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Mittwoch, 29. April 2026

Erlebniskarussell

18 mm | 1/120 s | f2,2 | ISO 64 | Smartphone


#Nostalgie  #Anachronismus
#AuerDult  #München
#Frühling2026

Eine kurze Stippvisite auf der Auer Dult ist bei mir im Frühjahr ein Muss. Als Dult bezeichnet man im südostdeutschen Sprachraum häufig einen Jahrmarkt mit Volksfestcharakter, erläutert Wikipedia, und dass die Münchner Dult als die bekannteste gilt. Sie findet dreimal jährlich jeweils für neun Tage im Münchner Stadtviertel Au statt. Die sogenannte Jakobidult im August wurde bereits 1310 im Satzungsbuch der Stadt erwähnt und kam 1905 auf den Mariahilfplatz. 

Zwischen den Terminen Anfang Oktober und Ende April liegen etwa sechs Monate, und weil wir auf der Dult unsere Kräuter und Gewürze kaufen, muss der Vorrat im Frühjahr regelmäßig aufgestockt werden. Auch wenn wir die Produkte beim Händler unseres Vertrauens jederzeit online bestellen könnten, ist der schwindende Vorrat stets der perfekte Anlass, über den großen Marktplatz zu schlendern: "Heute bieten auf 22.000 Quadratmetern Nutzfläche 290 Marktkaufleute und Schausteller ihre bewährten Waren und Attraktionen an." So titelt muenchen.travel völlig zu Recht: "Dult ist Kult!" 

Fotos mache ich bei meinen Dult-Besuchen nur noch sporadisch, was eigentlich schade ist. Das muss wieder anders werden. 😁

Freitag, 24. April 2026

o. T.

28 mm | 1/3000 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

 #Tulpenmagnolie  #Blüten  #Ziergehölze
#Kreativität #Wortklauberei
#Frühling2026

Die Überschrift Augenweide hatte ich schon einmal für ein anderes Frühlingsfotomotiv verwendet. Hier würde der knackige, wenngleich altmodische Begriff auch passen, aber dann bestünde Verwechslungsgefahr.

Mit aktuell zweitausendneunundachtzig 😳 veröffentlichten Beiträgen in diesem Blog muss ich mir immer wieder was Neues einfallen lassen - eine kreative Herausforderung, aber mir gefällt das. Es ist eine spezielle Form von Gehirnjogging, oder auch Kreativitätstraining. 😊

Kennen Sie das auch: Sie laufen durch eine Ausstellung, und jedes zweite ausgestellte Kunstwerk hat ein Wapperl dran, auf dem o.T., steht - also "ohne Titel". Bei Fotowettbewerben kommt dieser titellose Titel oft vor, und er ist kein Zeichen von Amateurhaftigkeit: auch etablierte Künstler*innen, deren Werke in angesehenen Museen oder Galerien hängen, machen davon Gebrauch. 

Freitag, 27. März 2026

Kaltluft

27 mm | 1/220 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Bärlauch  #Smilla #grün
#Frühling2026

Smilla will es heuer wirklich wissen: die hat sich gestern auf Island ausgetobt und nachgeliefert, was im Januar gefehlt hatte - einen heftigen Wintereinbruch. 

Bevor ich morgens meine Frühgymnastik mache, bekomme ich am Rande noch den letzten Rest der österreichischen TV-Nachrichten mit, also meistens die Wettervorhersage. Heute wurde vor sich verwirbelnden Hoch- und Tiefdruckgebieten gewarnt, die mit extremen Sturmböen und hoher Lawinengefahr im Gebirge einhergehen. Da sind die moderaten Graupelreste auf dem üppig sprießenden Münchner Bärlauch definitiv kein Anlass, sich zu beklagen. 

Trotz niedriger Temperaturen durchzieht derzeit ein intensiver Knoblauchduft die Luft in den Isarauen. 😲 Dazwischen leuchten die gelben Forsythien, die ersten rosa Blüten an Ziersträuchern habe ich auch schon erspäht, 😍 und im Hintergrund zwitschern überall die Singvögel. 🐦 🎵🎶  Insofern passt das, was ich sehe und höre, nicht ganz mit dem zusammen, was ich unter meiner Winterjacke spüre: Brrr! 😬

Wir haben ja mehrere Sinne, mit denen wir die Welt um uns herum wahrnehmen können oder könnten:

