Donnerstag, 25. Juni 2026

Wegwartenwiesenweg

200 mm | 1/500 s | f4 | ISO 80 | -1/3 LW | Nikon Coolpix P7700

 #Wegwarte  #Blüten  #Wege
#Nachgedacht im #Sommer2026
#Fotografie  #Veränderung

Die blauvioletten Wegwarten blühen wieder an der #Spielplatzwiese, und sie zeigen sich nur in der Morgensonne, wie ich durch das Fotografieren + Recherchieren gelernt habe. Fotografiert hatte ich diese malerischen Blüten schon ziemlich oft, und in allen möglichen Varianten, gerne auch als Detailaufnahme. Diesmal wollte ich den Namen der Pflanze gestalterisch wieder mit ins Spiel bringen: Die Wegwarte steht gerne am Wegesrand, also muss auch der Weg, an dem sie wartet und ihre Aufwartung macht, mit ins Bild. Heute geht es also nicht um Botanik. 😉  

Diese Exemplare stehen an einem Trampelpfad, der seine ganz eigene Geschichte hat. Mittlerweile ist er ziemlich zugewuchert und - je nach Aufnahmestandort - gar nicht oder nur im Ansatz zu erkennen. Es ist ein wildes Durcheinander und somit eine echte fotografische Herausforderung. 😎

Der Verlauf von Licht und Schatten war vor zwei Tagen ganz gut, um den Pfad durch das "Gestrüpp" fotografisch einigermaßen herauszuarbeiten, auch ohne großes Photoshopgebastel. 
Im Hintergrund sehen Sie einen hellen Baumstamm, der mich gestört hätte, wenn ich das Bild aus rein formal-ästhetischen Gründen gemacht hätte. Diesmal wollte ich den Baum explizit mit dabei haben, und Sie erfahren auch gleich warum. 😊 

58 mm | 1/100 s | f8 | ISO 80 | Nikon Coolpix P7700

#zugewuchert

Vielleicht fragen Sie sich manchmal, warum ich so viel fotografiere und diesen Blog schreibe. Wozu das alles...? Ich hinterfrage das auch immer wieder, und manchmal bekomme ich sogar eine Antwort. 😂  Es ist - unter anderem - das dokumentarische Vorher-Nachher in all diesem alltäglichen Mittendrin. Eine Erkenntnis offenbart sich erst nach einer gewissen Zeitspanne, darum braucht man für solche Langzeitprojekte Durchhaltevermögen und Geduld. Hätte ich meinen banalen Alltag nicht fotografiert oder Notizen gemacht, hätte ich das Meiste längst vergessen. War oder ist es wichtig? Das stellt sich manchmal auch erst Jahre später heraus. 😏  

Wir denken gerne in "Highlights" und hangeln uns von einer Urlaubsreise zur nächsten. Das sind tolle Erinnerungen, wir fühlen uns entspannt und inspiriert, und fernab des schnöden Alltags entstehen tolle Bilder. Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir dennoch in einem ganz anderen Hier und Jetzt: Zuhause, beim Einkaufen, im Stau und am Arbeitsplatz. Unspannend...? Das ist eine Frage der Perspektive - oder auch der vielzitierten #Achtsamkeit. 😉 Unterschätzen Sie nicht, wie interessant Ihr Leben ist oder sein könnte, wenn Sie es genauer betrachten. 😎 

Fotos sind nicht nur dokumentarisch oder künstlerisch, sie sind immer auch "Anker" für emotionale Zustände, ähnlich wie Musikstücke aus bestimmten Lebensphasen, oder Düfte, die wir mit bestimmten Situationen verbinden. 

