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Samstag, 2. August 2025

Regentag mit Aufheiterung

27 mm | 1/150 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Sitzgelegenheiten im #Regen #Wetter
#Sommer2025
#Muttergeschichten

Heute bin ich spät dran mit meinem Blogartikel und Fotomotiv des Tages. Spricht es für sich selbst? 😏

Heute früh war ich ein bisschen groggy, hatte sehr unruhig und länger geschlafen, und mein sonst so scharfer Gscheidhaferl-Verstand legte eine Pause ein.  😴 Tag der Langsamkeit. 
Für einen Besuch im Pflegeheim reicht meine geistige Kapazität aus - so mein Gedanke. Umgesetzt in die Tat erwischte mich der erste von bisher drei Monsun-Regenschauern kurz bevor ich meine Zieldestination erreichte. Die Mutter mümmelte gerade genüsslich die letzten Käsegebäckstangen, "damit die Packung endlich leer wird". 😋 Zwischen Frühstück und Mittagessen ist das immer eine gute Idee. 😅
Nach unserer Ankunft in der Cafeteria hatte sie wieder (sehr) viel zu erzählen, und im groggy Zustand bin ich redefaul, also eine (besonders) geduldige Zuhörerin. 😅

Meine Mutter war gut drauf, sah erheblich frischer aus als ich, und sie lachte viel. Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass sie mittlerweile so ziemlich jede Pflegerin und jeden Pfleger mit deren korrekten Namen benennt, ganz ohne irgendwelche Fantasienamen, und ohne lange nachdenken zu müssen. Zuhause mit dem Pflegedienst war das eher die Ausnahme gewesen! Gedächtnisleistung gestiegen, alle Achtung! Nur mit einem Namen hat sie noch Schwierigkeiten, aber das trainieren wir. 

Freitag, 9. September 2022

Unisono

#Muttergeschichten

"Die Queen ist tot!", rief mein Mann aus dem Schlafzimmer, während ich in der Küche unseren Morgentee zubereitete. Mir klang gerade noch ein Satz aus einer kurz zuvor gesehenen TV-Reportage im Ohr: "Wir alle sind in Transformation, und zwar schon seit einer ganzen Weile."
Nun ist die Queen tot, sechsundneunzig Jahre war sie alt, die "Mutter der Nation". Mit ihr ist eine weitere Symbolfigur einer alten Ära abgetreten. Zuletzt waren Gorbatschow und Ströbele dran, beide am gleichen Tag, vor gut einer Woche. Figuren der Zeitgeschichte. Da wechselt gerade viel politische Prominenz hinüber ins Jenseits. Das Alte geht, etwas Neues kommt - Transformation? Die Zeitungskästen geben sich heute erwartungsgemäß unisono: Die Welt weint. Die Briten sind am Boden zerstört, meldet der Neuigkeiten-Ticker im Mutter-TV.

Ich war gespannt, mit welchem ersten Satz mich meine Mutter heute früh begrüßen würde, und schloß schon interne Wetten ab. Würde sie mit  "Weißt du schon das Neueste?" aufmachen, oder gleich in den Flur rufen: "Die Queen ist tot!" Weder noch. Man sollte nicht zu voreilig sein, wenn man mit sich selber wettet, und vielleicht doch eine Joker-Münze auf das Unerwartete setzen. 

Dienstag, 16. Dezember 2025

Lauter linke Füße?

27 mm | 1/120 s | f1,6 | ISO 125 | Smartphone

 #Schuhspanner  #rot
#Alltagsgegenstände #Schuhe 
#Muttergeschichten

So ganz durchdrungen habe ich dieses Ensemble in Rot nicht. Im Mutterfundus sind ein paar Dinge aufgetaucht, die schon seit langem weitgehend funktions- und somit sinnlos waren. Meine Mutter hatte ihre Wohnung seit mindestens 2016 nicht mehr verlassen, und war, solange sie noch hatte laufen können, stets barfuß durch die Räume getappt. Nun also ein Erinnerungsfoto aus der Rubrik "Things We Own": Dinge, die wir besitzen, und einer anderen Verwendung zuführen können. #Entrümpeln

Besitzen und nutzen Sie solche (oder bessere) Schuhspanner, vielleicht aus Holz und passgenau?

