Donnerstag, 2. Juli 2026

Endlostreppe

27 mm | 1/300 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Kunst vor #Architektur
#Westend #München
#Sommer2026

Ólafur Elíasson ist ein sehr renommierter internationaler Künstler. In München gibt es von ihm eine große schwebende Stahlkugel „Sphere“ in den Fünf Höfen und den bunten Strudel „Wirbelwerk“ im Foyer des Lenbachhauses. Auf meinem heutigen Bild sehen Sie das neun Meter hohe, öffentlich zugängliche Werk "Umschreibung". Es befindet sich im Münchner Westend, unmittelbar an der U-Bahnstation Schwanthaler Höhe, und ist bei Touristen weniger bekannt: Eine Treppe, die an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt. 😕

In informierten Fotokreisen erfreut sich dieses Objekt seit vielen Jahren großer Beliebtheit - man muss nur wissen, wo es sich befindet. Weil es einigermaßen gut versteckt im Innenhof steht, kann man gut daran vorbei laufen, ohne es zu entdecken. Schaut man es im Vorbeigehen nur flüchtig an, könnte man die Kunst auch für eine Wendel- oder moderne Fluchtttreppe halten. 😉 

Der Innenhof gehört/e zum ehemaligen Firmengebäude der Treuhandgesellschaft KMPG. Nachdem Das Unternehmen seinen Münchner Firmensitz 2023 ins Neue Werksviertel verlegt hatte, wurde das Gebäude im Westend seit mindestens 2024 renoviert. Zuletzt gab es noch mit Plastikplanen verhüllte Gerüste an der straßenseitigen Außenfassade. Es war eine echte Baustelle, und kein Werk von Christo und Jeanne-Claude. Erinnern Sie sich noch an den verhüllten Reichstag? Das waren die beiden. 😅 An das Werk von Ólafur Elíasson kommt man - zumindest momentan - wieder ran. 📷 

Das Betreten der Spiraltreppe ist nicht gestattet, fotografieren schon. 

Was sich der Künstler bei diesem Objekt gedacht, und was er sonst noch so gemacht hat, ist bei Geheimtipp München (>weiterführende Links) beschrieben.  Es wäre schon spannend, diese Treppe zu besteigen, aber das würde sie aus statischen Gründen vermutlich gar nicht aushalten. Am Ende kippt das ganze Teil um, und das gäbe nicht nur blaue Flecken oder Knochenbrüche, sondern auch noch eine saftige Rechnung hinterher. 😱

2004 wurde das Objekt mit dem ‚mfi Preis‘ für Kunst am Bau ausgezeichnet. Dieser Kunstpreis bewertete Projekte vor allem nach Ästhetik, Innovation und dem Verhältnis zwischen Kunst und Bauwerk. Mit 50.000 Euro Preisgeld galt er als einer der höchstdotierten Kunstpreise Europas. 😲

Vergeben wurde dieser Preis seit 2002, anfangs jährlich, später alle zwei Jahre, und wurde von der mfi Management für Immobilien AG in Essen ausgelobt. Nachdem er zwischen 2002 und 2014 insgesamt neunmal vergeben, worden war, endete die Preisvergabe. Die mfi gibt es nicht mehr, also auch keinen Kunstpreis, und leider auch kaum Angaben darüber, welche anderen Werke noch ausgezeichnet wurden. 😒

Ob das Treppen-Kunstwerk nun auch an den neuen Standort der KPMG umzieht, ist derzeit offen. (Stand Juli 2026) Vielleicht gibt es Kunstsammler, die noch Platz in ihrer Grünanlage, und schon ein Auge darauf geworfen haben? 😍 🧬 Dann wäre das wirklich sehenswerte Objekt für die Allgemeinheit weg. 👀 

"Treppen bringen uns in die Höhe und auch wieder runter. Sie sind ein Symbol für Aufstieg, aber genauso für den Abstieg. Diese Treppe verkörpert einen endlosen Kreislauf – ein bisschen wie unser Leben, ein ständiges auf und ab." (geheimtipp-muenchen
Dass es nirgends eine Aussichtsplattform gibt, finde ich persönlich schade, aber erstens könnte man jederzeit auf jeder Treppenstufe stehenbleiben - und zweitens darf man sowieso nicht rauf. 😜 Wenn Sie Ihr Leben in Form einer Treppe gestalten müssten: Wie würde die aussehen? 😕

Leichtere Frage: Wo gibt es in Ihrer Umgebung Kunst am Bau, oder wo haben Sie so etwas schon einmal bewusst wahrgenommen? 😍😲😠😎

Siehe auch: Endlosigkeit, Der Mann auf der Treppe, An alles gedacht?, FluchttreppeVisuelle Spannung, Treppen/Haus, Unfallschutz, Wie geht es denn jetzt weiter?Aufgehorcht und nachgedachtKunst am Bau, Notausstieg, mehr Bilder aus dem #Westend, #Architektur#Kunst

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