Freitag, 28. Juni 2019

Morgens um halb neun

... sind noch nicht so viele Menschen unterwegs - jedenfalls nicht überall. Dieses Bild zeigt einen idealisierten Ausschnitt. Hätte ich mich beim Fotografieren um 30° nach links gedreht, würden Sie dort Jogger und Hundespaziergänger sehen, und viele Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit. Bei einer Drehung um 90° nach rechts würden Sie auf dem Bild die ersten Badenden auf einer Sandbank entdecken. Dahinter erhebt sich das Heizkraftwerk Süd, und auf der vierspurigen Brudermühlbrücke tobt der morgendliche Berufsverkehr. In einenm Video könnten Sie auch den Lärm der sich aneinanderreihenden Laster und Autos deutlich hören. Er ist lauter als das Rauschen der Isarströmung.

Dieses Bild ist echt und völlig unbearbeitet.  Sie werden es schöner finden, als andere Motive in diesem Blog - meine "Müllsammlung". Fotos vermitteln immer eine subjektive Wirklichkeit. Der Bildausschnitt ist entscheidend. Worauf richte ich meine - und in diesem Fall Ihre - Aufmerksamkeit? Heute ist es wieder das Schöne und Erholsame.

#Fahrrad

























Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass ich in diesem Blog die "schönen" und die "hässlichen" Motive bunt mische?

Wir können uns jederzeit ganz bewusst entscheiden, worauf wir unsere Wahrnehmung richten. Schauen wir auf das, was uns stört, oder auf das, was uns gefällt? Wenn wir immer nur auf das Negative schauen, werden unsere Gedanken mit der Zeit genauso negativ. Wenn wir das Negative ausblenden, und nur auf das Schöne schauen, werden unsere Gedanken positiv, und es geht uns besser. Diesen Effekt kann man ganz bewusst nutzen, um sich in einer Art "Selbst-Coaching" aus einer schlechten Stimmung herauszuholen. Es ist verführerisch, sich nur noch dem Schönen und Guten zu widmen. Man kann die Welt durchaus über einen längeren Zeitraum mit einer rosaroten Brille betrachten, und zum Schluss kommen, dass alles gar nicht so schlecht ist. Das ist die andere Seite der Medaille. Manche Menschen verwandeln sich im Laufe ihres Lebens in notorische Nörgler, andere bevorzugen die Flucht vor der Realität. Die Gratwanderung dazwischen ist die "LebensKunst".

Die "Wirklichkeit" ist, wie sie ist. Sie ist an sich weder gut noch schlecht. Wir erleben sie manchmal negativ, manchmal positiv, und jedesmal ändert sich unsere Befindlichkeit. Wenn wir uns die eigenen Wahrnehmungen und Reaktionsmuster immer wieder bewusst machen, und sie quasi "von außen" anzuschauen, üben wir die vielzititerte "Achtsamkeit": Aha, ich rege mich gerade wieder über etwas auf. Oder: Oh, das ist aber schön. 

Der plappernde Geist hat zu allem eine Meinung, und sortiert das gerade Erlebte in eine der vorbereiteten Schubladen ein. Empörung, Wut und Ärger donnern manchmal wie ein Zug heran. Wenn man nicht aufpasst, wird man mitgerissen. Besser: einen Schritt zurücktreten. Es gibt Züge, auf die man aufspringen kann. Man kann sie aber auch vorbeifahren lassen. Der nächste kommt bestimmt. Und glauben Sie mir: Diese Art von Zug fährt ziemlich pünktlich. 😉

Gelassene Heiterkeit empfinde ich als einen sehr angenehmen Zustand. Den habe ich am gleichen Morgen auch noch versucht, in einem Foto einzufangen. Urteilen Sie selbst, ob es mir gelungen ist.

Mülltrennung funktioniert! 👍

Siehe auch: Trike!, Photokatalytisch?, Wetterleuchten, Michelangelo, der Straßenkehrer, So wird es nicht bleiben (2019), Mutmachung, Out of order, Der Lauf des Lebens, Aufregend!?

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