Sonntag, 18. Oktober 2026

Wie spĂ€t ist es denn? 😕

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#Herbstlaub #minimalistisch  #rot
#Muttergeschichten  #Pflegeheim
#Herbst2026

Nein, es geht (noch) nicht um die bevorstehende Zeitumstellung der Uhren. 😅 Das wĂ€re eine Woche zu frĂŒh. 

Frage an Sie: Wie gut funktioniert Ihre innere Uhr? Oder auch: Wie gut schlafen Sie - generell, oder zur Zeit? Macht sich das schwindende Tageslicht in Ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus bemerkbar? Sind Sie mĂŒde - und wie fĂŒhlen Sie sich dann? đŸ«©đŸ«Ł

Die innere Uhr meiner Mutter ist durch die jĂŒngsten VerĂ€nderungen aus dem Takt geraten ⏰. Als absoluter FrĂŒhmensch will sie morgens zeitig aufstehen, das heißt um 6 Uhr morgens. Die meiste Zeit hat das auch im Heim geklappt: Sie wurde gleich bei Dienstbeginn vom Pflegepersonal ins Bad gebracht, und konnte um acht Uhr zeitig und in Ruhe frĂŒhstĂŒcken. Mittags gibt es ab 12 Uhr schon wieder Essen, und wer spĂ€t frĂŒhstĂŒckt, hat mittags keinen Appetit. Auf Station ist man ohnehin der Ansicht, dass meine Mutter viel zu wenig isst, also wĂ€re frĂŒhes FrĂŒhstĂŒcken eine wichtige Maßnahme zur Appetitverbesserung. 😋🍮

Durch den nĂ€chtlichen Schlafmangel und die Unruhe im Raum kommt es jedoch dazu, dass meine Mutter erst in den frĂŒhen Morgenstunden einschlafen und sich ein wenig erholen kann.

Es wird spĂ€ter hell, also weiß man morgens nicht mehr so genau, wie spĂ€t es ist. Die große Uhr im Raum ist vom Bett meiner Mutter aus nicht zu sehen. Als sie nun vor ein paar Tagen geweckt wurde, war ihre erste Frage: "Wie spĂ€t ist es denn?" 😟

Die schelmische Antwort des Pflegers, der den Unmut meiner Mutter kennt, wenn sie zu spÀt geweckt wird, lautete: "Es ist dreiviertel."
"Dreiviertel?", fragte meine Mutter. 😕 "Dreiviertel was? Dreiviertel sechs, dreiviertel sieben oder dreiviertel Arschbacke?" 😜

Sie kicherte vergnĂŒgt, wĂ€hrend sie mir erzĂ€hlte, dass der sonst so ruhige und ernst dreinblickende Pfleger bei "dreiviertel Arschbacke" in schallendes GelĂ€chter ausbrach. Die Stimmung war gerettet, denn es war schon "dreiviertel acht", also 7:45 Uhr und somit beinahe FrĂŒhstĂŒckszeit. 😔

DarĂŒber war meine Mutter natĂŒrlich nicht begeistert, denn sie musste ja noch durchs Bad, sich beim Anziehen helfen lassen, und das dauert. Wir reden nicht von Styling und Extras, sondern von Pflegegrad 3 mit Rollstuhl und pflegerischer Begleitung bei minimaler MobilitĂ€t. Wenigstens hatte sie in dieser Nacht eine MĂŒtze Schlaf bekommen, und das hatte ihr gut getan. 

Schlaf ist elementar wichtig fĂŒrs Wohlbefinden und die Gesundheit. Schlafmangel ist Stress, und der belastet die Immunabwehr. Das gilt fĂŒr jedes Lebensalter, und die ErkĂ€ltungs- und Infektionszeit hat gerade erst begonnen. đŸ˜· ErkĂ€ltungs- oder infektionskrank war meine Mutter sehr selten in ihrem Leben. Ein bisschen verschnupft vielleicht, das war's dann aber auch. Guter Schlaf ist wichtig, hatte sie mir zeitlebens erklĂ€rt, und jetzt das. 😠

