Freitag, 7. August 2026

Zaunwinde

25 mm | 1/125 s | f2,2 | ISO 50 | Smartphone
#Photoshopgebastel massiv*

#Templerkirche hinter #Kletterpflanze
#Urwaldfeeling  #Botanik 
#Sommer2026

Manchmal dient durchaus interessante Architektur doch nur als Hintergrund. 😅 Hier windet sich im Vordergrund eine echte Zaunwinde aus dem öffentlichen Außenbereichsgrünstreifen in die - zumeist sorgsam gepflegten - Kleingärten. 

Diese mehrjährige, als hartnäckiges Unkraut bekannte Kletterpflanze bildet trichterförmige Blüten aus, die meistens weiß und von Juni bis September zu sehen sind, und ihre Triebe können bis zu drei Meter lang werden. Die Zaunwinde windet sich nicht nur nach oben, um alles zu überwuchern, sie breitet sich vor allem unter der Erde stark aus. Das kann als sehr lästig empfunden werden, wenn man dieses blühende Grünzeug nicht haben will. 😠 Isländer haben es diesbezüglich gut, denn auf der Insel im Nordatlantik wächst sie nicht. Dort ist es ihr einfach zu kalt. 😉 Ansonsten kommt sie "in Europa in allen Ländern vor", und ist "in den gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Erde weit verbreitet." Danke an die Google KI und Wikipedia. 

Hat die Zaunwinde auch nützliche Eigenschaften? 😕
Leicht giftig ist sie wohl, also nicht zum menschlichen Verzehr geeignet. Für Bienen und nachtaktive Falter ist sie wiederum eine willkommene Nahrungsquelle. Der Zaun-Idee Blog schlägt vor, sich die Eigenschaften dieser Pflanze zu Nutze zu machen.

Ihr üppiges Geranke bietet dem Menschen Sichtschutz, die Blüten sind hübsch anzusehen, und blühen den ganzen Sommer über, ohne dass man sich besonders um die weitgehend anspruchslose Pflanze kümmern müsste. Ihr Wachstum muss man trotzdem kontrollieren und eindämmen, damit es mit dem Urwaldfeeling nicht zu viel wird. Sie braucht eine Rankhilfe, an geschlossenen Sichtschutz- und Betonzäunen ist man vor ihr sicher. 😅

"Eine Möglichkeit, die Zaunwinde zu bekämpfen, besteht darin, die Winde auf Bodenhöhe abzuschlagen. Anschließend können Sie die Fläche mit Pappe oder Folie abdecken, um einen erneuten Austrieb zu verhindern. Das Ausgraben der Wurzeln ist ebenfalls eine Option, ist jedoch sehr aufwendig. Vom Einsatz von Herbiziden im Garten raten wir ab, da diese die Umwelt belasten und zudem meist unwirksam sind." (mein-schoener-garten.de)

* Für mein heutiges Fotomotiv war ziemlich viel #Photoshopgebastel notwendig, denn die Kontraste zwischen den noch im Schatten befindlichen Pflanzen im Vordergrund, und dem hellen Himmel über der Architektur im Hintergrund waren so hoch, dass die Aufnahme mit dem Smartie insgesamt entweder zu hell oder zu dunkel war. 😒 Das ist ein sehr typisches Problem, das trotz modernster Technik immer noch und immer wieder auftritt. 

Darum habe ich diesmal vor Ort zwei möglichst identische Fotos gemacht, eines mit einem korrekt belichteten Vordergrund, und eines, auf dem der Hintergrund gut belichtet war. Aus diesen beiden Bildern ist in Lightroom ein sogenanntes HDR entstanden, in dem beide Belichtungsbereiche miteinander verrechnet und aufeinander abgestimmt wurden, damit die Helligkeit des Gesamtmotivs gleichmäßig(er) ausfällt. 

Das erste Ergebnis dieser Verrechnung hatte mir noch nicht gefallen, also habe ich anschließend beide Bereiche noch einmal von Hand mit sogenannten Masken bearbeitet und manuell nachgetrimmt. Dass eines der Kirchenkreuze orange leuchtet und überstrahlt, weil sich die Sonne darin gerade spiegelte, hätte ich auch noch per KI-Korrektur retuschieren können. Die Kirchtürme wurden gerade gerichtet, damit sie nicht "stürzen", und die weißen Blüten hatten, weil sie sich im Schatten befanden, einen leichten Blaustich - also lokale Farbkorrektur mit dem Pinsel.
Habe ich irgendwas vergessen? Auto-Korrektur, Tiefen-Lichter-Anpassung, Tonwertkurve, Farbanpassungen... das übliche Dingens. All das können moderne Kameras mit ihrer automatischen internen Bildbearbeitung prinzipiell ganz gut und  machen es auch, aber es funktioniert eben nicht immer. 

So ein Motiv nicht fotografieren oder den Bildausschnitt anders wählen wären zwei gute Optionen gewesen, aber ich wollte genau diese Szene genau so als Bild haben. Ich wusste schon vorher, was für ein "Rattenschwanz" hinterher auf mich zukommt, darum gab es auch zwei statt nur einer einzelnen Aufnahme.  

Hätten Sie diesen Bildbearbeitungsaufwand gesehen oder bemerkt? 😅 
Ja, es ginge noch besser, aber ich wollte nicht zu viel Zeit damit verdaddeln. 😉 Es ist schön, dass selbst aufwändige Bearbeitungen bei entsprechender Erfahrung mit relativ geringem Zeitaufwand möglich sind, auch wenn das Ergebnis mit der klassischen Fotografie nicht mehr viel zu tun hat. 

Siehe auch: ZwiebelturmAlle ausgeflogenVerfilzt, Unkraut vergeht nicht?, Lobrede für ein lästiges Unkraut, Wächst wie Unkraut!, Dumm gelaufen, Anbaufläche?, FloristikNatur @work, Der Schein trügt, WildwuchsLückenfüller, Architektentrost, Rank- oder Kletterhilfe?, Urwaldfeeling#Botanik, #Photoshop, Kontrastprogramm

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