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| 27 mm | 1/2900 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone |
#Forschungsprojekt #Wissenschaft
#Lärm #Klang und #SoundDesign
#Achtsamkeit #Psychologie
Normalerweise halte ich die Augen offen, wenn ich einen Spaziergang mache, und dann sehe ich an jeder Ecke irgendwas, das ich unbedingt fotografieren muss. 😜 Aber was bitte ist ein Hörspaziergang?
Auf der Nachbarschaftsplattform nebenan.de hatte ich zufällig erfahren, dass es solche Veranstaltungen gibt. Weil mir der Termin und der Veranstaltungsort gerade in den Terminkalender passten, meldete ich mich spontan an: Mal was anderes machen. Eine Stunde spazierengehen und bewusst lauschen kann an einem sonnigen Wintermorgen nicht verkehrt sein. Dass es sich um keine Meditations- oder Wellnessveranstaltung handelt, war anhand der Ausschreibung auch klar, denn diese Hörspaziergänge dienen der #Wissenschaft.
"Das Projekt CitySoundscapes untersucht die Beziehungen zwischen urbaner Artenvielfalt, Klang und Wohlbefinden, um Empfehlungen für die Stadtplanung zu entwickeln." Das interessiert mich total, darum spendiere ich gerne mal eine Stunde meiner Zeit. 😊 Bei den weiterführenden Links erfahren Sie mehr zu diesem Projekt.
Es war sonnig aber kalt, und darum waren leider nicht viele Leute mit dabei. Ich würde sagen: Es war kalt, aber sonnig, und ich fand es ausgesprochen aufschlussreich.
Von meinen früheren Fotospaziergängen mit Kursteilnehmer*innen bin ich das Herumstehen und Herumlaufen im Freien gewohnt, auch bei winterlichen Rahmenbedingungen. Dabei einmal nicht auf das Sichtbare oder die Kameraeinstellungen zu achten geht am besten, wenn man die Augen vorübergehend schließt. Dem Vogelzwitschern, den Verkehrs- und Umgebungsgeräuschen zu lauschen hat meine Aufmerksamkeit für das Hören und die Hintergrundgeräusche geschärft, denen wir ständig ausgesetzt sind. Welche Umgebung ist klangtechnisch angenehm, welche erzeugt Stress? Wenn das mal in die Stadtplanung einfließen würde... Ich drücke dem Forschungsprojekt und dem Team alle Daumen, die ich habe.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an meine Erlebnisse mit Takeo Ishi, der im Mutterhome gejodelt hat, und die ständige TV-Hintergrundbeschallung durch Schlager-, Sport- oder Nachrichtensendungen. Das war meine ganz persönliche, akustische Hölle. Wenn dann draußen noch jemand einen Fußball an die Hausmauer drischt, verwandle ich mich in eine Killermaschine. 😡 Laut klapperndes Geschirr und fauchend dröhnende Kaffeemaschinen in der Gastronomie sind für mich auch schwer auszuhalten, selbst wenn es ein "verdammt guter Kaffee!" ist, der bei dem Krach zustandekommt. ☕👍 Und ja: Großraumbüros sind die beste Erfindung aller Zeiten. 😓
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit vielleicht auch einmal auf Ihre akustischen Rahmenbedingungen. Vielleicht machen auch Sie bewusst oder unbewusst die Ohren zu, um sich vor Lärm zu schützen? Wo und wann überschreitet (welcher) Schall Ihre persönlichen Grenzen? 😒😩😫😡😠😢
Mein Mann hat es gerade sehr schwer, weil in einer Nachbarwohnung seit über zwei Wochen massive Umbauarbeiten stattfinden. Es wird wochentags von morgens neun bis nachmittags siebzehn Uhr gebohrt und gehämmert, weil Wände für die Verlegung von Stromleitungen aufgestemmt werden. Das Tragische ist, dass wir diese Situation seit einigen Jahren regelmäßig haben, weil die hoch betagten Eigentümer nach und nach ausziehen, ihre Wohnungen vererben oder verkaufen, und neue, junge Bewohner einziehen. Der Generationswechsel hinterlässt in dem ehemals sehr ruhigen Gebäude deutlich hörbare Klangveränderungen. Bei temporärem Baulärm kann man eine Zeitlang spazieren oder ins Fitnessstudio gehen, oder mit Schallschutzkopfhörern herumsitzen, aber irgendwann reicht's einfach. 😓 Und am Wochenende spielt der TSV? 😜
Rentner sollten aufs Land umziehen? Ne, dort scheppern die Kuh- und Kirchglocken zu laut! 😂 Falls Sie der Ansicht sind, dass es im Altenheim ruhig ist, muss ich Sie enttäuschen: Dort klappert das Geschirr auf der Stationsküche ebenfalls, und zwar mächtig. Irgendjemand hat immer seinen Fernseher oder den Radio an, die Pflegekräfte haben laute Stimmen, und in der voll besetzten Cafeteria versteht man manchmal sein eigenes Wort nicht. Flucht ins Freie? Abgesehen von der aktuellen Kälte: In den Grünanlagen und Wäldern werden um diese Jahreszeit die Bäume zurückgeschnitten - also Motorsägensound. Und im Sommer all diese Leute... Wirklich ruhig ist es nur auf dem Friedhof, aber da will keiner hin.
Ich drehe jetzt die wunderbare Soundbar an meinem Computer wieder etwas leiser, denn hinter meiner Bürowand lebt ein Nachbar, der jünger ist als ich, und als Frührentner auch (fast) den ganzen Tag zuhause ist. Der ist unendlich erleichtert, dass es seit über einem Jahr kein nächtliches Mutter-TV mehr gibt, und ich abends pünktlich aufhöre, auf meiner Tastatur zu klappern. 😅
Siehe auch: Rückzugsorte, Takeo Ishi jodelt, Hurra, es ist Sommer!, Finden Sie den Oktopus!, Excel-Kopf, Die Homeoffice-Lüge, Komfortzone, Alles blinkt und blökt, Müßiggang, Kraftort, Digital Detox, Negative Gefühle, Lauschen, Morgenritual, Energie!, Erfahrung, Und dann wieder: Stille, Quality Time, Töne sichtbar machen: Kymatik, Arbeitsmusik
Weiterführende Links
- Das Klangprojekt Citysoundscapes - About
- Hörspaziergänge München - citysoundscapes.de
- Lärmstress: Warum Lärm krank macht - Barmer
- Stressreaktionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Umweltbundesamt
- Stressfaktor Alltagslärm und wie man sich wirksam schützen kann - Uniklinik RWTH

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