Samstag, 25. August 2018

Alles digital oder was?

Ohne dass wir uns darüber bewusst sind, haben wir den Übergang ins "digitale Zeitalter" vollzogen. Die Menschheit befindet sich in einer Phase ihrer Geschichte, die etwa genau so bedeutend ist, wie die Ära der Schriftentwicklung. Zwischen zehn Whatsapp-Nachrichten geht der Blick fürs große Ganze schnell verloren. Vielleicht ist es Ihnen schon passiert, dass Ihr Computer abgestürzt oder Ihr Handy kaputtgegangen ist? Wenn unsere Geräte ihr Gedächtnis verlieren, was passiert dann mit uns?


Terminkalender, Kontaktlisten, Navi - das sind ausgesprochen nützliche Dinge. Schon vor zehn Jahren gab es warnende Stimmen, dass das Navigationsgerät im Auto unseren Orientierungssinn beeinträchtigen könnte. Jetzt reden wir nicht mehr darüber, ob selbstfahrende Autos wirklich kommen werden, die Frage lautet eher wann sie uns zur Verfügung stehen. Auch wenn wir schon eine Art Quantensprung hinter uns haben stehen wir gerade erst am Anfang einer ganz neuen Phase.

Die bisherige Entwicklung der Technologie war so rasant, dass Menschen, die nicht online sind, keine E-Mail oder Handy benutzen, in einer Art Parallelgesellschaft leben. Selbst Senioren benutzen Computer, Smartphones oder Tablets, um weiterhin am Leben teilnehmen zu können. Ja, diese Geräte und Anwendungen sind unglaublich bequem. Sie haben uns so viele Möglichkeiten geöffnet, von denen wir früher nicht einmal zu träumen gewagt hätten! Der Preis für dieses Leben ist eine mehr oder weniger große Abhängigkeit.

Es gibt kein Zurück

Dienstag, 31. Juli 2018

Mittwoch, 16. Mai 2018

Für Romantiker

#Urlaub  am  #Gardasee

Die Geschichte von Romeo und Julia finde ich ja nicht so toll, aber es ist ein Klassiker von William Shakespeare, und darum sehr bekannt. Bei Shakespeare haben die Wissenschaftler eine Zeitlang gerätselt, ob es nur einer oder mehrere Autoren waren, die sich diese ganzen Dramen ausgedacht haben. Aktueller Stand der Diskussion im Jahr 2023 ist, dass die Kritik unbegründet sei. Was wirklich geschah, wissen wir nicht, außer wir machen eine Zeitreise, aber diese Reisekategorie ist derzeit noch nicht buchbar. Unser Urlaub am Gardasee war es, und dort war es sehr schön. 😊

Smartphone-Aufnahme vom 16.5.2018, nachgereicht am 16.5.2023

Siehe auch: Tiptop, Plädoyer für die Urlaubskarte, #Reise

Weiterführende Links

Mittwoch, 18. April 2018

Man darf nicht alles glauben!

This article is available in English

Vom berühmten Humoristen Loriot stammt folgende Betrachtung:


"Eine Semmel enthält 140 Kalorien,
700 Semmeln pro Jahr ergeben 98.000 Kalorien,
diese benötigt man, um eigenhändig 1 Elefanten 9 Zentimeter weit zu tragen.
Aber wozu?"

Loriot war ein begnadeter Humorist, aber kein Physiker. Ein guter Freund klärte mich auf:

Ein Elefant wiegt bis zu 5 Tonnen,
das sind ca. 50.000N Gewichtskraft.
Um den Elefanten um 1 m anzuheben ergibt sich ganz grob 50 kN * 1m = 50.000 Nm = 50.000 Joule = 50 kJ

Der horizontale Transport ("... weit zu tragen ...") benötigt im Idealfall keine Energie (echt jetzt??)

Unterstellt man hier Höhenschwankungen also noch mal 50.000 Joule drauf (bin großzügig), das macht also 100 kJ, umgerechnet 24 kcal = 24 Kalorien



Loriot hat sich also um den Faktor 4000 vertan, Fake News Alarm!!!

Schade. Loriots Berechnung ist viel unterhaltsamer als die eines Physikers, der sicher noch nicht experimentell nachgewiesen und nachgemessen hat, wieviel Energie wirklich nötig ist, um einen Elefanten neun Zentimeter weit über den Boden zu schieben. Ich plädiere an dieser Stelle dafür, den Reibungswiderstand in die Berechnung mit einfließen zu lassen! Befindet sich der Elefant auf einer glattpolierten Eisfläche, braucht man weniger Semmeln als in der Sahara. Ein Versuchsaufbau, bei dem der Elefant mit 700 Semmeln angelockt wird, und sich freiwillig 9 cm bewegt, ist in diesem Fall nicht Gegenstand der wissenschaftlichen Erörterung. Berechnen Sie stattdessen den Energieaufwand, unter der Grundannahme, dass der Elefant die 700 Semmeln bereits gefressen, und sich dabei nicht nur neun sondern neunzig Zentimeter in horizontaler Richtung bewegt hat. Ziehen Sie Schuhe mit dicken Profilsohlen oder Spikes an, bevor Sie die Eisfläche betreten, oder schicken Sie einen Assistenten in die Sahara, um Streusand zu organisieren. Geben Sie ihm ein paar Semmeln als Proviant mit, und denken Sie daran, diese Anzahl vom Gesamtkontingent (700) abzuziehen, bevor Sie sich an die Neuberechnung des Kalorienaufwands machen. Multiplizieren Sie die verbrauchten Kalorien mit dem Datum des heutigen Tages und dividieren Sie das Ergebnis durch Ihr aktuelles Alter. Das Ergebnis ist immer 23. Falls nicht, haben Sie etwas übersehen und müssen noch einmal von vorne anfangen. Essen Sie 700 Semmeln, um sich zu stärken, oder lassen Sie den Elefanten rechnen. Der hat einen größeren Kopf und kann besser denken.

