Donnerstag, 1. Februar 2024

Tempus fugit

27 mm | 1/60 s | f1,6 | ISO 160 | Smartphone

Tempus fugit

Dieser lateinische Spruch befindet sich im Mutterhome über dem Ziffernblatt der großen Standuhr, die ich seit meiner frühesten Kindheit kenne. Als ich lesen lernte, fragte ich meine Mutter, was Tempus fugit bedeutet. Sie erklärte mir ganz richtig:  „Die Zeit flieht. Die Zeit geht dahin, die Zeit rast." 

In der Tat: Der Januar 2024 ist schon wieder vorbei! Das ging schnell, jedenfalls gefühlsmäßig, und morgen ist schon wieder der offizielle Murmeltiertag. Über einen Mangel an neuen Erlebnissen kann ich mich nicht beklagen, siehe Artikel Zeitwahrnehmung oder Noppensocken. Wahrscheinlich habe ich nur eine zu lange ToDo-Liste, und muss meine Prioritäten noch einmal nachjustieren. 😓

Ein schönes Zitat eines unbekannten Verfassers lautet:

Die schlechte Nachricht: "Die Zeit fliegt."
Die gute Nachricht: "Du bist der Pilot."

Seit Einstein wissen wir, dass Zeit keine feste, sondern eine relative Größe ist. Sie ist wohl mit dem Raum verknüpft, darum sind Zeitreisen theoretisch denkbar, aber noch nicht experimentell nachgewiesen. Könnten wir die Zeit sogar besiegen? Die Physik forscht emsig daran. 😲

Spielen können wir anscheinend mit der Zeit, das legt jedenfalls eine Sendung aus der Reihe "Mysterien des Weltalls" nahe. Die ist aus dem Jahr 2018 und auch schon wieder sechs Jahre alt. Sie stellt unter anderem die Frage, ob Zeit wirklich nur in eine - die uns bestens bekannte - Richtung läuft. Bisher galt, dass Entscheidungen, die wir in der Vergangenheit getroffen haben, unsere Gegenwart und Zukunft beeinflussen. Jetzt wird geforscht, ob die Zukunft unsere Gegenwart beeinflussen könnte. Könnte sie sogar Entscheidungen aushebeln, die wir in der Vergangenheit getroffen haben? Fragen Sie mich nicht, wie das geht, aber wenn sich Wissenschaftler mit so etwas befassen, kommt es bei mir auf die Merkliste. 

Aktuell tun wir sicher gut daran, Ereignisse im Kontext der Zeit (Ära, Epoche) zu beurteilen, in der sie stattgefunden haben. Rückblickend erkennt man eher, wie naiv oder ahnungslos man war, und wie sich der 'Zeitgeist' immer wieder ändert. Das nötigt uns zum 'lebenslangen Lernen', auch wenn die Schulzeit weit zurück liegt. Wenn wir die Bildungseinrichtungen verlassen, landen wir automatisch in der 'Schule des Lebens'. Die ist manchmal auch ziemlich (heraus)fordernd...

Mehr Zeit, bitte!
Ganz pragmatisch gesehen wünschen sich die meisten Menschen wahrscheinlich mehr Zeit, als sie haben. Mehr Zeit für Familie, Freizeit, Kreatives... oder mehr Zeit, um wichtige berufliche Projekte abzuschließen. Das ist eher eine Frage der individuellen Prioritäten und der Lebensorganisation, als eine der Physik. Sie können natürlich Zeit beim "lieben Gott" erbitten, aber sagen Sie es besser nicht auf Latein:

Tempus peto
„Ich erbitte Zeit“ – Das war ein im Lateinunterricht altsprachlicher Gymnasien verwendeter Terminus, wenn man zur Toilette gehen musste. Die Antwort des Lehrers lautete in der Regel: „Habeas.“ („Du sollst sie haben.“) Falls der liebe Gott Lateinunterricht am altsprachlichen Gymnasium hatte, und mit MTV Musikvideos vertraut ist, schickt er Ihnen womöglich ein Kapriolett mit einer auf der Motorhaube montierten Kloschüssel* vorbei. Das ist dann vielleicht lustig, aber nicht das, was Sie eigentlich wollten. 😅

Machen Sie was Schönes aus Ihrer Zeit.

*Um zu verstehen, woher ich dieses Bild mit der Kapriolett-Kloschüssel habe, müssen Sie den Artikel Sommerkonzert lesen.

Siehe auch: Zeitwahrnehmung, Quality Time, Wenn die Zeit reif ist, Jetzt oder nie, Alles blinkt und blökt, Uhrwerk blau, Zeit, ZeitbegriffEs ist Zeit, Wenn du es mal wieder eilig hast, Zeitmaschine, Man lernt nie aus, Noppensocken

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