Wer hochwertige Schuhe trägt, kommt um diese Utensilien nicht herum. Bei meinem Sneaker-und Jogging-Schuhwerk ist der Einsatz von Schuhspannern - so auch die Experten von Shoepassion - "verlorene Liebesmüh". 

Eng verwandt mit dem Schuhspanner ist der Schuhleisten, ein Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall, das der Form eines Fußes nachempfunden ist, und zum Bau eines Schuhs verwendet wird. Die Redensart "Schuster, bleib bei deinem Leisten!" wird gerne verwendet, um Menschen Einhalt zu gebieten, die etwas tun oder sagen, obwohl sie sich auf dem jeweiligen Gebiet überhaupt nicht auskennen. Zum Beispiel wenn Leute wie ich über Dinge wie Raumfahrt referieren. 😂

Montag, 1. September 2025

Warnhinweis

27 mm | 1/180 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Gefahrenlage am #Wanderweg
#Missverständnisse

Die Gefahren des modernen Lebens sind vielfältig, darum ist es wirklich gut - und das meine ich ganz ernst -, dass man vorsorglich auf Dinge hingewiesen wird, mit denen man nicht rechnet. Fliegende Bälle aus dem Nichts gehören definitiv dazu. Niemand will von einem Golfball am Kopf getroffen werden. Also bitte nicht über den Zaun klettern, und eine Abkürzung über den perfekt getrimmten Rasen nehmen. Auch dann nicht, wenn das Gras auf der anderen Seite solcher Zäune definitiv grüner und leichter zu beschreiten ist. 😅 

Eine andere, unsichtbare Gefahr, vor der man nicht gewarnt wird, besteht im schwächer werdenden Hörvermögen. Mit zunehmendem Alter versteht man Wörter gelegentlich falsch. Das kann auch passieren, wenn man nicht richtig - also nicht aufmerksam genug - zuhört, oder wenn das TV-Gerät zu leise oder die Tonübertragung schlecht abgemischt ist. Wenn Sie meinen, dass Ihr Fernseher oder Ihre Kopfhörer nicht richtig funktionieren, nehmen Sie es als dezenten Warnhinweis. 😅

Gestern lief auf irgendeinem Infosender eine Dokumentation für historisch interessierte Schlaumeier. Es ging um die Stadt Wien, genauer gesagt um das, was sich im verborgenen Untergrund dieser faszinierenden Metropole alles abspielt.

Donnerstag, 7. März 2024

(Zehn)Tausend magische Momente

46 mm | 1/60 s | f2,5 | ISO 80 | Nikon Coolpix P7700

#Kraftwerk  #Bäckermühle #Candidplatz  #München  #Giesing
#Frühblüher  #Frühling2024

#Muttergeschichten

Die ersten Bäume fangen an zu blühen, auch wenn es sich bei der feuchten Witterung noch ausgesprochen kühl anfühlt. Auf das Thermometer am Fenster verlasse ich mich derzeit nur bedingt. Die feuchte Kälte kriecht überall hin, aber das mag eine ausgesprochen subjektive Wahrnehmung sein.
An den Wegesrändern liegt der Müll wie eh und je, das Hässliche und das Schöne reichen sich zwar nicht die Hand, aber sie koexistieren nebeneinander. Jeder Tag hat hundert Taschen, wenn man viel hineinzustecken hat, soll Nietzsche einmal gesagt haben. Für den Müll am Straßenrand wären die ganz nützlich, aber das hat der Philosoph und Philologe aus dem 19. Jahrhundert natürlich nicht gemeint. Damals gab's noch kein ToGo und kein Plastik. 😏