Merke:
  1. Nicht alles, was sich gut anhört, ist automatisch richtig oder wahr.  
  2. Auch wenn Wissenschaftler alles ausrechnen können: Bleiben Sie kritisch und bestehen Sie mit Nachdruck auf den experimentellen Nachweis.
  3. Überprüfen Sie, was Sie behaupten, oder nennen Sie Ihre Quelle, dann können Sie die Schuld wenigstens auf andere schieben, oder
  4. wählen Sie einen Künstlernamen, der mit Donald anfängt und mit ump aufhört. Dann haben Sie Narrenfreiheit.
  5. Nennen Sie Ihre Behauptungen Satire, dann geht (fast) alles, außer Schmähgedicht. 

Sie sind noch nicht überzeugt? Dann nehmen Sie das. Es ist die einzige Antwort auf alle Unklarheiten.

Siehe auch: Guten Morgen, Federnkunde, Dornröschen, Himmelsschlüssel?, Mondfest, Artefakt 2022-001, Finstermond, Echt jetzt?, BrennnesselfresserPost liefert Ende 2024 nicht mehr?Klingelingeling3 x 3 macht 6Wie bei LoriotAuf jeden Fall Herbst 😏Farbspektrum

Dienstag, 10. April 2018

Sakura


Die japanische Kirschblüte (jap. sakura) ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit (物の哀れ, mono no aware). Die Zeit der Kirschblüte markiert einen Höhepunkt im japanischen Kalender und den Anfang des Frühlings.
„Das Pathos der Dinge“ oder auch „das Herzzerreißende der Dinge“ (物の哀れ, mono no aware) bezeichnet jenes Gefühl von Traurigkeit, das der Vergänglichkeit der Dinge nachhängt und sich doch damit abfindet. Als Mitgefühl mit allen Dingen und deren unabdingbarem Ende ist mono no aware ein ästhetisches Prinzip, das vornehmlich ein Gefühl, eine Stimmung beschreibt. [Wikipedia]

Ein Bild, nur ein Bild...
die Blüte bald vergangen.
Geh raus und schau selbst!

Siehe auch: Im Blütenrausch, Blütezeit, Blühfix, Osterstrauß, Kalte Ostern 23, Weiß auf weiß, Für die gute Laune, BlütenwunderFrühlingsrezept mit WermutstropfenDas ganze Bild: KirschblüteVerblüht#Blüten

Sonntag, 25. März 2018

Zitat zur Zeitumstellung


Absurdität: etwas Widersinniges oder Unsinniges. Zwei altertümliche Synonyme sind Aberwitz und Irrwitz. Im 20. Jahrhundert brachte Absurdes Theater die Sinnlosigkeit, unsinnige Handlungen, sinnlose Ereignisse, dem gesunden Menschenverstand Widersprechendes, auch auf die Bühne.

Das Absurde ist ein zentraler Begriff in der Philosophie von Albert Camus und beschreibt die Konstellation zwischen dem Sinn suchenden Menschen und der sinnverneinenden Welt.

Absurdität wird teilweise auch in der Werbung verwendet. (Wikipedia)

„Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet.“
Albert Camus

Das Absurde, mit Geschmack dargestellt, erregt Widerwillen und Bewunderung." 
Johann Wolfgang von Goethe

Freitag, 23. März 2018

Ein Plädoyer für intelligente Mediennutzung

Wissen Sie, wann das erste Youtube-Video ins Netz ging?
Das war am 23. April 2005, also vor etwa dreizehn Jahren. Wer auf dem Land wohnt, und immer noch einen langsamen Internetanschluss hat (Stichwort "Breitbandausbau"), erlebt bis heute eine Situation, die vor ein paar Jahren ganz normal war: Langsamer Seitenaufbau, ruckelnde Videos oder das Laden der Seiten gelingt überhaupt nicht. Wie schnell wir uns an den Komfort gewöhnt haben, und ihn für selbstverständlich halten, merken wir immer nur dann, wenn irgendetwas nicht funktioniert.

Montag, 12. März 2018

Buchgestöber

Haben Sie auch ein oder mehrere große Bücherregale, die aus allen Nähten platzen? Meine Regale waren immer schon reichlich bestückt. In zwei Reihen hintereinander tummeln sich vor allem Sach- und Fachbücher, Bildbände, ein paar Klassiker in grellem Gelb und ein wenig Belletristik. Von Romanen kann ich mich relativ leicht trennen, weil dann wieder Platz im Regal wird. Die gesammelten Werke von Jules Verne habe ich genauso verschenkt wie das 24-bändige Meyer'sche Lexikon, das mit der schnell wachsenden Wikipedia nicht mehr Schritt halten konnte. Auch die technischen Fachbücher veralten, das geht heute noch viel schneller als vor zwanzig Jahren. Besonders schlimm ist es bei Software-Handbüchern, die meist schon nach einem Jahr aktualisiert werden müssen.

