Sonntag, 24. Juli 2022

Houston, wir haben eine Doppeldelle!

"Am 4. März 2022 schlug auf dem Mond ein „Raketenteil“ ein, von dem bis heute niemand weiß, von welcher Mission es stammt und dessen Besitz alle bekannten raumfahrenden Nationen abstreiten. Jetzt hat die NASA-Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ den Einschlagkrater des immer noch rätselhaften Objekts entdeckt und fotografiert – und wundert sich umso mehr", meldet die Internetseite Grenzwissenschaften.

Ach, ich bin so froh, dass ich nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der sich wundert. Wenn nicht einmal die NASA weiß, was auf dem Mond einschlägt, dann muss ich mir als Laie nicht den Kopf zerbrechen. Auf dem ominösen Foto von der Rückseite des Mondes ist nicht nur ein Einschlagkrater zu sehen, sondern gleich zwei, direkt nebeneinander. Sowas gab's noch nie, und natürlich will's keiner gewesen sein. Man spekuliert anhand von Größe und Form der Krater, dass ein Objekt mit einem "nicht üblichen" Antriebssytem abgestürzt sei. Womöglich war es ein schwarzer Schwan mit Doppel-Düsenantrieb? Der Jadehase, der den Absturz beobachtet haben könnte, schweigt sich aus. Hasen sind generell nicht so gesprächig. Die sind vor allem schnell und gewinnen gerne Wettrennen, vor allem wenn ein Adler im Orbit auftaucht. Da ist's vorbei  mit der Ruhe in der Tranquility Base.

Wettlauf im All!
BILD meldete Anfang Juli, dass die Chinesen den Mond besetzen, und zusammen mit Russland eine gemeinsame Mondbasis errichten wollen! Das gefällt der NASA gar nicht, denn wer den Mond besetzt, der hat die Macht, heißt es aus informierten Kreisen. Ob es sich um die Macht auf der dunklen oder hellen Seite handelt, ist in diesem Fall klar. Ich ahne auch schon, wer den Darth Vader spielen wird. Wo bleiben die Jedi-Ritter!? Die wollten doch zuerst da sein, und sollten deshalb mit dem Artemis-Programm 2023 auf dem Mond landen. Der Termin wurde verschoben: Technische Probleme.

Den Mond besetzen!?
Das dürfen die nicht, aber die machen das einfach, wenn sie es können. Schon der Jedi-Meister Yoda wusste: "Es gibt kein Versuchen. Es gibt nur Tun oder Nicht-Tun." Es ist ja noch keiner da, der im Mondstaub einen Maschendrahtzaun aufgebaut hat, und sagen könnte: "Du, du! Das ist meins, da gehst du weg." Und dann fahren die wieder nach Hause? Ne, wirklich nicht. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst das Mondgestein. Die Pioniere nehmen wahrscheinlich gleich ihre schweren Waffen zur Verteidigung mit. Um dieses Geraffel mit Raketen hochzuschießen, werden wir hier unten noch ein bisschen mehr Energie sparen müssen. Machen wir doch gerne, ist ja für den Fortschritt der Menschheit. Als Dankeschön können wir dann jede Nacht ein "Feuerwerk" auf dem Mond beobachten und fotografieren? Instagrammable!

Das unsichtbare Dritte!
Ah, Moment... ich bekomme gerade einen Anruf aus dem Forschungszentrum für Modernes Menschsein. Mhm. Die sagen, dass der Mond längst besetzt ist. Aha. Und das ist erwiesen? Nein. Ach so, die Tarnvorrichtungen von Interstellar Travel. Ich verstehe. Der intergalaktische Reiseunternehmer hat eine perfekt getarnte Basis auf dem Mond. Von dort werden schon seit Tausenden von Jahren die Tagesausflüge auf die Erde organisiert?! Oh. Dort ist man nicht begeistert über die neuen Pläne der irdischen Raumfahrer? Geschäftsschädigend. Ja klar. Und was machen die von der Reiseagentur, wenn Astronaut*innen eintreffen und anfangen im Sand zu buddeln? Ou. Die lassen ankommende Fluggeräte abstürzen? Mit Doppel- oder konventionellen Kratern? ... Mist, die Verbindung wurde unterbrochen. Das hätte mich jetzt aber wirklich brennend interessiert. Hoffentlich rufen die nochmal an.

Ein großer Schritt für die Menschheit...?
Gestern standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen großen Schritt weiter. Raumfahrt ist nicht nur teuer und energieintensiv, sie ist auch ohne Territorialkämpfe riskant und gefährlich. Da muss man nur einschlägige SciFi-Filme anschauen. Im eiskalten Weltraum herumballern, zack, schon ist die Landefähre kaputt, der Raumanzug durchlöchert, Astronaut*in erfriert, oder die Essensvorräte sind zu Ende, bevor die Rettungsmission naht. Das funktioniert so nicht. Da müssen Maschinen ran. Spielzeug für Erwachsene mit zuviel Geld.
Anstatt da oben Hahnenkämpfe auszutragen, wär's vielleicht mal gescheit, mit den Monster-Budgets hier unten für Verbesserungen zu sorgen? Züge, die pünktlich ankommen, zum Beispiel. Gut ausgestattete Krankenhäuser? Ordentliche Gehälter für Pflegekräfte und, und, und? Ach so, da sieht man nichts, das geht jeden Monat einfach so weg, und ist nicht so prestigeträchtig.

Falls beim Revierkampf auf dem Mond unerwartet Ureinwohner aus irgendwelchen Kratern gekrabbelt kommen, wird es ernst. Es hieß ja auch, dass der amerikanische Kontinent komplett unbewohnt sei, als er besiedelt wurde. Falls eines Tages Flüchtlinge vom Mond bei uns hier unten auftauchen, sollten wir vorsorglich einen Platz im Wandschrank freiräumen. Aliens müssen ja auch irgendwo übernachten. Wovon die sich ernähren ist noch unklar. Hoffentlich sind sie Veganer und nicht so machthungrig wie unsere Raumfahrtpioniere.

Siehe auch: Mit dem Lastenfahrrad ins Weltall, Der Elon kann nix dafür!, Von der Vision zur Wirklichkeit, Artefakt 2022-001, Nichts ist unmöglich, Finstermond

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