Sonntag, 15. Februar 2026

Farbige Momentaufnahme

26 mm | 1/120 s | f2,2 | ISO 64 | Smartphone

 #Faschingskrapfen oder auch #Karnevalsberliner 😁
#Foodporn #lecker #pink
#Muttergeschichten  #Pflegeheim

Um es vorwegzunehmen: Die Faschingsfeier im Pflegeheim war auch in diesem Jahr ein muskalischer Hochgenuss für meine Mutter. 🎶😊🎉🎈🎊👏👍 Der Bericht über und die lobende Erwähnung für die Band, die "alles" gespielt hatte, und fehlerlos obendrein, fielen bei der Redaktionssitzung dennoch recht kurz aus. Die Mutter hat im Moment ganz andere Themen, aber dazu später. 😅

Erst wollte sie gar nicht an der Veranstaltung teilnehmen und hatte das 'Rothemd', das sie abholen wollte, wieder weggeschickt. Etwas später kamen die Rothemden nochmal, diesmal zu zweit. "Und dann war ich plötzlich da unten und mittendrin in der Menge - ich weiß gar nicht, wie ich da hingekommen bin!", so die Zusammenfassung im Mutter-Originalton. 😳😕😝

Ich weiß nicht, was die Betreuerinnen gemacht haben, um meine Mutter zu ihrem Faschingsglück zu zwingen. Waren es professionelle Überredungskunst, clevere Ablenkungsstrategien oder gar Hypnose? Lachgas hatten sie nicht dabei, das ist auch nicht notwendig, denn meine Mutter lacht immer noch von ganz allein, und weiterhin ziemlich viel. 😂😆😁😜 

Für schlechtgelaunte Mitbewohner*innen ist das Gelächter oft zu viel 😒😠😡, aber inzwischen gibt es wieder neue Pflegekräfte im Team, die auf so viel ungewohnte Heiterkeit zunächst erstaunt reagieren, und dann gerne amüsiert mitlachen. 

"Heute früh beim Anziehen haben wir so laut gelacht, dass gleich einer kam, um zu schauen, was im Zimmer los ist 😕😦😁", kicherte meine Mutter, als wir uns in der Cafeteria den rosaroten Krapfen teilten. 
"Die Neuen kennen mich ja noch nicht, und wissen nicht, wie das bei mir funktioniert", führte meine Mutter aus. Unter Gelächter schilderte sie mir, dass keiner das Wort "Trikot" kennt, das sie konsequent für ihre ärmellosen T-Shirts verwendet. Diese Baumwollhemdchen trägt sie als Unterhemden unter einem normalen T-Shirt, und das 'Trikot' muss in die Leggins. Das normale T-Shirt muss locker außen drüber, wie ein Pullover, und zum Schluss kommt eine Strickjacke übers T-Shirt. Das ist doch nicht so schwer zu verstehen!, aber dann wird das T-Shirt doch wieder mit dem Trikot zusammen in den Bund der Leggins gestopft, und das geht halt nicht. 😞
"Dann beschweren sie sich, dass alles schwarz ist, und ziehen mir die Sachen verkehrtherum an", kicherte meine Mutter kopfschüttelnd weiter. 

Dass das Wort Trikot prinzipiell für funktionelle Sport-Oberbekleidung verwendet wird, und noch konkreter für Fußballhemden, spielt im Mutterjargon keine Rolle. Bei ihr hat ein Trikot Spaghettiträger, ein T-Shirt kurze oder lange Ärmel - fertig. Haben Sie als Kind auch noch solche ärmellosen Unterhemden getragen? Das ist wahrlich lange her. 😜

Ich bin sicher, dass auch die neuen Mitarbeiter durch die Beharrlichkeit meiner Mutter bald gelernt haben werden, wie und in welcher Reihenfolge welches Hemd angezogen werden muss. Damit die schwarzen 'Trikots' nicht auf dem Stapel mit den schwarzen T-Shirts landen, und auch nicht mit den schwarzen Leggins verwechselt werden, wenn alles aus der Wäscherei zurück in den Schrank kommt, checke ich zweimal wöchentlich, dass alle Stapel korrekt sortiert sind. 😇 Schwarz geht immer, und es gibt natürlich auch ein paar Oberbekleidungsteile in anderen Farben. Im Gegensatz zu ihrer Zimmermitbewohnerin hatte sich meine Mutter für die Faschingsfeier, an der sie ja gar nicht teilnehmen wollte, nicht speziell herausgeputzt, und natürlich auch nicht geschminkt oder gar verkleidet. Das schwarzblaue Hütchen, das an ihrem Veranstaltungsplatz als Tischdeko aufgestellt war, hat ihr aber so gut gefallen, dass sie es auf ihr Zimmer mitgenommen hatte. 😎 Fleisch ist mein Gemüse, und schwarz das neue Farbig?

Dass Bärte Männer grundsätzlich entstellen, und der Cafeteria-Chef Murat mit einer blonden Perücke viel besser aussieht als ohne, habe ich mir auch notiert. 😆 Diesmal gab es in der Mitte der großen Cafeteria, die sonst komplett mit Tischreihen zugestellt ist, eine freie Fläche - zum Tanzen! 
"Die wollten anscheinend ausprobieren, wie das bei den Leuten ankommt", spekulierte meine Mutter, und auf meine Rückfrage, wie es denn angekommen sei, meinte sie: "Gut! Der Murat ist vorneweg getanzt und hinter ihm war eine Polonäse. Es hat sich sogar ein Rollstuhl mit eingereiht, aber dann wurde es zwischen den Tischen doch zu eng, und die Polonäse hat sich wieder aufgelöst." 

Immerhin ein Anfang, und vielleicht gibt es bei nächster Gelegenheit eine optimierte Tischausrichtung, aber:  "Ich gehe da nicht gerne hin", erklärte meine Mutter. Sie ließ mich auch ohne Rückfrage wissen, warum sie die Gruppenveranstaltungen meidet: "Da sehe ich die ganzen Halbtoten, die ohne Füße in ihren Rollstühlen sitzen, und der Kopf liegt daneben auf dem Tisch."

Das war wieder so ein Muttersatz, bei dem es mich zerlegt hat. 😂 Nach dem gemeinsamen Gelächter war es meiner Mutter wichtig, ihre Aussage noch einmal zu präzisieren: "Da passe ich nicht rein, weil ich noch viel farbiger bin." 😜

Für ihre Bekleidung mag das nicht ganz zutreffen, aber im übertragenen Sinn hat meine Mutter natürlich recht. 😉 Immerhin sind die neuen Pfleger alle männlich und jung, und somit eindeutig bessere und interessantere Gesprächspartner im alltäglichen Heim-Umfeld, als "kopflose Zombies". Wie lange der Unterschied zwischen Trikot und T-Shirt das zentrale Gesprächsthema bleibt, hängt jetzt von der Lernfähigkeit des Pflegepersonals ab. 😅 

Und was beschäftigt Sie so während der Faschingstage 2026? 🎉🎈🎵 ☕🐰🎩

Siehe auch: Tädäääh!, Luftschlangen, Sicher!, Helau!?Mal so richtig den Flamingo rauslassen#pink, #Foodporn#Muttergeschichten

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