Mittwoch, 8. April 2026

Fluchtpunkt

21 mm | 1/460 s | f2,2 | ISO 50 | Smartphone

#Wege mit #Licht&Schatten
#Flauchersteg an der #Isar
#Frühling26

Gestern hatte ich auf meinem Weg über den Flauchersteg einen optimalen Zeitpunkt erwischt: Einerseits waren kaum Leute unterwegs, und andererseits fielen die harten Schatten der seitlichen Wegbegrenzungen in diesen Minuten so gleichmäßig über den Weg, dass sie mir das passende Fotofutter regelrecht vor die Füße, beziehungsweise vor's Fahrrad warfen. 😎 

Wieder ein klarer Fall für ein Bild mit #Zentralperspektive: Im zweidimensionalen Foto laufen die Linien der realen Objekte, die eigentlich parallel zueinander stehen, in einem visuellen Fluchtpunkt zusammen. Dadurch erscheint das Motiv auch im Foto oder einem Kunstwerk räumlich dreidimensional - so, wie wir es vor Ort mit den Augen 👀 sehen. Wenn jemand nicht gut perspektivisch malen oder zeichnen kann, erkennen wir die Fehler sofort. Dann wirkt ein Bild schnell laien- oder stümperhaft, vor allem aber nicht "realistisch". 

Das Kuriose an unserer Wahrnehmung ist, dass wir diese zusammenlaufenden Linien sehen, obwohl die Objekte selbst gar nicht "zusammenlaufen". Perspektivisches Sehen ist ein gelernter Prozess. Das heißt: wenn wir durch irgendeinen Zufall anders sehen gelernt hätten, sähen Bilder und Kunstwerke der "Welt" womöglich ganz anders aus? 😕 Das ist schwer vorstellbar, aber wer schon mal eine falsche Brille auf der Nase hatte, mit der sich die Linien plötzlich anders krümmen als gewohnt, weiß womöglich, was ich meine. 

Wenn man obendrein bedenkt, dass Tiere komplett andere Augen haben, kann man im Ansatz ahnen, dass unsere gewohnte Sicht auf die räumliche Umgebung grundsätzlich eine spezifisch menschliche ist. Leider können wir (noch) nicht mit anderen Lebewesen sprechen, um zu erfahren, wie sie die Welt sehen, wenngleich die Wissenschaft daran arbeitet, genau das herauszufinden. Immerhin können wir uns mit anderen Menschen über unsere individuellen "An-Sichten" verbal austauschen - Fotos und Kunst im Allgemeinen sind dabei ein hervorragendes Mittel, um ins Gespräch zu kommen. 😊

Bei mir waren es die harten Licht- und Schattenwürfe, die mich anhielten ließen, vor allem weil die Schattenlinien auf dem dunklen Sandboden gekrümmt und verbogen sind, während die Linien auf der hellen Brücke total gerade weiterlaufen. Dahinter folgt wieder ein Bereich mit "krummen" Linien, bis alles in diesem legendären Fluchtpunkt zusammenläuft. Dieses Wort wird mittlerweile auch als Synonym für einen Zufluchtsort, im Sinne eines Refugiums benutzt. 
Dort befand sich mein Ziel, auch eine Art Zufluchtsort, an dem nicht nur ich gerne meditativ innehalte, sondern auch viele andere Spaziergänger: Der fantastische, weite Blick auf die rauschende Isar und deren Sandbänke ist immer wieder beeindruckend.  😍 

Auch gestern war jemand vor Ort, der in der morgendlichen Frische ein kaltes Bad genommen, und die Isar aus einer wieder anderen Perspektive wahrgenommen hat. > Isarnaß oder Duschen Sie kalt? 😅 

Unterschiedliche Ansichten mögen oft irritierend sein. Wenn man sich hin und wieder auf eine von der eigenen Wahrnehmung / Perspektive abweichende Sicht einlassen kann, besteht die Chance, etwas Neues zu entdecken. Mitunter ist es total interessant oder gar verblüffend, "die Welt mit anderen Augen" zu betrachten. 😲 #Kreativität

Wann hatten Sie zuletzt einen Aha-Moment, oder ein Erlebnis, das Ihnen "die Augen geöffnet" hat? 😎

Siehe auch: Aha-Moment, Steiler AnstiegStolperfalle FlaucherstegZwölf Grad RegenUnterwegs im Regen, Isarrauschen, Im TunnelBehördengangDumm gelaufen, LaufwegeBleibende Eindrücke, TemperaturabfallWinterdienstwendekreis, Ruhe vor dem Sturm?, Immer geradeaus#Wege, Hanglage, Zickzack, Sehr verschieden, Nocturne, Schattenjäger

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