Aber da gibt es noch all diese anderen schönen Bücher, denen etwas Zeitloses anhaftet. Manchmal greife ich ins Regal und blättere die "alten Schinken" durch. Michael Ende's Momo ist für mich dabei genauso zeitlos wie Grimm's Märchen oder Die Lehren des Buddha, die mein Mann vor etwa zwanzig Jahren mit in den Haushalt gebracht hat. In den frühen Nullerjahren hatte ich einige tolle Bücher auf meiner damaligen Homepage empfohlen, und ich war neugierig, ob es diese Titel noch gibt. Ja, einige Exemplare sind - gebraucht - sogar noch zu einem günstigen Preis* erhältlich. Mit einem zeitlichen Abstand von etwa fünfzehn Jahren finde ich dieses Buch immer noch empfehlenswert:

Atlas der Erlebniswelten

Wer den Atlas der Erlebniswelten (Amazon) aufschlägt, denkt zunächst, er habe einen ganz normalen Atlas in der Hand. Landkarten, wie man sie aus dem Schulunterricht kennt. Doch die Reisen, die man mit diesem Atlas unternimmt, führen in eine andere, eine neue und doch unbekannte Welt - die Welt unserer Gedanken und Erlebnisse. Unsere innere Welt wird auf einmal darstellbar: Namen von Orten, Flüssen, Bergen und Tälern sind ersetzt durch vertraute Begriffe aus unserem Denken, Handeln und Erleben: Topographische Begriffe bekommen eine symbolische Bedeutung.


Mittwoch, 28. Februar 2018

Wolkenmacher

#Heizkraftwerk München Süd in #Thalkirchen

Wenn's kalt ist, muss geheizt werden.
In der knackigen Februarkälte sieht man das immer besonders gut.

Fotografiert am 28.2.2018,
aus dem Archiv gekramt und nachgereicht im Februar 2023

Siehe auch: Wintersonnwendzeit, Morgens um halb neun, Isarvenus, Verfilzt, Wolkendiffusor, Flugbetrieb

Dienstag, 6. Februar 2018

Digitale Revolution: Erlebnisse aus dem Alltag

Im Fotonanny-Blog hatte ich letzte Woche über das Verschwinden von Keegan berichtet. Keegan konnte Bilder, die man auf eine Webseite hochgeladen hatte, in Sekundenschnelle beurteilen. Dabei hat er nicht nur Bildinhalte erkannt und benannt, sondern auch ein Werturteil darüber abgegeben, ob es sich um ein ansprechendes Bild handelte. Sein Wissen basierte auf Informationen und Bildbewertungen von professionellen Fotografen. Ein Fotograf war schließlich auch der Namenspate für den Algorithmus, der nach der Testphase aus dem Netz verschwand. Dass er sehr schnell von Apple gekauft wurde, ist ein Hinweis darauf, welches Potenzial in Keegan schlummert. Er war (ist) fast so gut wie ein menschlicher Foto-Coach, und hat mir klargemacht, wie weit künstliche Intelligenz heute schon entwickelt ist.


Was ist ein Algorithmus?
Vereinfacht ausgedrückt gibt ein Algorithmus eine Vorgehensweise vor, mit der man ein Problem lösen kann. Namensgeber für diesen abstrakten Begriff ist der arabische Mathematiker Al-Chwarismi, der schon im 9. Jahrhundert ein Buch über den Gebrauch indischer Zahlzeichen verfasst hatte. Ich kann mich nur dunkel an die Zeit im Mathematikunterricht erinnern, als das Thema auf dem Lehrplan stand. Mehr noch: Ich war sehr erleichtert, als ich mich damit nicht länger beschäftigen musste. Jetzt holt es mich an einer ganz anderen Stelle wieder ein.

Heute sind Algorithmen vor allem eine Grundlage der Programmierung, und wir haben tagtäglich mit ihnen zu tun: Wenn wir die Grammatikprüfung im Textprogramm verwenden, ein Navigationsgerät benutzen, eine Google-Suche losschicken... Algorithmen sind überall, und sie sind quasi unsichtbar. Wir haben uns so an sie gewöhnt, dass wir sie gar nicht mehr missen wollen oder können.

Wir produzieren enorme Datenmengen
Die Leistung moderner Rechner wächst unaufhörlich, die Anzahl gesammelter Daten auch. Algorithmen durchsuchen all diese Daten nach Mustern und Zusammenhängen, und sie werten diese Daten aus. Deshalb sieht jeder Nutzer andere Ergebnisse, auch wenn der gleiche Suchbegriff zum Beispiel bei Google eingegeben wird. Es ist so verführerisch! Haben Sie einmal eine andere Suchmaschine benutzt, und sich über die komischen Ergebnisse gewundert? Der Algorithmus von Google "weiß" längst, wofür ich mich interessiere, und wird immer versuchen, mir die passenden Ergebnisse zu liefern. Der Algorithmus weiß auch Dinge über mich, die ich selbst noch nicht weiß - so lautet jedenfalls die aktuelle Einschätzung von Experten. Weil sich viele Algorithmen bereits selbst verbessern, wissen die Programmier oft selbst nicht mehr, wie sie im Einzelnen funktionieren. Was immer wir tun: Wir sind nicht allein. Irgendein Algorithmus begleitet uns. Immerhin, es war ein Mensch, der mich nach meinem Artikel auf eine neue Übersetzungsmaschine aufmerksam machte.



