Samstag, 21. Mai 2022

Schön für's Auge

Die "tränenden Herzen", die es in Pink und Weiß gibt, sind wunderschön anzuschauen, und immer gut für ein hübsches Foto. Die Herzform ist so wunderbar symbolisch. Leider ist die aus Asien stammende Zierpflanze giftig. 

2017 wurde das Tränende Herz zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Von wem?, habe ich mich gefragt. Wikipedia weiß so etwas: "Die Giftpflanze des Jahres wird seit 2005 jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek präsentiert. Sie wird in öffentlicher Abstimmung gewählt. Der Aufruf zur ersten Wahl erfolgte im November 2004."
Das ist also ziemlich demokratisch, zumal Jedermann (und Jederfrau) "zusätzliche Kandidaten vorschlagen kann, die nicht auf der Vorschlagsliste des Botanischen Sondergartens zur Auswahl stehen. Die meistgenannten Vorschläge werden ab dem 1. Juni eines jeden Jahres zur Wahl nominiert, die Abstimmung läuft dann bis Dezember." Es ist also eine Wahl von und für besonders Interessierte in einem speziellen Fachgebiet.

"Sinn der Aktion ist, sich wieder einmal über die Giftwirkung einiger Pflanzen Gedanken zu machen und diese bei der Gartengestaltung zu beachten. Giftpflanzen sollen bewusst eingesetzt werden, nur so können Vergiftungsunfälle vermieden werden. Pflanzen, die unbekannt sind, bedeuten eine große Gefahr für Erwachsene und Kinder." Und wie steht es um andere Lebewesen?

Wir leben im Informationszeitalter, aber...

Wissen Sie, welche Zimmer- oder Gartenpflanzen giftig sind? Diese Frage ist am ehesten für Eltern und Haustierbesitzer*innen relevant. Obwohl die Tränenden Herzen auch von Bienen besucht werden, sind sie mit Vorsicht zu genießen: "In  holländischen Gärtnereien beobachtete man Bienenverluste, da der Nektar des Tränenden Herzens für Bienen unverträglich ist, wenn sie zuviel von ihm aufnehmen. (Quelle: Die Honigmacher) Darauf  muss man erst mal kommen.

Nun können wir den Bienen nicht mitteilen, dass sie bitte nur wenig Nektar aus diesen hübschen Herzen süffeln sollen. Wenn die tränenden Herzen im Vorgarten stehen, täte der bienenfreundliche Gartenbesitzer gut daran, den nützlichen Insekten zusätzlich besser geeignete Blüten hinzustellen. Aber welche? "Geeignete Pflanzpartner sind vor allem Frühjahrsblüher wie Tulpen, Kaukasusvergissmeinnicht, Primeln, Narzissen, Traubenhyazinthen, und Veilchen", erfährt man im Gartenjournal. Die kursiv markierten Blumen sind bienenfreundlich.

Wenig bekannt ist auch, dass viele hübsch anzuschauende Blühpflanzen und Sträucher für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge ungeeignet sind, darunter auch die so beliebten gelben Forsythien, die Magnolien, Geranien, Tulpen, Hortensien, Pfingstrosen und Rosen. Ausgerechnet alles, was wir Menschen so gerne sehen und häufig fotografieren. Hinzu kommt die Angst, dass es im Garten oder auf dem Balkon von Bienen nur so wimmeln könnte, wenn man sie mit speziellen Blümchen anlockt. Die Insekten könnten stechen, und man kann das private Natur-Refugium vielleicht gar nicht mehr betreten? Ja, es ist schwierig mit dem geteilten Lebensraum. 

Unsere Erfahrung mit Bienen ist generell gut: die bleiben bei den Blümchen und dann verschwinden sie wieder. Wir hatten letztes Jahr eine "Fetthenne" und einen Lavendel auf den Balkon geholt, beide mögen es warm, brauchen wenig Pflege und sie vertragen Trockenheit. Mit ihnen kamen jede Menge Hummeln und Wildbienen dazu bekommen, die waren absolut friedlich. Wespen sind eher nervige Gesellen, aber die kommen auch ohne floristische Einladung vorbei. 

Biene oder Wespe?

Wespen tragen ebenfalls zum ökologischen Gleichgewicht bei, weil sie andere Insekten und Schädlinge dezimieren und Pflanzen bestäuben. Sie dienen außerdem als Beutetiere für Vögel und stehen generell unter Naturschutz.
Nur zwei von acht in Deutschland heimischen Wespenarten werden von süßen Getränken oder Fleisch angelockt. Decken Sie süße Nahrungsmittel im Freien ab und schlagen Sie nicht nach den Insekten. Auch Angstschweiß kann Angriffe auslösen. Bei den weiterführenden Links finden Sie Tipps, wie Sie Wespen vertreiben und am Nestbau hindern.

Schon interessant, was man alles erfährt, wenn man zu einem quasi alltäglichen Fotomotiv Nachforschungen anstellt, anstatt es beim "oh wie hübsch" zu belassen. 😏 

Siehe auch: Im Blütenrausch, Dekorativ, Wachablösung auf der Wiese, Die Natur macht ihr Ding

Weiterführende Links

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