Mein Tag hat manchmal nicht nur hundert, sondern tausend Taschen, wenn ich all die kleinen Momente und Ereignisse bewusst wahrnehme, in denen irgendetwas Besonderes, Lustiges oder Skurriles vor sich geht. Welchen dieser Momente greife ich heute heraus, und wie viele andere lasse ich über den Ereignishorizont und ins Vergessen fallen? Ich hätte bitte gerne eine eigene Serverfarm für mein 360° Erinnerungsradar, und Zeit, um wenigstens die Hälfte aufzuschreiben. 😅

Dienstag, 24. September 2024

Tätowierte Eier

27 mm | 1/60 s | f1,6 | ISO 200 | Smartphone

 #Pflege #Alltag #Küchenquatsch
#Muttergeschichten

Im Kühlschrank ist nicht viel Platz, und irgendwie muss man die rohen von den hart gekochten Eiern unterscheiden. 🥚🥚🥚👀 Als sie noch selber einkaufen gehen konnte, hatte meine Mutter stets die sogenannten "Brotzeiteier" auf Lager. Das sind diese bereits gekochten und bunt eingefärbten Dinger aus Hühnerställen, in denen man als Huhn nicht hocken will. Diese bunten Eier werden zu Ostern als Ostereier verkauft, davor und danach heißen sie Brotzeiteier. Eine Verwechslungsgefahr mit den üblichen rohen Eiern ist bei diesem Produkt völlig ausgeschlossen.

Nach Übernahme der Haushaltslogistik habe ich ein paar Dinge umorganisiert. Dazu gehört auch die elementar wichtige Grundversorgung mit Brotzeiteiern. Die werden jetzt von etwas glücklicheren Hühnern frisch gekauft, im Mutterhome hart gekocht, im Kühlschrank aufbewahrt, und gegebenenfalls vom Pflegedienst serviert.
Damit meine Mutter nicht versehentlich ein rohes Ei in die Hände gelegt bekommt, muss im Kühlschrank Klarheit über die Eierverhältnisse herrschen. Das X signalisiert: Ich bin ein Brotzeitei. Um doppelt sicher zu gehen, habe ich meiner Mutter noch erklärt: "Wenn du ein Ei ohne Markierung bekommst, ist es roh! Dann bitte nicht aufschlagen."

Wenn Sie jetzt glauben zu ahnen, was passiert ist, liegen Sie falsch. Unsere Eier-Logistik hat bisher sehr gut funktioniert. Ich hätte nur nicht auf die Idee kommen sollen, ausnahmsweise Smileys auf die Eier zu kritzeln. 😅

Samstag, 8. März 2025

Raus ins Freie!

16 mm | 1/2500 s | f2,2 | ISO 100 | Smartphone

#Sonne  #Gegenlicht  #Licht&Schatten  #Wald
#Frühling2025
#Muttergeschichten  #Pflegeheim

Gestern wollten alle Teilnehmerinnen des Qigong-Kurses raus ins Freie - eine wunderbare Entscheidung nach den kalten Wintermonaten. Unser Qigong-Platz ist nicht nur lichtdurchflutet, sondern auch voller Moos! 😁

Heute ist wieder #Weltfrauentag. Was mir an solchen #Aktionstagen vor die Linse gerät, ist ja eher vom Wetter abhängig, und das soll hier ab Montag wieder umschlagen. Deshalb bin ich heute nach der Joggingrunde nochmal mit der Lumix auf eine nahegelegene Krokuswiese ausgerückt, um ein ganz spezielles Foto zu machen, das Sie dann morgen zu sehen bekommen.