Blicken wir zurück ins Jahr 2017. 😲 

#Trampelpfadabsperrung im #Sommer2017

Erschienen ist dieses Foto im Beitrag Die Macht der Gewohnheit. Was danach noch alles an dieser Stelle und der Wiese daneben unternommen wurde, kommt einem Roman gleich: Die unendliche Spielplatzwiesengeschichte - Wie eine Bienenweide zur Magerwiesen-Monokultur wurde, und sich danach wieder erneuert hat? 😅 #Veränderung
 
Hätte ich in den 1990er Jahren schon so fotografiert, wie ich es heute tue, könnte ich Ihnen Bilder zeigen, wie sich die jahrelangen Bauarbeiten der U-Bahnlinie U1 auf dieser Wiese "niedergeschlagen" hatten. Es war ein von abgestellten, schweren Baufahrzeugen zermatschter Sumpf, der als dumpf-dunkle Erinnerung irgendwo in meinem Hirnstüberl schlummert. Heute steht am Ende dieses temporär mit Bändern abgesperrten Pfads ein neu gepflanzter Baum - der "störende" helle Stamm, den ich unbedingt mit im Tagesmotiv haben wollte (zu sehen in >Neuzugang, Sommer 2025). 

27 mm |  1/600 s  |  f1,6  |  ISO 50  | -2/3 LW |  Smartphone
#Sommer2023

Aus fotografischer Sicht ist das mein Lieblingsbild: Dieses Motiv stammt aus dem Beitrag >Wegwärterin. Vor drei Jahren war der Trampfelpfad wieder geöffnet und erheblich markanter. Dadurch war es auch erheblich einfacher, die fotografische Aufgabe zu erfüllen: Weg/Warte voneinander zu trennen, die Blüten durch einen klaren Schärfefokus zu betonen, und die Menge an Pflanzen im Hintergrund zu zeigen, und das alles nur mit dem Smartphone. 😁
 
Dann wurde die Wiese mit quergelegten Baumstämmen verbarrikadiert, und der verhärtete oder bei Regen total vermatschte Trampelpfad konnte allmählich zuwachsen. So hat sich letztendlich gezeigt, welche Maßnahme am besten funktioniert, wenn man menschliche Gewohnheitstiere daran hindern möchte, den Weg abzukürzen. 😅
 
28 mm | 1/80 s | f8 | ISO 80 | -1/3 LW | Nikon Coolpix P7700

 #Sommer2026

Fotos sind immer nur Momentaufnahmen, sie zeigen einen Status Quo, der morgen schon wieder ganz anders sein kann. Manchmal behaupte ich, dass ich in der Lage sei, Zeitreisen zu unternehmen. Jetzt wissen Sie, wie das (heutzutage) funktioniert, und dass auch Sie jederzeit dazu imstande sind: mit Ihrem Smartphone natürlich. 😉

Wann haben Sie zuletzt in Ihren alten Fotoarchiven herumgestöbert, in denen es noch diese echt alten, un-KI-sierten und nicht photogeshoppten Abbildungen Ihrer damaligen Wirklichkeit gibt? Ungeschönt und nicht perfekt, und genau deswegen echt und authentisch.
 
In meiner zweiten Variante des aktuellen Wegwarten-Trampelpfads habe ich die Blickrichtung um 180° verändert. Diese Streetmotiv-Version erinnert mich daran, dass der Weg vor weniger als zehn Jahren als willkommene Abkürzung für Radfahrende diente. Man bezeichnete sie noch bedenkenlos als Radfahrer, sie fuhren keine E-Bikes, die wenigsten davon trugen Helm, und niemand hatte tagsüber die Fahrradbeleuchtung eingeschaltet. 😅 
Wenn man nicht gerade im Makromodus oder aus >Sonnenfroschperspektive fotografiert, können selbst Blümchenmotive Bildelemente enthalten, die etwas über den jeweils herrschenden Zeitgeist verraten.

92 mm | 1/60 s | f3,2 | ISO 90 | Nikon Coolpix P7700

Sollten Sie irgendwann über eigene "alte" Fotos stolpern, sagen wir aus den letzten zwanzig Jahren 😏, schauen Sie einfach mal nach: Was wirkt auf Sie in Ihren eigenen Bildern heute wie aus der Zeit gefallen? Worüber sind Sie verblüfft, was gibt es heute noch genau in derselben Form, oder was war dann mal weg? Wie weit reicht Ihr eigenes >"Fotografisches Gedächtnis"? 😎