Mittwoch, 10. Juli 2024

Im Tunnel

104 mm | 1/800 s | f3,8 | ISO 125 | Lumix FZ1000
 

#Brücke  #Baustelle am Deutschen Museum 
#München  #Sommer2024

Haben Sie gestern Abend oder heute Nacht jemanden feiern gehört? Es war ein toller Sommerabend, um Mitternacht bei immer noch über 20°, jedenfalls hier bei uns. Ich bin lange draußen gesessen, um die nächtliche Atmosphäre zu genießen, und trotzdem um fünf Uhr morgens von alleine aufgewacht.
Wenn Spanien gegen Frankreich spielt, hört man in unserer Nachbarschaft nix. Nur beim letzten Deutschland-Spiel gab es zwischendurch einen einzelnen Jubelschrei aus dem gegenüberliegenden Häuserblock, aber das hat sich schnell erledigt. Als die Türken in ihrem Viertelfinale das erste Tor geschossen hatten, hat jemand in der Seitenstraße einen Böller gezündet. Ansonsten war und ist es rund um die Spiele beinahe gespenstisch ruhig. Die Fußball-Fans waren vielleicht alle beim Public Viewing und nicht dahoam im eigenen Stadtviertel? Man braucht ja keine Glotze  mehr, so wie meine alte Mutter, sondern kann sich die Spiele überall aufs Handy streamen.

Als ich meinen Freund aus Berlin zum Bahnhof brachte, begann auch gerade ein Deutschland-Spiel. Trotzdem habe ich auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn nichts verpasst: Eine Frau neben mir verfolgte die Übertragung unterwegs, und ich konnte ihr dabei über die Schulter schauen. Das hat sie gar nicht gemerkt, weil sie so konzentriert auf den kleinen Bildschirm blickte.

Was an diesen Geräten auf der einen Seite total genial ist, weil sie uns so viel Flexibilität ermöglichen, ist auf der anderen Seite ziemlich gespenstisch: Suchtfaktor. Alle gucken gebannt in ihre kleinen Kästchen und sind irgendwie "nicht da", obwohl sie körperlich anwesend sind. Zwischenmenschliche Kommunikation bedeutet oft: Schau mal, was ich hier auf meinem Handy habe, und dann schauen sie zu zweit ins kleine Kästchen. Sie schauen auch gerade... 😅

Was können Sie gerade hören, fühlen oder riechen?
Gehen Sie die Sinneskanäle durch. Mit einer so einfachen Übung kommen Sie ganz schnell und auch relativ leicht ins Hier und Jetzt. Und jetzt schauen Sie mal woanders hin: 
Wo befinden Sie sich? Wie sieht es da aus? Was gibt es zu entdecken? 😀

Siehe auch: Zuckersüß und intensiv blumig, Schönwettersturm, Wie gut ist Ihre Propriozeption?, Kaltluft, Fluchtpunkt

Heute vor einem Jahr: Nochmal nachgeMESSEn

Sonntag, 12. Mai 2024

Schönwettersturm

27 mm | 1/2700 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Hagebuttenrose  #pink
#Frühling2024

Nur Blümchen, aber auch blauer Himmel... Irgendwie muss ich mich darüber hinwegtrösten, dass weder ich noch meine Kameras auch letzte Nacht keine Polarlichter am Himmel sehen konnten. 😒 Der >Sonnensturm hatte sogar die Stufe G5 (!) erreicht, und das Erdmagnetfeld deutlich geschwächt. Jetzt dreht sich die Sonne mit ihren hoch aktiven Sonnenflecken weg von der Erde, und "wir" sind wieder aus der Schusslinie. Die Betreiber von Satelliten und anderen empfindlichen Infrastruktureinrichtungen werden aufatmen, und für die Forschung gibt es nach diesem Ereignis wieder jede Menge interessanter Daten.

Ich habe in den letzten beiden Nächten jedenfalls ungewöhnlich gut geschlafen. 😅 Machen Sonnenstürme besonders müde oder tragen Sie gar zur Entspannung bei? Keine Ahnung, ob es da einen Zusammenhang gibt. "Normale" Wetterfühligkeit ist bisher ein "weitgehend unerforschtes medizinisches Phänomen", aber immerhin fällt es jetzt nicht mehr in den Bereich der Esoterik.
Mit meinem visuellen Sinneskanal ist mir im Lauf der letzten Woche aufgefallen, dass speziell das "immergrüne" Grünzeug in der Natur innerhalb kürzester Zeit einen regelrechten Schuss nach vorne gemacht hat. Seien es die Buchsbäume, die Tannen oder unsere Thuja, sie haben alle ausgesprochen lange, grüne Triebe dazu bekommen. Die Luft ist morgens immer noch recht feuchtkühl, aber sie roch heute früh ausgesprochen frisch. 

Wie viele Gerüche oder Düfte nehmen Sie im Alltag bewusst wahr? Auf diese Frage komme ich, weil sie gestern in einer Sendung von Planet Wissen gestellt wurde. 