Hatten Sie Gelegenheit, die ersten warmen, und sonnigen Tage (draußen) zu genießen? Mein Mann hat den Skurrilitätengarten auf dem Balkon neu sortiert, ich habe gefühlt fünftausend Blümchen fotografiert, und meine Mutter war gestern im Rahmen der "Bewegungsgruppe" ebenfalls draußen. Im Garten hinter dem Pflegeheim stand Ballspielen auf dem Programm. Das ist eins ihrer am häufigsten erwähnten Therapieprogramme aus der Reha vor vier Jahren, und für meine Mutter stets Auslöser für einen ihrer legendären Lachanfälle. "Die Bälle sind alle bei mir gelandet und haben sich gesammelt", kicherte sie nachmittags beim Besuch.
Die Therapeutin soll gesagt haben: "Hier wird nicht gelacht", was die Zimmermitbewohnerin, die auch mit in der Gruppe war, sofort mit den Worten konterte: "Natürlich wird gelacht, das ist die beste Medizin!" Sagt eine, die sich beide Hände gebrochen hat! Frauenpower mit 84, find ich ganz besonders gut. 😄
Meine Mutter meinte zwar, dass sie zu dieser Therapie nicht mehr mitgehen will, aber ihre Mitbewohnerin ließ nicht locker: "Das war doch lustig", meinte sie, und verriet mir auch, dass es in der Cafeteria einen günstigen und sehr leckeren Prosecco gibt. Dieses Doppelzimmer-Gespann entwickelt sich gerade gut. 😎

Heute vor einem Jahr: Auf Augenhöhe
Heute vor zwei Jahren: Weltfrauentag

Siehe auch: Krokus Finale, Schönwetter-Mobbing, Wintersonne, Lichtblicke, Bleibende Eindrücke, Licht und BewegungDigital Detox, Sonnenblupp, Heute besonders..., Kreislaufwetter, Obenrum heiter, #Aktionstag, #Lachanfall#Frühling, #Sonne, Total verrückt, Halluzinogen, Heute ist wieder..., Zwischenruf, Pause...

Freitag, 8. November 2024

Pilze auf der Flucht

19 mm | 1/60 s | f2,2 | ISO 80 | Smartphone

#Waldpilz  #Schwammerl  #Herbst2024 
#Muttergeschichten

"Da laufen ja die Schwammerl davon!", wetterte meine Mutter gestern Nachmittag. Ich weiß nicht, was sie sich gerade im TV angeschaut hatte, es muss auf jeden Fall gar nicht nach ihrem Geschmack gewesen sein. Sie hatte den Nachrichtensendern endlich den Rücken gekehrt, und war eine Zeitlang zum Musikkanal gewechselt, was ich an Micha-eeeela-ha-ha! in voller Lautstärke erkennen konnte 🙀. Dabei blieb es aber auch nicht, also verfolgte sie irgendein Mittagsmagazin mit Kochrezepten, wahrscheinlich irgendwas mit Pilzen, und dem Kommentar zufolge war das gar nicht gut - also zum Davonlaufen.

Ich versuchte mir vorzustellen, wie Pilze (Schwammerl) aussehen, die vor einem mit einer Pfanne bewaffneten Menschen wegrennen. Schade, dass ich kein Talent zum Comiczeichnen habe. Das würde mir in vielen Situationen besser weiterhelfen als das Fotografieren. 😆 Wieder ein Fingerzeig, es mit einer KI zu probieren. 

Nach dem Schwammerlrezept war der neueste heiße Scheiß aus dem Internetz dran: Dubai-Schokolade. Davon hatte ich letzte Woche schon gehört, sozusagen Jahre später, weil ich doch ziemlich weit von aktuellen Internettrends entfernt bin. 😅 In der Fernsehküche wurde vorgeführt, wie man diese superteure und mega-trendige Schokolade selbst herstellt. Momentan überschlagen sich sämtliche Medien mit diesem Thema, sogar Redaktionen wie die vom Merkur lassen uns wissen, wie das mit dieser Schokolade geht.