DeepL - Eine neue Ära
Ich hatte mich über Google Translate mokiert, das wirklich krude Übersetzungen abliefert. Nicht so DeepL, dessen Entwickler - man staune -  in Deutschland sitzen. Die Server stehen auf Island, meinem Lieblings-Reiseland, das auch dafür bekannt ist, dass man dort den Strom sehr günstig erzeugen kann. Ein Supercomputer, der 5 100 000 000 000 000 Rechenoperationen pro Sekunde erreicht, braucht eine Menge Strom. Eine Zahl mit 16 Stellen sprengt mein derzeitiges Vorstellungsvermögen, aber das ist bei weitem nicht das Ende der Entwicklung. Dieser Computer ist bei weitem nicht der größte und schnellste auf der Welt. In der Pressemeldung von DeepL wird seine Kapazität gut veranschaulicht: "...genug Leistung, um eine Million Wörter in weniger als einer Sekunde zu übersetzen". Das schafft kein Mensch.



Was kommt da auf uns zu?
Ganz praktisch gesprochen: Unglaublich gute Übersetzungen.

Freitag, 2. Februar 2018

Sonnenuntergang















Sämtliche Brückenpfeiler unter der Münchner Brudermühlbrücke einschließlich der Fuß- und Radunterführung sind legale Flächen für Graffitikünstler. Koordiniert werden die Aktionen von der Färberei und es gibt jedes Jahr eine Vernissage.
Dieser Ausschnitt aus einem größeren Werk ist längst dutzendfach übersprüht worden. In meinem thematisch sortierten Dia-Archiv habe ich bei Sammelmotiven keine Jahresangaben notiert, was ich heute bedaure. Vermutlich stammt dieses Werk aus den frühen 1990er Jahren, hat aber an Aktualität nicht verloren.

Auch wenn in diesem Bild keine Pferde zu sehen sind, denke ich irgendwie:
"Lass uns die Pferde satteln, und in den Sonnenuntergang reiten."

Das Originalzitat aus dem Film Hidalgo lautet:
"Es ist also wahr. So wie in den Wild-West Geschichten. Der Cowboy reitet fort in den Sonnenuntergang, aber er ist nicht mehr derselbe Cowboy."
 

Dienstag, 28. November 2017

Randnotizen der Digitalisierung


In unserem Stadtviertel wurden unlängst alle Telefonanschlüsse digitalisiert. Das neue Internetfernsehen funktioniert prima, und außerdem gibt's den Fire TV Stick, Netflix und Youtube im Wohnzimmer - all diese tollen neuen Sachen. Im Zuge der technischen Erneuerung gibt es eben auch Verlierer: der alte Röhrenfernseher hat  ausgedient. Erstaunlich, wie viele es davon noch gibt. Davon kann man sich derzeit in den Straßen Giesings selbst ein Bild machen.

Gleich und gleich gesellt sich gern. Wenn sowieso schon einer auf dem Grünstreifen steht, dann kann derjenige, der sich beflissen fühlt, den Müll zu entsorgen, die anderen auch gleich mit zum Wertstoffhof nehmen. So funktioniert Outsourcing. 
Gab es nicht ganz ganz ganz früher mal so etwas wie einen offiziellen Sperrmülltag im Stadtviertel? Das war eine super Sache, Abenteuer pur. Was man da nicht alles am Straßenrand finden konnte: Möbel, Lampen, Regale... Flohmarkt kostenlos. Oft wechselten ungeliebte Dinge über Nacht den Besitzer. Aber so funktioniert das heute eben nicht mehr. Jetzt ist Wertstoffhof!

Dienstag, 7. November 2017

Gleich und gleich gesellt sich gern

















Eigentlich hätte dieses Fotomotiv wieder einen guten Kandidaten für die Reihe "1000 Meisterwerke" abgegeben. Als ich am 1. November zum Fitnessstudio lief, musste ich bei der Ansammlung von inhaltsleeren Coffee-To-Go Bechern natürlich anhalten und ein Foto schießen. Das ganze Stadtviertel sah nach dem Fußballspiel am 31.10. ziemlich erbärmlich aus. Trotz Feiertag mussten die Mitarbeiter der Straßenreinigung eine Sonderschicht einlegen, und dafür bin ich ihnen von Herzen dankbar. Warum?

Freitag, 29. September 2017

Die letzten Sonnenstrahlen

25 mm | 1/60 s | f8 | ISO 160 | Lumix FZ1000

 

Im Dünenwald bei Breege auf der Insel #Rügen

#Reise  #nachgereicht

Siehe auch: Temperatursprung, Morgendosis, Sonnenstern, Falschlicht#Sonne
Digital Detox, Bleibende Eindrücke, Licht- und Hirngespinster

 

Weiterführende Links

Tourist-Infos Insel Rügen - Homepage

Mittwoch, 27. September 2017

Zu später Stunde

144 mm | 10 s | f8 | ISO 100 | Lumix FZ1000

#Sellin  #Rügen  #Ostsee
#Sehenswürdigkeiten  #Tauchglocke

Langzeitbelichtung mit Stativ

#Reise  #nachgereicht

Siehe auch: Hintergründig13.11.2025 16:55:07.654

Weiterführende Links

Blaue Stunde - Wikipedia
Tauchgondel - Wikipedia
Tauchgondel Sellin - ruegenmagic.de
Tourist-Infos Insel Rügen - Homepage

