Samstag, 1. September 2018

Die Last des Alltäglichen


Am Wochenende, wenn ich mich gerne ausruhen würde, gibt es stets Dinge zu tun, die ich liebend gerne outsourcen würde. Waschen, putzen, bügeln, kochen und so weiter. Fenster putzen!!! Ojeeee! Könnten wir nicht auch eine Putzperle engagieren, die das alles für uns erledigt?

Nein, sagt mein Mann, und manchmal hasse ich ihn dafür. Als ich neulich wieder einmal mit dem Putzlappen durch die Wohnung wischte, hatte ich so etwas wie eine Erleuchtung. Ausgerechnet beim Saubermachen wurden mir die Dimensionen der Räume deutlich bewusst. Es gibt nicht nur das Sofa, den Fernseher und das Bett, sondern auch das Bad, die Küche, den Abstellraum, das Arbeitszimmer. Wir haben uns so viel Mühe gegeben und so viel Aufwand getrieben, um uns diesen Luxus leisten zu können und jetzt ärgere ich mich darüber, dass ich einmal in der Woche das Bad oder gelegentlich die Fenster putzen muss? Wie doof ist das denn! 

Luxusprobleme!
Man kann die unvermeidlichen Routinejobs als Qual betrachten, oder man legt den Schalter im Kopf um: Putzen ist für mich jetzt eher ein Anlass dankbar für das scheinbar Selbstverständliche zu sein. Wir leben sicher, wir haben nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern Küchen und Bäder mit fließend warmem Wasser. Wir haben Internet und eine Heizung! Im Supermarkt um die Ecke bekommen wir alles, was worauf wir Lust haben und müssen nicht um unser tägliches Überleben kämpfen. Ein so hoher Lebensstandard ist für viele Menschen normal und gleichzeitig ist so ein Leben für viele Menschen eben nicht (mehr) selbstverständlich. 
Gleichzeitig gibt es Menschen, die sich keinerlei Gedanken darüber machen müssen, ob sie sich nun einen neuen Audi oder doch lieber einen Ferrari in die Garage stellen. Bei den Luxusproblemen gibt es eben auch Abstufungen. Wo zieht man die Grenze? Wann ist es genug? Da hat jeder seine ganz eigenen Ansprüche und Prioritäten. Je mehr Platz und je mehr Geld zur Verfügung steht, desto mehr materiellen Reichtum kann man anhäufen. Die Lebensfreude erhöht sich nicht automatisch mit dem materiellen Wohlstand. Die Gegenstände, die wir - unabhängig vom Einkommensniveau - im Laufe der Zeit anhäufen, werden irgendwann zum Ballast. 

Entrümpeln!
Eine gute Strategie gegen das Zuviel an Dingen ist das regelmäßige Entrümpeln. Vor vielen Jahren hatte ich einen Kalender mit Denkanstößen, was man in der jeweiligen Woche entrümpeln könnte. Allein die Stichworte Keller, Garage oder Dachboden dürften bei den meisten Menschen ein Seufzen auslösen. Ja, müsste man mal wieder... 
Ich habe unlängst meine Schränke und Schubladen geöffnet und veraltete Digitalkameras aussortiert. Es hat fast eine Woche gedauert, bis ich alle Kabel, Zubehör und Original-Bedienungsanleitungen zusammengesucht hatte, aber die Mühe hat sich gelohnt. Dieser Befreiungsschlag hat nicht nur Platz geschaffen, sondern sogar noch ein paar Euro eingebracht. Im Vergleich zum Anschaffungspreis war der Ertrag zwar gering, aber wenn die Geräte noch ein paar Jahre in der Vitrine gelegen wären, hätte ich sie nur noch zum Wertstoffhof bringen können. Jetzt ist es wieder lichter und übersichtlicher in den Schränken und ich fühle mich viel wohler damit. Wenn Sie auch Elektrogeräte haben und nicht monatelang auf einen Käufer bei eBay und Co. warten wollen, finden Sie im Netz mehrere Firmen, die sich auf den Ankauf spezialisiert haben. Für den Verkäufer ist das sehr angenehm, weil man die Sachen einfach nur einpacken und wegschicken muss, die Versandkosten übernimmt der Händler. Schwere Pakete kann man auch zuhause abholen lassen, das kostet dann ein paar Euro extra. 