Übrigens: nächstes Jahr - 2027 - feiert das iPhone auch schon seinen zwanzigsten Geburtstag. 😲 Aktuell sind wir in der Welt des KI-Phone. Im Foto muss alles gut aussehen, oftmals schöner als die Wirklichkeit, und der Technik-Boost hilft uns dabei. Die Kamera erkennt nicht nur Motive sondern auch deren typische Problemzonen, und nimmt uns viele, teilweise auch nervige Aufgaben ab. 
Ich weiß, wie frustrierend und überfordernd es sein kann, die Kameratechnik zu bändigen. Beim Fotografieren mit dem Smartie oder der Automatik können Sie sich auf's Gestalten konzentrieren, und wenn trotzdem noch etwas stört, gibt es ebenfalls Hilfe: Gestern habe ich eine Passantin mit ein paar Mausklicks einfach aus meinem Motiv rausgelöscht. War das früher eine mühsame Angelegenheit! 😁 
Warum habe ich das gemacht? Das erfahren Sie in einem anderen Blogpost. 

Im nachfolgenden Motiv ist eine Blüte rausretuschiert, die sich zu nah am linken Bildrand befand. 😉 Wer noch mit Diafilmen angefangen hat zu fotografieren, ist durch eine sehr harte Schule gegangen: Null Korrekturmöglichkeit. Ich finde es digital schon angenehmer, aber auch sehr ehrenhaft, wenn jemand gar nichts an seinen Bildern korrigiert. Meine Devise: So viel wie nötig, und so wenig wie möglich, weil das auch Arbeit und Zeit spart. Wenn es sich um krasses #Photoshopgebastel handelt, oder gar von einer #KI erzeugt wurde, dann schreibe ich es hier im Blog mit dazu. 

33 mm | 1/125 s | f8 | ISO 80 | Nikon Coolpix P7700

Die Wegwarte oder andere Dinge in deren #Umfeld zu fotografieren, und nicht nur als losgelöste Nahaufnahme, ist ein gestalterisches "Ringen mit dem Motiv". Fotografische Reduktion ist relativ einfach, die Komplexität einer größeren Szene einzufangen, ist gerade eins meiner Übungsfelder. 
Auf solchen Bildern ist manchmal "viel drauf", da entsteht viel visuelle Unruhe und Verwirrung beim Betrachter. 😕😒😤

Wie bekommt man die einzelnen Elemente im Foto möglichst an die richtige Stelle, mit der notwenigen Schärfe, gut belichtet und ohne KI-Tricksereien? Da sind wir wieder bei der "klassischen" Fotografie, auch wenn das Bild digital ist.  

Haben Sie heute schon Ihren Alltag fotografiert? Wie sieht die #Sommer #Hitzewelle bei Ihnen gerade aus? Welche Szene oder welches Detail würden Sie als Symbol für diesen Tag als Erinnerung festhalten? 😊 #Fototagebuch!

Siehe auch: WegwärterinAusdauerndVom Weg abgewichen!, Lichtdurchflutet, NeuzugangMonokultur, SonnenfroschperspektiveDie Macht der Gewohnheit 😲, Hochsommer, ZeitmaschineFotografisches Gedächtnis, Größenverhältnisse#Wege, #Blüten, #Nachgedacht

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1 Kommentar:

NiKi hat gesagt…

Ach herrlich, Jacqui, wie Du Dein Fotografie Erleben in Worte kleidest ❤️ Ich erkenne mich wieder❣️
Schreibe ich doch seit einigen Jahren kaum Tagebuch aber knipse mein Fototagebuch... Fotografie ist es nicht, dazu müsste ich soviel Ausbildung und Praxis haben wie Du ...
Meine Knipsereien nenne ich "ErijnerMichs" und genau wie Du beschreibst, zeitreise ich damit. Durch das Auswählen des Motivs für das Momentum übe ich mich in Achtsamkeit ... All dies konnte ich auch für mich feststellen ... Wir sind scheinbar wirklich Schwestern 😘

Bin gespannt auf weitere Beobachtungen von Dir ❤️
Pass gerade bei der Hitze ohne Meer auf Dich auf 😘 Herzliche Grüße aus dem meerbrisigen Sommer in Kiel ,🫂❤️ Deine NiKi