Unter Wasser

46 mm | 1/1250 s | f3,2 | ISO 250 | Lumix FZ1000

Blick aus der #Tauchgondel Sellin auf #Rügen

Ich bin lieber am als im Wasser, und tauchen kann ich gar nicht. Menschen, die - mit oder ohne Ausrüstung - ins nasse Element abtauchen, haben meinen tiefen Respekt. Ein U-Boot würde ich auch nicht freiwillig betreten, außer wenn es fest verankert im Hafen liegt, oder wenn es sich um eine Filmkulisse in der Bavaria Filmstadt handelt. 😅
Meine Unterwasser-Erlebnisse beschränken sich auf einen Besuch in einer SeaLife-Ausstellung, und eine Fahrt mit der Tauchgondel Sellin auf der Insel Rügen. Dort waren wir etwa zwanzig Minuten lang dreieinhalb Meter unter Wasser. 

Hintergründig

25 mm | 1/1000 s | f2,8 | ISO 125 | Lumix FZ1000

#Sellin  #Rügen  #Ostsee
#Sehenswürdigkeiten

Warten auf die Blaue Stunde.

#Reise  #nachgereicht

Siehe auch: Da war noch was, Zu später Stunde, Magritte wEISsbLAU, Und wer bist du?

Weiterführende Links

Blaue Stunde - Wikipedia
Seebrücke Sellin - Wikipedia
Tourist-Infos Insel Rügen - Homepage

Mittwoch, 20. September 2017

Mitfahrgelegenheit?

400 mm | 1/800 s | f4 | ISO 125 | Lumix FZ1000

Am Ende eines langen Fototages...

#Reise  #nachgereicht

Siehe auch: Tischlein deck dich, Ganz viel Obst...
Wann geht's los?

Weiterführende Links

Waren an der Müritz - Tourismus Info

Ganz viel Obst...

28 mm | 1/17 s | f1,6 | ISO 640 | Smartphone
 

So eine Fotoreise ist anstrengend.
Kaffee- und Kuchenpause in Waren an der Müritz

#Reise  #nachgereicht
Siehe auch: Apfelgemetzel, Chillout, Verschnaufpause, Heisskalt, Kuchenbacken,
Kräuterlikör 22 Karat
, Bloß keine Diät!, Tischlein deck dich, Mitfahrgelegenheit?,
Obstgarten, Jetzt doch!KaffeeplauschMögen sie Brokkoli?

Weiterführende Links

Waren an der Müritz - Tourismus Info
Dat Tortenhus - Homepage

Sonntag, 17. September 2017

Tischlein deck dich

122 mm | 1/80 s | f3,9 | ISO 200 | Lumix FZ1000

#Hafen

... nein, hier ist es noch zu früh. Das Ausflugsschiff ist noch festgezurrt, keiner da. Morgennebel steigt aus dem kühlen Wasser auf,  die Hafenpromenade und die Gassen und Plätze der Stadt sind noch leer. Es ist die beste Tageszeit, um sich in Ruhe einen ersten Eindruck zu verschaffen, welche fotografierenswerten Motive uns in den nächsten Tagen erwarten. #Fotoreise

Siehe auch: Ganz viel Obst...#Reise  #nachgereicht, Wann geht's los?

Weiterführende Links

Mittwoch, 30. August 2017

Lasse Gras darüber wachsen

In der Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" stellen wir Ihnen heute ein Werk vor, das sich für den Ehrenpreis der Fahrradstadt München bewirbt. Lasse Gras darüber wachsen lautete das Motto, das im Frühjahr und Sommer 2017 eine konsequente Umsetzung erfuhr.
Man könnte meinen, dass die hier gezeigte fotografische Aufnahme der Kampagne einer Umweltpartei entspringt, die auf die perfekte Vereinbarkeit von Natur und Technik aufmerksam machen möchte. Nirgends wird das Konzept einer "grünen Stadt" besser visualisiert als hier, doch weder Green City noch Claudia Roth haben mit diesem Meisterwerk etwas zu tun.


Während der eilige Passant an derlei Objekten hastig vorbeischreitet, und sie lediglich in die Kategorie kurzfristig abgestellte Verkehrsmittel einordnet, bleibt der Kunstinteressierte unvermittelt stehen.

Sonntag, 23. Juli 2017

Schlechtes Argument

25 mm | 1/100 s | f8 | ISO 125 | Lumix FZ1000

 

 #BullshitBingo  #Plakat

23. Juli 2017
nachgereicht im November 2023

Freitag, 21. Juli 2017

Schön ist das nicht...

"Die Welt ist dabei, in Stücke zu fallen,
und Leute wie Adams und Weston fotografieren Felsen!"

Henri Cartier-Bresson





Montag, 10. Juli 2017

Kein Riese

Ich glaube sie meinten "no rice" (kein Reis), aber ganz sicher bin ich mir nicht.



Was man in diesem Asia Markt aber IMMER bekommt, ist mindestens eine Plastiktüte, egal wieviel man kauft. Man braucht schon ein gewisses Standvermögen, um die Kassiererin daran zu hindern, den einzelnen Bund Koriander in Plastik zu versenken.

Auf das globale Plastikproblem angesprochen erklärte die - stets missmutige - Dame neulich im Laden: "Sagen Sie das den Politikern."