Donnerstag, 2. Juni 2022

Zippi-Zappi

 #Muttergeschichten

Es ist ein Uhr mittags, Essenszeit im Mutterhome. Im Deutschen Musikfernsehen läuft das Wunschkonzert. Der Lautstärkeregler des TV-Geräts steht auf 12, sonst ist er bei 8 oder 9. Will sagen: Es ist relativ laut. Während ich meiner Mutter ein frisches Getränk auf den Tisch stelle, sehe ich aus dem Augenwinkel Captain Cook und seine singenden Saxofone, die sich im Rhythmus ihrer betörenden Schlagerklänge bewegen wie Getreideähren im Wind. Tulpen aus Amsterdam, Ein Stern, der deinen Namen trägt... Alles auf Saxofon. Die sieben Bandmitglieder stehen irgendwo auf einem Schiff und tragen adrette weiße Anzüge. Sie erinnern mich an Sascha Hehn auf dem Traumschiff, sechsfach geklont, nur der Bandleader trägt zur Unterscheidung marineblau.
"Können wir das Gedudel leiser machen?", frage ich, und nehme gleich die Fernbedienung, um die Lautstärke auf ein halbwegs erträgliches Maß runter zu regeln. Heute bin ich stark genug für diese Fahrstuhlmusik. An anderen Tagen frage ich, ob wir wenigstens beim Mittagessen zu einem anderen Sender wechseln können. Das hilft auch nicht viel, weil die  Stimmen aus den Dauerwerbesendungen noch nerviger sind als singende Saxofone. Ohne TV geht es nicht, und Schlager wärmen das Mutterherz. Ich lasse die Beschallung über mich ergehen und übe die mentale Meditationshaltung "Fels in der Brandung".
"Gedudel sagst du!", empört sich meine Mutter. "Das ist Musik!"
Während ich anfange zu essen, erhalte ich eine Lehrstunde in Sachen "Was ist Musik, und was nicht."

Freitag, 22. September 2023

Die Wahl der Qual

27 mm | 1/180 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Wahlplakate  #Muttergeschichten

Im Mutterhome sind gestern die Briefwahlunterlagen eingetroffen. Meine Mutter wollte diesmal tatsächlich wählen, und es ist die erste Briefwahl in ihrem Leben. So erweitert sich mein Portfolio, und ich kann meinem Lebenslauf den Punkt "Wahlassistentin" hinzufügen. Hilfsperson klingt so schauerlich.
Der erste Lachanfall meiner Mutter entlud sich schon beim Entfalten der überdimensionalen, wirklich meterlangen Wahlzettel für die Landtags-und Bezirkswahlen. Einer blau, der andere weiß, jeweils zwei, ein kleiner und ein großer. Die großen passen gar nicht auf einen Tisch, die muss man am Fußboden ausbreiten, oder sorgsam falten, wenn man dazu körperlich und geistig in der Lage ist. Wenn nicht, braucht man eine Hilfsperson. Tädäääh....

Sie haben eine Stimme, steht groß und breit oben links auf der Wahlzetteltapete. Immerhin das ist diesmal einfach. Es gibt ja auch Wahlen, bei denen man ich weiß nicht wieviele Stimmen auf verschiedene Kandidat*innen verteilen kann. Da muss man gut rechnen können.

Donnerstag, 11. April 2024

Gorillakäse fürs Forsa-Institut

33 mm | 1/500 s | f2 | ISO 80 | Nikon Coolpix P7700

#Kirschblüte  #München  #Untergiesing
#Frühling2024

An der Überschrift dieses Blogbeitrags können erfahrene Leserinnen und Leser erkennen, dass es heute wieder eine der #Muttergeschichten gibt, auch wenn das gezeigte Foto damit nur indirekt etwas zu tun hat: Ich war kurz einkaufen, um das Frühstück im Mutterhome etwas abwechslungsreicher zu gestalten, und habe die Wegstrecke natürlich genutzt, um nach zwei empfindlich kalten Nächten die Rückkehr des Sonnenscheins zu zelebrieren.
Die Idee für speziell dieses Bild ergab sich spontan, weil hier mal wieder Dinge zusammenkommen, die farblich durchaus harmonieren, inhaltlich aber doch Fragen aufwerfen. Es ist dieser "ästhetische Bruch", über den ich  neulich im FOMO-Beitrag geschrieben hatte.
Hier haben wir das Thema Bullenhass und den Schriftzug ACAB in Pink, verziert mit einem herzigen Smiley, und das grafische Meisterwerk wird überspannt von traumhaft rosaroten Kirschblüten. Mir scheint, dass die formale Gestaltung der Botschaft und die Wahl des Ausstellungsortes (Liebe 💗 und Schönheit 🌸) nicht so recht zur gewünschten Aussage (Hass 😡) passen. Da wird die Hassbotschaft schon irgendwie verniedlicht, und falls Sie nicht wissen, was das heißt, lesen Sie es auf den Seiten der Kriminalpolizei nach.

