarrt hatte, über einen betonierten Steinpöffel gestolpert, so eine "hier wird nicht geparkt und nicht durchgefahren" Installation auf dem Gehweg, inmitten einer breiten Durchfahrt. Der ZufußmitHandy-Gehende wäre fast hingefallen, hat sich wahrscheinlich fiese blaue Flecken am Fuß geholt, und hoffentlich nicht die Zehen gebrochen. Laufen konnte er noch, aber es hat drei bis vier Meter gedauert, bis er sich wieder "gefangen" hatte. Danach hat er sein Handy eingesteckt und sich verwirrt umgeschaut, was ihm da in den Weg geraten war. 

Wenn ich sowas sehe, denke ich: Heutzutage musst du unterwegs nicht nur für Schnecken, Eichhörnchen, Hunde und Kinder mitdenken, sondern vorsichtshalber auch für jeden Erwachsenen, der da draußen unbeaufsichtigt herumläuft. Es ist ja gut, dass wir theoretisch noch die Gene aus der Steinzeit in uns haben. Früher war's der Säbelzahntiger im Dschungel, der uns gefährlich werden konnte. Jetzt sind wir im Großstadtdschungel unterwegs, wo wir uns den Lebensraum mit dem Yeti, dem Tiguan und dem Tesla teilen. Ganz zu schweigen von all den anderen obskuren Mitlebewesen auf zwei Rädern oder zwei Beinen, die in traumhappert der Gegend herumwanken wie die Walking Dead. Da bin ich schon froh, dass mein Mann die Bremsen am Fahrrad nachgezogen hat.

Siehe auch: Lauschiges Plätzchen, Ein Platz im Grünen, Monobloc blau, Aussitzen, In Therapie, Freie Platzwahl, Beweis erbracht: Es gibt ihn wirklich!, Aufregend!?, Fortbewegung

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