Tatsächlich ist es so, dass "sehr leichte Plastiktüten (dünner als 15 Mikrometer) – zum Beispiel für Obst und Gemüse" nicht unter die neue Tütenverordnung fallen, und deshalb auch weiterhin kostenlos ausgegeben werden dürfen. 

Ja, da stehen wir Ökos mit unseren mitgebrachten Ökobeuteln, gucken dumm aus der Wäsche und lernen, dass wir keine Chance haben, mit unserem lächerlichen Weltverbesserungsquatsch. Wir sind eben keine Riesen. Die Kenianer sind uns da einen Schritt voraus.

Nachtrag: Wie es um das Plastik bestellt ist, kann man unter anderem bei Bild der Wissenschaft nachlesen. "Acht Milliarden Tonnen Plastik wurden in den letzten fünfundsechzig Jahren produziert, zwei Drittel davon gammeln heute als Müll auf Deponien oder verschmutzen Umwelt und Meere. Damit sei dies ein unkontrolliertes Experiment globalen Maßstabs, warnen die Wissenschaftler." Sagen Sie das den Politikern - oder nehmen Sie einfach keine Plastiktüten mehr von Verkäufern an, die ihnen welche aufdrängen. Papiertüten sind übrigens auch keine Alternative, am besten ist immer noch der tausendmal benutzte mitgebrachte Einkaufsbeutel, selbst wenn er aus Plastik ist.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Macht der Gewohnheit
















Nein, das ist kein neuer Sportplatz. Oder vielleicht doch?

Es ist wahrscheinlich typisch deutsch, dass ich mir um solche Kleinigkeiten Gedanken mache, aber die typisch deutsche Gründlichkeit,  mit der sich die Stadt München einem Alltagsproblem widmet, fordert mich geradezu heraus. Außerdem beobachte ich gerne Menschen und Situationen, und versuche, mir einen Reim darauf zu machen. 

Die hier gezeigte Wiese mit Trampelpfad kenne ich nun schon seit über dreißig Jahren. Als ich letzte Woche meine übliche Abkürzung hangabwärts joggen wollte, waren fleißige Handwerker gerade dabei, einen Zaun zu errichten. Er reichte bis zur Laterne und ich wusste sofort, was sie vorhatten: Schluss mit Lustig, hier wird jetzt nicht mehr über die Wiese getrampelt!
Jawoll, dachte ich, und bog demonstrativ hinter der Laterne links ab. Ja, manchmal kann ich richtig trotzig sein und dieses Gefühl ein paar Sekunden lang auskosten. Das ist kindisch, aber es vermittelt so ein wunderbares Gefühl von Macht. Jemand will dir etwas verbieten und du tust es trotzdem. Ja, so sind wir Menschen. Manche mehr, manche weniger; die meisten handeln reflexartig, und manche tun solche Dinge ganz bewusst.

Als ich abends wieder an der gleichen Stelle vorbeikam, diesmal mit dem Fahrrad, und brav auf der geteerten Strecke, war der Zaun bereits vollendet, aber kein Hindernis für einen jungen Mann, der sich elegant darüber hinweg schwang.

Dienstag, 27. Juni 2017

Gelbe Seiten

Die Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" findet heute ihre Fortsetzung. Wir widmen uns dem Opus "Gelbe Seiten", das auf eine über hundertjährige Tradition zurückblicken kann. Im Frühsommer 2017 bildete es den Kern einer flächendeckenden Street-Art Installation, die in deutschen Großstädten wie München zeitweilig für Aufsehen sorgte. Zumeist waren die sonnengelben Türme in Hauseingängen oder auf Treppenstufen zu finden, doch es gab auch raffiniertere Interpretationen zu bestaunen. Dies ist eine davon.


















Wir stehen vor einer Skulptur, die dem Betrachter durch ihre freundliche Farbigkeit unmittelbar ins Auge springt. Dargeboten auf einem stahlgrauen Altar erkennen wir ein Arrangement von geheimnisvollen Büchern, die lose gestapelt von links nach rechts eine aufsteigend-optimistische Linie bilden.  Das Werk findet seinen Höhepunkt in einem einzeln aufgerichteten Objekt, einer in Plastikfolie verschweißten Ausgabe des preisgekrönten Meisterwerks Gelbe Seiten für München 2017.

Dieses Arrangement, das nicht zufällig der Auslage einer Buchhandlung nachempfunden ist, will auf sich aufmerksam machen. Mehr noch: der geneigte Leser ist eingeladen, sich eines dieser Prachtexemplare mitzunehmen.

Montag, 15. Mai 2017

Es tut sich was




















Dieses leckere und nette Dankeschön war heute früh in unserem privaten Briefkasten.

Was ist passiert?
Wir waren den Anblick der kostenlosen Wochenzeitungen leid, die im Treppenhaus in der Ecke landeten. Also haben wir unsere Nachbarn im Haus mit einem Aushang darüber aufgeklärt, wie sie diese unerwünschte Werbung loswerden können. Wir haben Aufkleber (Amazon) für die Briefkästen besorgt und kostenlos verteilt. Dabei stellte sich erwartungsgemäß heraus, dass 80% der HausbewohnerInnen die Zeitungen schon lange nicht mehr haben wollten.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Kunst to Go

Heute möchte ich Ihnen ein Meisterwerk der Digitalromantik 4.0 nahebringen. In diesem sonnendurchfluteten Idyll aus dem Jahr 2017 sieht man erst auf den zweiten Blick, dass sich die Künstlerin mit dem Sujet "Zweirad" beschäftigt hat. Der zerschlissene Plastiksattel in der rechten Bildmitte springt nicht sofort ins Auge. Erst wenn der Betrachter den Lenker des pedalgetriebenen Fahrzeugs erspäht, wird deutlich, wo sich das leuchtendgrüne Hauptobjekt befindet: auf einem Gepäckträger.