Sie ist sehr unglĂŒcklich mit der Situation. FĂŒr sie war es immer wichtig, diszipliniert frĂŒh aufzustehen - so bin auch ich zur routinierten FrĂŒhaufsteherin geworden. Man hat keine Wahl, wenn man als DreijĂ€hrige morgens um sechs geweckt wird, damit die alleinerziehend berufstĂ€tige Mutter pĂŒnktlich um acht Uhr am Arbeitsplatz erscheinen konnte, und ohne gemeinsames FrĂŒhstĂŒck sind wir nie aus dem Haus gegangen. Das ist Teil ihrer nicht-monetĂ€ren Lebensleistung. 
Wer so einen militĂ€rischen Drill sein Leben lang praktiziert, hat ein Muster entwickelt, das sich mental und körperlich so eingeschliffen hat, dass man es als völlig normal empfindet. Verschlafen geht gar nicht, und wer um acht Uhr noch nicht auf den Beinen ist, ... ja was? Der hat halt einen anderen Tages- oder Lebensrhythmus. 😉 Im Pflegeheim herrscht dennoch ein klarer Tagesablauf: FrĂŒhstĂŒck gibt's ab acht Uhr, und es ist nicht so entspannt wie im Hotel, weil das Pflegepersonal dafĂŒr auch nur ein begrenztes Zeitfenster hat. 😓

Wie steht es um Ihre "persönliche Gleitzeit"? Können Sie bei Bedarf lĂ€nger schlafen, mĂŒssen Sie pĂŒnktlich raus, weil Sie feste Arbeits- oder Dienstzeiten haben, oder wollen Sie frĂŒh aufstehen?

Am Tag nach dem extrem anstrengenden Heimbesuch habe ich meine persönliche Gleitzeit in Anspruch genommen: Ich war so mĂŒde, dass ich erst um sieben Uhr aufgewacht bin, also zwei Stunden spĂ€ter als ĂŒblich. Da wurde es draußen gerade hell. Dreiviertel Arschbacke, dachte ich 😂, habe meinen Morgentee genauso langsam getrunken wie sonst auch, und etwas weniger Zeit damit verbracht, vor dem Aufbruch ins BĂŒro noch in der Wohnung herumzurĂ€umen. Einen lĂ€ngeren Umweg habe ich mir auch verkniffen und war ohne Fotostopps "pĂŒnktlich" am Arbeitsplatz, damit meine innere Uhr nicht ganz durcheinander gerĂ€t, bevor die Zeitumstellung einen obendrauf setzt. 😒

"Chronobiologinnen und -biologen weltweit sind sich einig, dass unser Umgang mit Licht die menschliche Gesundheit und LebensqualitĂ€t auf entscheidende Weise beeinflusst. (...) Ziel ist es, mehr Interesse an chronobiologischen ZusammenhĂ€ngen zu wecken und Forschungsergebnisse stĂ€rker in die Breite zu tragen. Sich hartnĂ€ckig haltende Fehlannahmen sorgten in der Bevölkerung so etwa seit Jahrzehnten fĂŒr unnötiges Leid und unberechtigte Kritik. „Menschen glauben dann zum Beispiel, dass sie faul sind, weil sie es nicht schaffen, frĂŒh aufzustehen. Dabei ist das oft biologisch bedingt. Dieses Wissen mehr in die Gesellschaft zu tragen, kann entlastend wirken“, heißt es bei der Max-Planck-Gesellschaft. 

Na, dann trage ich das hiermit in die Gesellschaft. 😊 Persönliche Gewohnheiten sind allerdings auch nicht zu unterschĂ€tzen... Die Frage, wie spĂ€t es ist, stellen wir uns spĂ€testens am 25. Oktober wieder hĂ€ufiger. 😅

Siehe auch: Komplexe Ereignislage, Alchemilla, Knoblauch und Weihrauch, Schneegestalt, Gemeinsamer Lebensraum, Sommerblues, 8° Regen, Lichtteppich, Zeitumstellungskater, Zeitnormal, Die wahre Sonnenzeit

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