Donnerstag, 21. Februar 2019

Ungenießbar

















































#Zeit   #Erinnerungen  #Assoziationen  #Kindheit  
Wir hätten es "damals" trotzdem gegessen und wir haben erstaunlicherweise überlebt 😋 
 

Mittwoch, 20. Februar 2019

Michelangelo, der Straßenkehrer





























Auf dem Weg ins Büro gab es heute mal wieder einen dieser besonderen Momente. Ich beobachtete einen älteren Mann, der sich am Straßenrand bückte, abgerissene Zweige aufsammelte und das Totholz in die Büsche warf. Ein Radfahrer raste auf ihn zu, legte eine Vollbremsung hin und rief ihm zu: "Unglaublich, wie toll Sie hier saubermachen - danke!" Dann wendete er sein Rad und fuhr in die Gegenrichtung davon. Er hatte also extra einen Umweg gemacht, um dem Straßenkehrer seinen Respekt auszudrücken. Das kleine Kehrfahrzeug stand zweihundert Meter weiter hinter einer Wegbiegung. Man kann in diesem Bild sehen, dass dieser Straßenkehrer wirklich richtig saubergemacht hat. 

Mir kam dabei ein Zitat von Martin Luther King in den Sinn:

Welcher Arbeit Sie auch in Ihrem Leben nachgehen, machen Sie sie gut. Wenn Ihre Aufgabe darin besteht, die Straßen zu fegen, dann fegen Sie, wie Michelangelo malte, wie Shakespeare Gedichte schrieb und wie Beethoven komponierte. Fegen Sie die Straßen so, dass all die himmlischen und auch die irdischen Heerscharen innehalten und sagen: Er lebte als ein großer Straßenfeger und er hat seine Arbeit gut gemacht.

Genauso #beeindruckend war der junge Mann auf dem Fahrrad, der das gesehen und sich ein Herz gefasst hat, diese Arbeit zu würdigen. Gerne mehr davon!


#Weltverbesserung   #Alltag  #Würde  #Respekt 

Siehe auch: Eine magische GrenzeWegweisung,  Gleich und gleich gesellt sich gern, Das Gute am oder im Menschen, Wertschätzung, Der Unterschied, Mutmachung, Wetterleuchten, Rabauken!MüllmänAprilwetter im Oktober

Sonntag, 17. Februar 2019

Nervenzerreißend gruslig!

Ich seh Ich seh ist ein österreichischer Film aus dem Jahr 2015, den man wirklich als Horror-Schocker bezeichnen kann. Wenn Sie Shining kennen und diese Art von Psycho-Grusel mögen, dann ist das genau das Richtige für Sie. Schon in den ersten Minuten, in denen kein einziges Wort gesprochen wird, kriecht einem die Gänsehaut langsam aber sicher den Rücken hoch.


Worum geht's?
Die zehnjährigen Zwillinge Elias und Lukas verbringen den Sommer in einem einsamen Haus zwischen Wald und Feldern. Ihre Mutter kehrt von einer Schönheitsoperation nach Hause zurück, ihr Gesicht ist stark bandagiert und sie verhält sich sonderbar streng und abweisend. Die Zwillinge beginnen an der Identität ihrer Mutter zu zweifeln und werden immer misstrauischer. Schließlich sind sie fest davon überzeugt, dass ihre echte Mutter von einer Zwillingsschwester ersetzt wurde, und wollen die verhasste Fremde mit drastischen Mitteln dazu bringen, den Aufenthaltsort ihrer wahren Mutter preiszugeben.

Produziert wurde der Film von Ulrich Seidl, der selbst als Filmregisseur und Drehbuchautor einige abgründige Werke geschaffen hat. 

Dienstag, 12. Februar 2019

Sleepshirt oder Businessjogger?


Ein sogenannter Smart Shopper ist ein Konsument, für den bei der Auswahl von Produkten sowohl Preisvorteile als auch Qualität wichtig sind. Damit unterscheidet sich dieser Typus vom  Schnäppchenjäger, der grundsätzlich nach Angeboten im untersten Preissegment sucht. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat herausgefunden, dass 25 % der deutschen Gesamtbevölkerung dieser für das Marketing wichtigen Zielgruppe angehören. 

Das Marketing ist es auch, das uns stets mit kreativen Wortneuschöpfungen beglückt, die meistens der englischen Sprache entlehnt sind. Deshalb klingt alles so modern, so neu und so einladend! Come in and find out... (Douglas). Der Muttersprachler bricht in schallendes Gelächter aus. Wenn Sie nicht wissen warum, folgen Sie dem Link am Ende der Seite. Bei so viel Begeisterung für die englische Sprache verstehe ich überhaupt nicht, warum es im deutschen Wortschatz immer noch kein Äquivalent für den Schnäppchenjäger gibt! Bargain hunter wäre eine korrekte Übersetzung, aber das ist wahrscheinlich zu schwierig.