Die angedeuteten Teile einer Efeuhecke am rechten Bildrand lassen ahnen, dass sich das oft als "Drahtesel" bezeichnete Transportmittel an einem Wegesrand befindet. Das Fehlen einer typischerweise mit Fahrradschutzhelm bekleideten Person legt nahe, dass dieses Zweirad zum Zeitpunkt der digitalen Fotoaufnahme nicht aktiv betrieben wurde. Vielmehr scheint das Objekt schon seit längerer Zeit auf die Rückkehr seines Eigentümers zu warten.

Es ist nicht bekannt, ob diese Person wegen eines länger anhaltenden Regens auf das hier gezeigte Zweirad verzichtet hat, oder sich einfach nur im Park verirrt hat. Doch erst jene Abwesenheit hat die unvergleichliche Installation aus verknitterter Aluminiumfolie, halb zerdrückten PET-Flaschen, Coffee-To-Go-Bechern unterschiedlicher Couleur und zerknülltem Papier ermöglicht. Kunst to Go! lautet folglich auch der Titel dieses bis dato unübertroffenen Meisterwerks.







































Die sauber verlegten rechteckigen Platten am Boden stehen symbolisch für die Ordnungsliebe der Menschen, die tagtäglich jene hier im Hintergrund gezeigte Schwelle überschreiten. Hier verlassen Menschen den öffentlichen Weg. Sie treten ein in den grün bewiesten Park, erleben ihre Naturverbundenheit und kehren erfrischt zurück. Ihre Ordnungsliebe ist es auch, die sich in der kunstvollen Anordnung oben genannter Objekte widerspiegelt. Sie liegen nicht mehr im Park und auch nicht neben dem Zweirad. Nein, sie wurden sorgsam arrangiert.

Dienstag, 2. Mai 2017

Cat Content geht immer

Entschuldigung: Cat Content ist ein englisches Wortkonstrukt. Beim Schreiben versuche ich unnötige Anglizismen zu vermeiden, Werbesprache und Marketingkampfbegriffe sind mir ein Graus. Trotzdem habe ich mich diesmal ganz bewusst dafür entschieden, von Cat Content zu sprechen. Damit sind Inhalte (content) gemeint, die sich um Katzen (cat) drehen, vornehmlich Videos und Fotos. In den sozialen Medien und auf Youtube gibt es davon jede Menge. Meistens sind es grottenschlechte Fotos und ebenso schlechte Videos, aber sobald eine Katze auf der Bildfläche erscheint, wird der Verstand ausgehebelt. Die sind ja sooooo süüüüß! Der Inhalt wird angeklickt, angeschaut, geteilt und der Gefällt-Mir-Knopf läuft heiß. Bei Katzen wird offensichtlich eine Art Kindchenschema aktiviert, auch bei mir.

Interessanterweise gibt es auch Dog Content, also Inhalte mit Hunden, aber es gibt keinen Horse Content (Pferde) und erst recht keinen Kid Kontent als Begriff. Man findet lediglich "Content for Kids". Damit sind Inhalte gemeint, die für Kinder geeignet sind. Nun würde ich eigentlich annehmen, dass es genauso viele Menschen geben müsste, die Kinder ebenso süß finden wie Katzen. Trotzdem haben die samtpfötigen Vierbeiner im Internet die besseren, nein, die besten Karten. Das mag daran liegen, dass es unverfänglicher ist, Katzen beim Spielen zuzuschauen. Wer sich Kindervideos anschaut, gerät schnell in Verdacht, nicht ganz sauber zu sein.
Ob man eher auf Hunde- oder Katzenvideos steht, hängt davon ab, ob man im realen Leben ein Haustier der einen oder anderen Sorte besitzt. Ich hatte früher zwei Katzen und somit ist klar, welcher Fraktion ich angehöre. 😺
 
Wenn ich mal schlechte Laune habe, oder eine Aufheiterung brauche, weiß ich, wo ich fündig werde. Meine Lieblings-Internetkatze ist Maru (Mumogu) aus Japan. 

Freitag, 7. April 2017

Bitte klingeln Sie mal woanders!

Die Packstation im Erdgeschoss - darüber hat die FAZ im Dezember 2015 berichtet und einen netten Beitrag in der Sendung quer des BR gab es ebenfalls zu diesem Thema. Beide journalistischen Beiträge enden mit dem Fazit, dass "die freundliche Oma von nebenan die Stütze der Paketgesellschaft bleibt" oder dass es wenigstens toll für das nachbarschaftliche Miteinander sei, wenn man sich gegenseitig hilft.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: ES NERVT TIERISCH, wenn es alle dreißig Minuten an der Tür klingelt!


Der ganz normale Wahnsinn in einer Erdgeschosswohnung










An guten Tagen ist es nur DHL oder Amazon. An schlechten Tagen kommt morgens um neun die Postbotin, die eine übergroße Briefsendung nicht einfach im Hausflur platzieren möchte, um zehn Uhr klingeln fremde Leute, die dem Nachbarn etwas in den Briefkasten einwerfen möchten, und dann beginnt das große Schaulaufen sämtlicher Paketdienste, von A wie Amazon bis U wie UPS.

