Mittwoch, 13. Mai 2026

Unscheinbarer Mauerpfeffer

26 mm | 1/100 s | f2,2| ISO 64 | Smartphone

 #Blüten #Botanik #Wortklauberei
#Frühling2026

Über die Namen von Pflänzchen habe ich ja schon sehr oft gestaunt. Das hier ist ein Spanischer Mauerpfeffer, der aber gar nicht aus Spanien stammt, und dort auch gar nicht wächst. Kommt Ihnen das auch spanisch vor? 😂 

Der Ursprung dieser Redewendung stammt aus der Zeit, als Karl V. (1500–1558) deutscher Kaiser wurde. Von seiner Erziehung her war er spanisch beeinflusst, und führte in Deutschland Sitten und Gewohnheiten ein, die hier nicht bekannt, ungewohnt und vielen Menschen unverständlich waren. 😕 

Diese Pflanze gehört zur Gattung der Fetthennen (Sedum), und die heißen wahrscheinlich so, weil sie sich durch besonders dickfleischige Blätter auszeichnen. Vielleicht haben Sie selbst eine im Garten, oder gar als Zimmerpflanze am Fensterbrett? 😍🌼

Ebenso winzig aber deutlich auffälliger sind gelb blühende Fetthennen, das wäre dann ein Scharfer Mauerpfeffer.

Ob scharf oder nicht: Den sollte man nicht essen, auch wenn er eine uralte Heilpflanze ist, die schon der alte Grieche Hippokrates in seinen Schriften erwähnt hatte. "Der spanische Arzt Duval berichtete im 19. Jahrhundert, er habe den frischen Pflanzensaft mit Bier vermischt und bei Diphtherie gegeben – und dies 30 Jahre lang mit Erfolg." (Apotheken-Umschau) 😟

Die Blätter des hier gezeigten Pflänzchens sollen im Salat gut schmecken, aber momentan habe ich keine Lust auf Selbstversuche. 😅
Egal, wieviele verschiedene Namen dieses Gewächs auch hat: auf dieses wäre ich beinahe draufgetreten, weil die Blüten nur wenige Millimeter groß beziehungsweise klein, also leicht zu übersehen sind. Sie hatten sich in den Fugen zwischen kleinen Pflastersteinen direkt vor einem Hauseingang ausgebreitet, es handelt sich also um einen ziemlich krassen Überlebenskünstler. 

Interessant an all diesen "teppichbildenden" Sorten ist, dass sie sehr anspruchslos und gleichzeitig dekorativ sind. Man findet sie in Steingärten oder Mauernischen, wo sie nahezu unkaputtbar und auch noch bienenfreundlich sind. Darum eignen sie sich hervorragend für die Dachbegrünung, und werden neuerdings auch bei der Begrünung von Bahngleisen bedeutender. Kommt die Bahn deshalb so oft zu spät? 😉  

Was mitten auf einem Gehweg aus den Fugen sprießen kann, sieht man nur, wenn man genau hinschaut. Ist Ihnen unterwegs schon einmal etwas Interessantes aufgefallen - abgesehen von ToGo-Müll oder Kronkorken? 😏

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