Photo by Artem Bali on Unsplash

Besonders spannend sind für mich die wöchentlichen Newsletter der beiden großen Discounter-Ketten. Da kann man sich die ganzen lästigen Werbebeilagen, die der Hausmeister regelmäßig in die Altpapiertonne wirft, mit einem Mausklick auf den Bildschirm holen. Dort erfährt man wirklich, ob die Kartoffeln diese Woche günstiger zu haben sind, oder welches Obst gerade Saison hat. 
Allerdings sind derlei Banalitäten nicht das Hauptanliegen solcher Werbemails. Sie informieren vielmehr über die anderen schönen Dinge, die man bei den Discountern besonders günstig erwerben kann: Aktionsprodukte wie Matratzen, Aktenvernichter, Elektronikgeräte und dergleichen mehr. Schon seit längerem gibt es in diesen Superdupermärkten auch Bekleidung. Einer der beiden hat sich mit der Supermodel Heidi eine eigene, exklusive Modelinie zugelegt. Ob man das mag oder nicht ist jedem selbst überlassen. Was mich immer wieder fasziniert, sind die Produktbezeichnungen.

Dienstag, 5. Februar 2019

Isarvenus

In der Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" befassen wir uns heute mit einem skulpturalen Objekt, das in Anlehnung an die gendergerechte Sprache der deutschen Bundeswehr ursprünglich den Titel: "Frau Schneemann" tragen sollte. Nach Einberufung einer einwöchigen Konferenz von Sprachexpertinnen, -perten und -pörten sowie Gleichstellungsbeauftragtissen jedweder Couleur wurden "Schneemannsfrau" und "Schneefrau" als mögliche Alternativen in die Diskussion eingebracht. Da die Verhandlungen um den finalen Titel noch anhalten und man eine Entscheidung frühestens für das Jahr 2028 erwartet, bezeichnen wir das Werk hier vorläufig und unter juristischem Vorbehalt als Isarvenus 2019.

Schon die Umstände ihrer Entstehung machen die hier gezeigte Figur zu einem epochalen Werk der Neuzeit. Nachdem der Jahrhundertsommer des Jahres 2018 die Hirnflüssigkeit bei einigen Exemplaren der menschlichen Spezies in Mitteleuropa fast hatte verdunsten lassen, folgte der Dürreperiode ein Jahrhundertwinter mit massiven Niederschlägen. Was Presse und Medien Anfang 2019 als "Schneechaos" bezeichneten, lieferte findigen und kreativen Bildhauern das Ausgangsmaterial für den Bau einer Skulptur, die sich anschickt, die Bedeutsamkeit der  Gleichberechtigung im Alltag zu thematisieren.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Intelligente Kleidung




.
Können Sie sich an Ihre nächtlichen Träume erinnern? Bei mir klappt das meistens ganz gut. Wenn ich diese Träume nicht sofort aufschreibe, verlieren sich die Erinnerungen sehr schnell. Besonders ungewöhnliche oder eigenartige Szenen behalte ich länger im Kopf. Neulich erlebte ich im Traum eine Zen-Meditationssitzung. Das Besondere daran war die Kleidung die ich trug: sie war smart und überwachte meine Körperfunktionen. Ich brauchte nicht einmal ein Smartphone mit irgendeiner App, wie es sie für Fitnessanwendungen längst gibt. Ich benutze so etwas nicht, aber mein Gehirn weiß natürlich, dass es diese Dinge gibt.

Beim Meditieren müssen Handys draußen bleiben, deshalb wäre so eine App ungeeignet für diesen Zweck. Stattdessen war an meinem "geträumten" T-Shirt ein elektronisches Etikett angebracht, auf dem eine Liste mit einigen Parametern angezeigt wurde. Anhand gesetzter Häkchen signalisierte mir das Etikett, ob ich mehr oder weniger effektiv meditiert hatte. Lassen wir einmal die Frage beiseite, ob man wirklich effektiv meditieren kann, und wie man das messen könnte. Was mich nach dem Aufwachen natürlich sehr interessierte: Gibt es so etwas schon in Echt?

Montag, 28. Januar 2019

Unendlich ahnungslos?



