Fast jeden Tag erlebe ich im Mutterhome Situationen und Gespräche, die genauso abwegig, widersprüchlich und absurd sind, wie diese Graffiti-Baumblüten-Kombination. Diese Alltagssituationen ereignen sich meist völlig unerwartet, obwohl ich schon beim Betreten der Gefahrenzone prinzipiell weiß, dass mir gleich wieder irgendetwas blühen könnte.
Auch heute fing alles ganz harmlos an. Ich servierte meiner Mutter zunächst den Käse, den ich eingekauft hatte. Es musste etwas sehr Herzhaftes sein, weil die Medikamente ihren Geschmackssinn stark einschränken, also hatte ich pikanten Gorgonzola gewählt, und ihr auch den Namen der Käsesorte mitgeteilt. 
"Der Gorillakäse ist gut", lobte sie meine Wahl ein paar Minuten später.
"Du bist auch so ein Gorilla..." frotzelte ich, und es gab wieder einen gemeinsamen Lachanfall, der meine Mutter an etwas erinnerte, das sie mir noch gar nicht erzählt hatte. 

Freitag, 15. März 2024

Es wird eng

27 mm | 1/180 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

#Erdnuss im #Eichhörnchenversteck
>Ziemlich schlau
#Muttergeschichten

Ein bisschen bescheuert ist es schon, eine Erdnuss im Aschenbecher zu hinterlegen. Der wird wenig benutzt und stinkt nicht, aber als sicheres Versteck für eine Nuss im Längsformat erscheint er mir doch eher ungeeignet. Nun, ich bin kein Eichhörnchen. Das wird sich schon etwas dabei gedacht haben. 😋

Tatsächlich waren es auf dem Balkon versteckte Nüsse, die mich vor vielen Jahren darauf aufmerksam gemacht hatten, dass sich diese umtriebigen Nager dort regelmäßig aufhalten. Mittlerweile gehören sie zur Familie und kommen jeden Tag vorbei. Wenn nichts für sie draußen liegt, klopfen sie auch mal an die Balkontür, um sich bemerkbar zu machen. Meine Mutter kennt sie alle, und weiß genau, welches Eichhörnchen zu welcher Generation gehört. Namen haben sie keine, die könnte sich meine Mutter sowieso nicht mehr merken. Im Zweifelsfall heißen sie alle Moritz, wie die insgesamt drei Kaninchen und zwei Meerschweinchen, die ich - nacheinander - in meiner Kindheit als Haustiere hatte, oder "Muckele". 

"Man muss sich an die schönen Dinge erinnern", sagte meine Mutter gestern, als ich mir zwei Salzstangen zwischen die Lippen klemmte, und wie lange Biberzähne aus dem Mund hängen ließ. Haben Sie schon mal Salzstangen ohne Beteiligung der Hände gegessen? Das ist gar nicht so einfach. 😆

Sonntag, 14. Mai 2023

Alles Banane?

27 mm | 1/180 s | f1,6 | ISO 50 | Smartphone

 #Muttergeschichten

Als ich das Mutterzimmer betrat, sah ich sofort, dass die Pflegekraft den Vorhang nicht richtig beiseite gezogen, und dass sich eine der vier Stoffbahnreihen in den Zweigen des großen Ficus verheddert hatte. Der Vorhang hing schief, aber richtig. Also war meine erste Aktion des Tages das Geraderichten der Vorhangbahnen. Zwei hängen links, zwei rechts, und lassen sich nach Bedarf gegeneinander verschieben oder hintereinander anordnen. Das ist praktisch und platzsparend, aber damit kommt nicht jede Pflegekraft klar. Ich schob die beiden linken Vorhangbahnen ins Eck für freie Sicht auf den Eichhörnchenzirkus auf dem Balkon.
"Das ist verkehrt!", rief die Mutter aus ihrem Sessel heraus, "der andere muss nach vorne, und der hintere ist nicht ganz im Eck."
"Mach ich nachher", sagte ich, und räumte erst mal das Geschirr vom Vortag ab. Der Füllzustand des Kühlschranks signalisierte, dass ich innerhalb der nächsten drei Tage einkaufen gehen musste, und die beiden schnurlosen Telefone brauchten eine frische Akkuladung - Morgenroutine.
"Hast du gesehen?", fragte meine Mutter und zeigte auf den Pulli, der über der Stuhlkante hing. 
"Hängt der auch schief?", mutmaßte ich, obwohl der Pullover aus meiner Perspektive total ordentlich aussah. Ich zupfte ihn halbherzig gerade.
"Der hängt immer noch schief", bekam ich zu hören. 

