Samstag, 30. April 2022

Wächst wie Unkraut!

#Knoblauchsrauke  #Küchenkräuter  #Wildwuchs

Erinnern Sie sich noch an den Überlebenskünstler, der neulich aus einer Parkbank hervorlugte? Wenn man ihn erst mal kennt, dann sieht man ihn überall, und das nicht zu knapp! Es ist die reinste Invasion, die sich in diesen Tagen vor unserer Haustür abspielt. Die Knoblauchsrauken verfolgen mich seit Tagen, und das ist wieder so ein Aufmerksamkeitsphänomen. Das hört auch wieder auf, dafür kenne ich den Namen dieser Pflanze jetzt endgültig. 

Ich hatte angekündigt, dass ich das Grünzeug verkosten wollte. Hab ich gemacht: Es ist deutlich milder als der Bärlauch, und somit eher etwas für Freunde der zarten Gaumenfreuden. Kopfsalat ist ja auch kein Rucola, und Rucola wiederum war lange Zeit als Unkraut verschrien. 

Als ich mir testweise einen Stängel Knoblauchsrauke pflückte, kam die Wurzel gleich mit aus dem Boden. Die sieht aus wie ein Miniatur-Rettich und ist knackig scharf. Leider war sie zu holzig, um darauf herumzuknabbern. Der Stängel meiner Testpflanze war abgeknickt, die Wurzel noch intakt. Um das Experiment frisch zu halten, habe ich es aufrecht in ein Glas Wasser gestellt. Am nächsten Morgen staunte ich nicht schlecht: Der abgeknickte Stängel hatte sich selbst repariert! Ich konnte noch sehen, wo ich versucht hatte, den oberen Teil der Pflanze abzureißen, aber über Nacht war diese Stelle wieder genauso stark und standhaft geworden, wie zum Zeitpunkt, als ich mich über die Rauke hermachte. Diese schnelle Selbstreparatur hat mich schon beeindruckt.
Danach hatte ich echte Hemmungen, dieses faszinierende Lebewesen einfach aufzufressen. Andererseits wird demnächst der Mäh-Trupp der Stadtgärtnerei ausrücken, und Tausende dieser Knoblauchsrauken am Wegesrand niedermetzeln. Ob ich mir vorher ein paar davon einverleibe, dürfte im Hinblick auf die Arterhaltung keine Rolle spielen. Das Kraut hat 5000 Jahre Menschheit überlebt, und das will schon was heißen: Kommt auf den Speiseplan.

Verwendung: Blätter und Triebe für Salate, Kräuterquark, Pesto, Kräuter-Brotaufstriche, Suppen und Saucen.   Knoblauchsrauke sollte roh verzehrt werden, da die Inhaltsstoffe, die für den aromatischen knoblauch-pfeffrigen Geschmack verantwortlich sind, durch Erhitzen zerstört werden. Eignet sich als Knoblauchersatz für Menschen, die Knoblauch und Bärlauch nicht vertragen.

Heilanwendung: Das frische Kraut wirkt blutreinigend und harntreibend. Ebenso ist es schleimlösend und hat einen positiven Einfluss bei Asthma, Husten und Bronchitis. Es soll auch bei der Behandlung von Ekzemen helfen.
Survival-Tipp: Gequetschte Knoblauchsraukenblätter auf eitrigen Wunden und Insektenstichen wirken entzündungshemmend und desinfizierend. (Kann ich das auch im Bad benutzen? 😁)

Danke an kostbarenatur.net für die Infos. Weitere Recherchen ergaben:
Als Tee soll die Knoblauchsrauke bei Halsschmerzen und Blasenentzündungen helfen. Bei Zahnfleischentzündungen kann eine Tinktur oder ein starker Tee zum Gurgeln angewendet werden. In allen Fällen sollten frische Blätter verwendet werden, da sie beim Trocknen schnell an Aroma verlieren (und womöglich auch an wirksamen Inhaltsstoffen). Funktioniert also nur im Frühling.

Siehe auch: Was bist du denn für eine*r?


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