Wenn man den Lesch fragt, dann gibt es keine Aliens, weil die an uns überhaupt kein Interesse haben, und uns auch gar nicht finden würden. UFOs gibt es schon: Diese Abkürzung steht lediglich für "Unidentified Flying Object" - also für ein unidentifiziertes oder unbekanntes Flugobjekt. Für die große Mehrzahl solcher Erscheinungen gibt es wissenschaftliche Erklärungen, allerdings lassen sich nicht alle UFO-Phänomene restlos dementieren. In den letzten Jahren wurden viele Akten veröffentlicht, die fünfzig Jahre oder länger unter Verschluss waren. In einer mehrteiligen Sendereihe UFOs declassified auf zdf Info wurden die Ereignisse vorgestellt, die am besten dokumentiert sind. Die Dokumentationen sind bis zum 23.2.2019 in der Mediathek verfügbar. Schauen Sie nicht die Sendung über den Wetterballon von Roswell an, das ist langweilig. Es gibt viel interessantere Dinge zu entdecken.

Freitag, 25. Januar 2019

Der Magische Kubus - ein Imaginationsspiel


Der Magische Kubus ist ein Imaginationsspiel - und mehr.

Was die einzelnen Elemente bedeuten, sollte man erst nachschlagen, wenn man sein ganz persönliches Bild imaginiert hat.


Und das geht so:



Die Wüste
Stellen Sie sich eine Wüstenlandschaft vor.
Ganz einfach.
Eine Horizontlinie.
Sand. Himmel.

Der Kubus
In dieser Wüstenlandschaft befindet sich ein würfelförmiges Gebilde, ein Kubus.
Wie sieht er aus? Beschreiben Sie ihn.
Wie groß ist er?
Wo befindet er sich? Woraus besteht er?
(es gibt keine Regeln, keine richtigen oder falschen Antworten.
Beschreiben Sie den Kubus, den Sie sehen.)

Mittwoch, 23. Januar 2019

Ab ins Fitnessstudio!

 Was fällt Ihnen zu diesem Aufruf ein?
  1. Ja, müsste ich eigentlich auch... schon... mal wieder? oder
  2. Ne, wirklich nicht!
Als ich bei betrachtenswert.de im Jahr 2002 einen Artikel über Fitnessstudios schrieb, hatte ich gerade meinen Vertrag bei Kieser Training erneuert. Davor wäre es mir auch nicht im Traum eingefallen, in so eine Muckibude zu gehen, aber alles hat eine Vorgeschichte....

Wenn sich das Leben ändert
Bis zum Jahr 2000 hatte ich alle meine Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt und war zwei- bis dreimal pro Woche beim Reiten. Im Urlaub machte ich Wanderreisen. Ich war Single, wog 58 Kilo, hatte einen BMI von 19,8 und konnte essen und trinken, was und wieviel ich wollte - an mir blieb nichts dran.

Dann lernte ich meinen Mann kennen. Ich hörte mit dem Reiten auf, wir fuhren gemeinsam mit dem Auto zur Arbeit und zusätzlich zum mittäglichen Gang in die Firmenkantine kochten wir uns abends immer noch ein leckeres Essen. Mein Mann ist ein begnadeter Koch und serviert abends zum TV-Programm auch gerne mal Kekse oder Chips... Sie können sich denken, was passiert ist. Es geschah schleichend, jedes Jahr zwei Kilo mehr machen nach zehn Jahren... Sie können selbst rechnen.
Ich bemühte mich schon bald, meine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, machte mehr Sport, aber der erhoffte Erfolg stellte sich nicht ein. Im Gegenteil: Ich bekam Knieprobleme vom häufigen Joggen. Zwei Ärzte wischten meine Ambitionen mit dem Satz beiseite, dass ich wohl nur überkritisch mit mir selbst sei, ein bisschen Übergewicht würde niemandem schaden. Es dauerte Jahre, bis meine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde. Jetzt ist der BMI wieder runter auf 24, aber die "fetten Jahre" wirken nach. Diäten habe ich nie gemacht, es ist eine Frage der Zeit und der Disziplin, bis ich mich wieder rundum wohlfühle. Die Herausforderung besteht darin, die Lebensgewohnheiten auf Dauer an die neue Situation anzupassen: Mein Körper verarbeitet die Nahrung heute anders, ich brauche einfach weniger. Eine Mahlzeit am Tag reicht völlig aus, aber die Verlockungen sind ständig präsent.

Regelmäßige Bewegung ist ein Muss. Erfreulicherweise reagiert mein Körper auf sportliche Betätigung mit Glückshormonen, was die Sache wesentlich vereinfacht. Wenn ich mich mit anderen Leuten über Sport unterhalte, höre ich immer, wie anstrengend das ist. Stimmt! In den ersten Wochen und Monaten brauchte mein Mann sehr viel Geduld und Überredungskunst, um mich auf die Joggingstrecke zu bringen. Ich habe gejappst und gejammert, weil ich keine Kondition hatte. Heute laufe ich gerne, im Sommer draußen und im Winter auf dem Laufband im Studio. Wenn das Knie oder die Ferse zwackt, wechsle ich auf den Crosstrainer oder fahre eine längere Runde mit dem Fahrrad. Man braucht nicht unbedingt ein Fitnessstudio um sich zu bewegen, aber man braucht einen stählernen Willen. Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem sich der Körper umstellt und von alleine signalisiert, dass er eine Bewegungseinheit haben möchte. Danach bloß nicht wieder faul werden, weil es dunkel ist oder regnet. Die Gunst der Stunde sollte man nicht verpassen, und jetzt kommt das Fitnessstudio ins Spiel.