Freitag, 17. Mai 2024

Ein Hurz! aufs Wetter

117 mm | 1/640 s | f3,8 | ISO 80 | Nikon Coolpix P7700

#Wetter #Meteorologie #Muttergeschichten
#Frühling2024

"Es ist Winter!!", rief meine Mutter aus ihrem Zimmer, und als wollte mein Körper sie in ihrer subjektiven Wahrnehmung der Jahreszeit bestätigen, musste ich im gleichen Augenblick heftig niesen.
"Siehst du, siehst du! Ich sag es dir!", rief sie in den Flur. "Es ist kalt, und es ist dunkel!"
Heute hatte ich mir zum Fahrradfahren tatsächlich wieder einen leichten Schal umgeworfen, und der Fahrtwind fühlte sich, trotz geschlossener Regenjacke, ziemlich fröstelig an. Zuvor hattte mein Mann schon erklärt, dass er ja nichts gegen das Wetter habe, aber "immer diese Temperatursprünge", grummelte er, "da muss man ja fast schon wieder heizen!"

Alle warten auf den Sommer, ja wo isser denn? Es ist (erst) Mai, und war da nicht irgendwas mit Eisheiligen und Schafskälte? Der Termin für die Kalte Sophie ist jedes Jahr am 15. Mai, erklärt das Internetz, und die Bauernregel dazu lautet: "Die kalte Sophie bringt zum Schluß, ganz gern noch einen Regenguß". Ja Bingo, das passt. Gestern hatte ich noch frohen Mutes die ersten Zimmerpflanzen auf den Balkon ausgelagert, heute überlege ich schon wieder, ob ich sie doch nochmal reinholen soll, vor allem, wenn ich lese: "Oft hat die Sophie Frost gebracht und manche Pflanze totgemacht." 😬
Nein, mein schönes Elefantenohr mit den mittlerweile zehn großen Blättern bekommt diese Eisbraut nicht in ihre Krallen! Die Buntnesseln halten dieses Auf und Ab wahrscheinlich aus.

Freitag, 23. Februar 2024

Frisuren und irgendwas mit "ik"

27 mm | 1/120 s | f1,6 | ISO 80 | Smartphone

 #Schaufenster  #Deko mit #Sonnenbrille
#Frühling im #Winter2023/24
#Muttergeschichten

Als ich unlängst von Michelangelos neuestem Hit berichtete, dachte ich, dass meine Mutter den Namen Frederik im Gedächtnis behalten hätte. Nein, doch nicht. Am nächsten Tag erzählte sie etwas von Benedikt, konnte aber nicht den ehemaligen Papst meinen, denn der kommt nicht zum Frühdienst ins Mutterhome. Mit gerunzelter Stirn nachfragen ist eine rhetorische Taktik: "Wer ist Benedikt?"  
Sie winkte ungeduldig ab. "Irgendwas mit ik", meinte sie, um mir zu signalisieren, dass sie keine Lust auf Namensgedächtnistraining hatte. Sie wollte eine wichtige Neuigkeit loswerden.
"Mach nicht so tiefe Falten auf deine Stirn, sonst musst du sie dir glattbügeln", kommentierte sie meinen fragenden Blick, und fuhr sogleich fort: "Jetzt hat man herausgefunden, dass diese ganzen Schönheitscremes und Kosmetikprodukte total voller Gift sind. Die Säure macht die Haut kaputt!"