Der Wert der Dinge
Besser verschenken bei nebenan.de:
Mit Foto einem geht's leichter und erspart Rückfragen.
Manche Leute sammeln aus Leidenschaft, manchmal sammeln sich Dinge einfach an. Schuh- und Kleiderschränke lassen sich dank regelmäßiger Altkleidersammlungen wunderbar entrümpeln. Und dann gibt es noch die dekorativen Staubfänger: Hier ein kleines Souvenir aus dem Urlaub, dort ein Mitbringsel von jemandem, der zum Kaffeetrinken kam.
Irgendwann kann man sich überlegen, welche dieser kleinen Objekte in Regalen und Schränken man wirklich braucht. Wenn wir uns daran nicht mehr freuen können, oder wenn so ein Ding seine Bedeutung verloren hat, dann kann man es auch loslassen. Auf zum Flohmarkt oder ab damit in einen Second Hand Laden.

Auf Plattformen wie nebenan.de kann man nicht mehr Benötigtes ebenfalls verschenken oder zum Verkauf anbieten. Das hat den Vorteil, dass die Sachen auch noch abgeholt werden und man lernt Menschen aus dem Stadtviertel persönlich kennen.

Bücher...
Eine stattliche Bibliothek im eigenen Wohnzimmer wirkt anziehend, aber irgendwann ist das Regal voll. Als es noch  kein Internet gab, habe ich viele Bücher gekauft. Heute greife ich eher zum E-Book. Gedruckte Fachbücher mit handschriftlichen Anmerkungen und Notizen bleiben in der Sammlung, aber wenn ich einen Roman gelesen habe, muss ich das gedruckte Exemplar nicht unbedingt behalten. Mir geht es wie den meisten Leuten: Fürs Altpapier sind Bücher meistens zu schade. Deshalb sind die Bücherschränke im öffentlichen Raum eine geniale Erfindung. Dort stöbere ich gerne herum, nehme mir ein Buch mit und lasse eins oder zwei dort. 
Ob es in Ihrer Stadt solche Bücherschränke gibt, können Sie auf dieser Seite erfahren.

Weniger ist mehr
Geburtstage und Weihnachten sind die Termine im Jahr, an denen besonders viele Dinge neu in den Haushalt kommen. Viele Menschen lassen sich heutzutage gar nichts mehr schenken, bitten um Spenden für gemeinnützige Zwecke oder geben vorher einen klaren Wunschzettel heraus. Beherzigen Sie solche Wünsche. Beschenkte mit etwas zu "überraschen" kann gut gehen, wenn man den oder die Beschenkte gut kennt. Meistens sind es dann aber doch neue "Ballaststoffe", die in den Haushalt einziehen. Wenn sie verzehrbar sind und eine kurze Mindeshaltbarkeit haben, ist wenigstens sichergestellt, dass sich die guten Gaben kurz- bis mittelfristig in Wohlgefallen auflösen. Trotzdem können zehn "Fresskörbe" und zwanzig Blumensträuße auch zuviel des Guten sein. Nicht umsonst sind "Events" - gemeinsame Erlebnisse - die ganz neuen Renner beim Schenken. Das nächste Mal schreibe ich einen Artikel über Zeitmanagement ;-)

Legen Sie los!
Nehmen Sie sich Zeit für eine Bestandsaufnahme. Sie müssen ja nicht gleich einen ganzen Tag fürs Entrümpeln aufwenden oder den kompletten Keller auf links drehen. Ein Regal oder ein Schrank ist ein guter Anfang. Es fängt sogar an Spaß zu machen, wenn man sich erst einmal aufgerafft hat.
Dinge, zu denen man einen persönlichen Bezug hat, sind oft die schwierigsten. Einen Tipp aus dem Entrümpeln-Kalender habe ich mir gemerkt: Packen Sie solche Gegenstände in einen schönen Karton und räumen Sie ihn aus dem Blickfeld. Wenn Sie die Sachen nach einem Jahr nicht vermisst haben, können Sie den Karton weggeben. 

Auf der Seite Recyclingmonster finden Sie Ankaufdienste für alles, was noch zu gut ist, um es wegzuwerfen. Wenn sie es lieber klassisch mögen: Besonders schön sind die alljährlichen Hinterhofflohmärkte im eigenen Stadtviertel. Google hilft Ihnen bei der Suche. Viel Spaß  und gutes Gelingen beim Entrümpeln!

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