Dienstag, 27. Februar 2024

Die Magie des NoPlan

#Collage  #analog  #Kreativität
#Muttergeschichten

Wer ist NoPlan? 😁

Während im Mutterhome die immer gleichen, seichten Schlager im TV trällern, erschöpfen sich unsere Gespräche momentan sehr schnell. Zum zwanzigsten Mal geht es um Dieter Bohlen, Angelo Mozarrella, und zwischendurch auch um die Kaisermania, aber im Wesentlichen erlebe ich erneut und immer wieder diese "täglich grüßt das Murmeltier"-Situation. 😵🙈🙉🙊 

Trotz vieler geänderter Routinen bleibt das Mutterhome eine endlose Wiederholungsschleife des ewig Selben, auch wenn meine Mutter machmal Fragen stellt, auf die ich selbst keine Antwort habe. Zu den einfacheren gehört: "Warum müssen die Schlagersänger jetzt alle mit Anzug ins Meer steigen?"
"Das ist jetzt modern. Einer hat angefangen, die anderen machen es nach, weil es cool aussieht."
Ich muss an einen Trend denken, der "Spoil your wedding dress" hieß, das war vor ein paar Jahren so ein Fotografending. Die Idee dahinter: So ein tolles Hochzeitskleid nur einmal tragen ist bescheuert, also machen wir damit ein Fotoshooting im Schlamm. Gibt's das noch? Ich habe keinen Plan 😏. Vor allem habe ich keine Lust, jedem Würstchen hinterherzuspringen, das meine Mutter mir vor die Nase hält. 

Samstag, 18. November 2023

Dazulernen

27 mm | 1/640 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Baumfreunde  #Herbst2023

Ja, schon wieder Bäume 🌲🌳 Ich habe mich gerade gefragt, ob ich mittlerweile mehr Baum- als Facebookfreunde habe, und worauf ich eher verzichten könnte, wenn ich mich entscheiden müsste. 😏 Das kann man natürlich nicht miteinander vergleichen. Viel eher steht die Frage im Raum, wie ich meine wertvolle Lebenszeit auf die so unterschiedlichen Lebensbereiche, die analoge und die digitale Welt, verteile. Auch innerhalb dieser beiden "Sphären" muss ich mich tagtäglich entscheiden, womit und mit wem ich meine Zeit verbringe. Notwendigkeiten und Möglichkeiten gibt es viele, und dazu das schöne Sprichwort, dass man nicht auf allen Hochzeiten tanzen kann. 

Sonntag, 6. Februar 2022

Die Rückkehr der alten Götter

Baum, Rinde, Gesichter, Strukturen, Schamanismus

#Baumgeist  #Natur  #Rinde  #Strukturen
#Photoshopgebastel

Unter dem Titel "Schamanen, Hexen, neue Heiden" sendete das Erste letzte Woche eine Dokumentation über den Wandel des religiösen Lebens in Deutschland. Eine der ersten Fragen lautete: Sind die (#Schamanen, #Hexen und neuen #Heiden) rechtsextrem? Und, oh Wunder, nein - die Macher:innen der Doku kamen zum Ergebnis: Sie sind es nicht, jedenfalls nicht alle. Man muss schon genau hingucken, wie überall. Das wiederum ist heutzutage eine Aufgabe, der viele Menschen nicht mehr gewachsen sind. Und das wiederum (ich wiederhole mich bewusst) hat auch mit dem Umstand zu tun, dass die meisten Leute einfach total gestresst sind. Flucht oder Abwehr sind die typischen Reaktionen, wenn der Adrenalispiegel hoch ist. Wann waren Sie zuletzt total entspannt? In der Warteschlange vor der Arztpraxis? Ja, da war ich auch. Wieder ein Rezept für die Mutter abholen.

Danach hockte ich meditierend unter meinen #Baumfreunden. Die kennen mich inzwischen, wie es scheint, und bei denen kann ich, nicht ganz wortlos, aber schweigend meinen seelischen Müll abladen, der sich in stressigen Situationen ansammelt. Diese Lebewesen (und das sind Bäume definitiv), haben einen unglaublich beruhigenden Einfluss auf mich, sogar jetzt, mitten im Februar. 

In der Rinde einer alten Esche  erkannte mein Gehirn ein Gesicht. In der nordischen Mythologie gilt die Esche (Yggdrasil) als Weltenbaum, der den gesamten Kosmos repräsentiert. Was ich in meinem "kontemplativen Zustand" sofort sah, ließ sich aus dem digitalen Foto später nur unter großen Mühen halbwegs herausarbeiten. Baumgeister sind fotoscheu? 😉 Nein. Das Gehirn interpretiert Muster und Formen, eine Kamera zeichnet sie nur auf. Aber warum erkannte mein Gehirn im Abbild der Rindenstruktur das vermeintliche Gesicht nur noch ganz latent?