Mittwoch, 5. April 2017

Schubladendenken













"Gegen das Schubladendenken wehrt sich nur,
wer in keine Schublade passt." (Dr. House)

Schubladen sind etwas ausgesprochen Praktisches. Wenn man ordentlich ist, muss man nicht lange suchen. Man weiß man sofort, in welche Schublade man greifen muss, um das Besteck, die passenden Computerkabel, die Batterien oder Speicherkarten für die Kamera zu finden. Auch beim Denken helfen Schubladen: Das ist der Fotograf, das ist der Banker, das ist der Fachmann für ...

Blöd ist, wenn man beim Einsortieren nicht genau hinschaut, oder wenn man zuwenig Schubladen hat. Zu viele Schubladen sind auch nicht gut: Am Ende weiß man nicht mehr so genau, ob die Akkus oben links oder rechts in der Mitte sind. Dann braucht man entweder ein gutes Gedächtnis, eine gute Beschriftung oder viel Zeit zum Suchen.

Es gibt kleine, mittlere und große Schubladen, und es gibt immer Sachen, die nirgends so richtig reinpassen. Solche Dinge landen dann im Keller, oder man vergisst, wo man sie untergebracht hat. Das Ungewöhnliche und Sperrige hat es schwer, im praktischen und im übertragenen Sinn.
Kompliziert ist es auch mit den Dingen, die thematisch in mehrere Schubladen passen. Ein rotes Spielzeugauto passt in die Kategorien rot, Auto, Spielzeug. Es könnte aber auch in der Kategorie Kindheitserinnerungen oder Flohmarkt landen. Solch emotionale Bezüge sind manchmal schwer nachzuvollziehen und eine große Herausforderung für Suchalgorithmen.

Wie schwierig es ist, die richtigen Schlagwörter zu finden, habe ich bei der Suche nach Fotomotiven in einer Bildagentur erlebt. Die Seite zeigte mir nur selten das, was ich wirklich brauchte. Das Programm hatte auch nach Monaten nicht viel dazugelernt. Selbst der Internetriese Amazon tut sich schwer mit mir. Da werden mir Männer-T-Shirts und Heavy-Metal-Musik vorgeschlagen, obwohl ich LaBrassbanda und Haindling gekauft habe. Vielleicht liegt es daran, dass mein Mann unser Amazon-Prime-Fernsehprogramm zusammenstellt? Ganz sicher ist es untypisch, dass eine Frau vorwiegend in den Kategorien Elektronik, Computer und Foto herumstöbert. Ich bin natürlich dankbar, dass mir kaum Werbung für Beauty-Produkte, Kleider oder Schuhe unter die Augen kommt, aber ich frage mich schon gelegentlich, was mir alles entgeht. Die sogenannte "Filterblase", in der eigene Überzeugungen stets verstärkt und abweichende Themen systematisch ausgeblendet werden, halte ich für keine erfreuliche Entwicklung. Wie soll man kreativ sein und auf neue Ideen kommen, wenn man immer das Gleiche und Bekannte zu sehen und zu lesen bekommt?

Ich werde also mal wieder aufräumen, alle realen und gedanklichen Schubladen öffnen und durchlüften. Ich bin neugierig, welche verloren geglaubten Schätze dort auf mich warten. Zudem kann ich bei diesem Frühjahrsputz umsortieren, ausmisten und Platz schaffen für neue, interessante Inspirationen. 
 

Sonntag, 1. Januar 2017

Geh mir aus der Sonne...!

Als sich Diogenes von Sinope im Kraneion sonnte, trat Alexander der Große an ihn heran und sagte: "Fordere, was du wünschest!", worauf Diogenes antwortete: "Geh mir aus der Sonne."

Was man für einen unfassbaren Affront halten kann, war nichts anderes als ein Ausdruck absoluter Genügsamkeit. Aber dazu muss man die Protagonisten und die ganze Geschichte kennen. 😎
Manchmal sind es ja auch die Feinheiten der Sprache: Hat Diogenes gesagt "Geh mir aus der Sonne!", oder "Geh mir nur ein bisschen aus der Sonne..."? Und in welchem Tonfall?
Geschichts- und Geschichteninterpretation haben ihre Tücken, wenn man ein paar hundert Jahre später Quellentexte liest, oder gar Übersetzungen davon.

„Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse", lässt Antoine de Saint-Exupery den Fuchs in seiner Geschichte vom Kleinen Prinzen sagen. Vorsicht mit den Wörtern alles, immer und nie. Sprache ist nicht die Quelle ALLER, aber vieler Missverständnisse. Im Internetzeitalter erst recht, darum sind Begegnungen von Mensch zu  Mensch und von Herz zu Herz so wichtig. Miteinander reden statt übereinander ist auch nicht verkehrt.

Siehe auch:  Ein Pastewka sind drei Anhalter in der Galaxis, Schubladendenken, Fuchs und Hase 2023, Weihnachtsstern, Fensterln, Finden Sie den Oktopus, Dadaffiti, Schnitzel!, Sachen gibt's!, Wörtlich genommen#Sonne, Happy Börsday, Immanuel, Reflektorstern, Sonne oder Mond?

Weiterführende Links

  • Die Begegnung Alexander des Großen mit dem Philosophen Diogenes - cultura-lista.de