Weiterlesen


Montag, 21. Januar 2019

Wundersame Welt des Web

Unlängst bekam ich eine automatische Nachricht, dass jemand zu meinem Artikel "Schwerkraft Ade" einen Kommentar hinterlassen hatte. Um Spam zu verhindern und um wüste Trolle auszusperren, ist die Kommentarfunktion in meinen Blogs generell so eingestellt, dass ich mir zuerst anschaue, was die Besucher schreiben. Oftmals geht es den Kommentatoren darum, ihre eigene Duftmarke bei anderen Bloggern zu hinterlassen, damit man selbst besser gefunden wird. Das finde ich nicht verwerflich, so funktioniert das Geschäft. Wenn der Kommentar Links enthält, bei denen es sich um reine Marketingmaßnahmen (Spam) handelt, erlaube ich mir aber schon, diese Beiträge zu ignorieren. 

Im konkreten Fall gab es gar keinen Text, nur einen Link. Das kam mir Spanisch vor - im wahrsten Sinne des Wortes. Ein bisschen Spanisch kann ich, aber es reichte nicht, um den verlinkten Artikel zu verstehen, deshalb bemühte ich die intelligente Übersetzungsmaschine DeepL


Suche nach Gravitonen weist auf die Existenz von Paralleluniversen hin  lautet der Titel, und der nachfolgende Artikel befasst sich mit Quantenphysik. Als Graviton bezeichnet man das hypothetische Eichboson einer Quantentheorie der Gravitation. Dieser Annahme zufolge ist es der Träger der Gravitationskraft. (Wikipedia)

Der Blogger, der meine satirischen Betrachtungen zum Thema Schwerkraft kommentiert hatte, scheint sich auszukennen. Stringtheorie, vereinheitlichte Feldtheorie, Paralleluniversen - alles ist möglich, es lässt sich nur noch nicht beweisen. Natürlich wollte ich wissen, wer da bloggt und wo dieser Mensch zuhause ist: Juan Pablo aus Buenos Aires, ich freue mich, dass Du meinen betrachtenswert Blog gefunden hast. Ich hoffe, wir werden es noch erleben, dass die Wissenschaft die Schwächen der Schwerkraft entlarvt, und dass wir den Paradigmenwechsel, von dem in Deinem Blog die Rede ist, noch erleben werden. (Lassen Sie sich die Beiträge von Google ins Deutsche übersetzen.)

Das WWW ist ein ziemlich verrückter "Ort" und vielleicht wird es eines Tages als das erste wissenschaftlich nachweisbare Paralleluniversum bezeichnet. Hier sind erstaunliche Begegnungen möglich, über alle Kontinente und Sprachbarrieren hinweg! Genau deshalb bin ich hier unterwegs, außer abends und am Wochenende. 😁
Beam me up, Scotty!
 

Donnerstag, 10. Januar 2019

Nichts ist unmöglich

Solange niemand schwarze Schwäne gesehen hatte, war das Auftauchen eines schwarzen Schwans völlig undenkbar, und lag jenseits des menschlichen Fassungsvermögens. Auch heutzutage gibt es mehr Dinge auf der Welt, als wir uns vorstellen können. 😎

Dienstag, 8. Januar 2019

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Des Kaisers neue Kleider

Kennen Sie das Märchen von Hans Christian Andersen? Es handelt von einem Kaiser, der sich von zwei Betrügern für viel Geld neue Gewänder weben lässt. Diese machen ihm vor, die Kleider seien nicht gewöhnlich, sondern könnten nur von Personen gesehen werden, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien. Tatsächlich geben die Betrüger nur vor, zu weben und dem Kaiser die Kleider zu überreichen. Aus Eitelkeit und innerer Unsicherheit erwähnt er nicht, dass er die Kleider selbst auch nicht sehen kann und auch die Menschen, denen er seine neuen Gewänder präsentiert, geben Begeisterung über die scheinbar schönen Stoffe vor. Der Schwindel fliegt erst bei einem Festumzug auf, als ein Kind sagt, der Kaiser habe gar keine Kleider an. Diese Aussage verbreitet sich in der Menge und das ganze Volk eilt herbei, um sich das anzuschauen. Der Kaiser erkennt, dass das Volk recht zu haben scheint, entscheidet sich aber, die Sache durchzuziehen. Er und der Hofstaat setzen die Parade fort. 


Als ich letztes Wochenende an zwei Kästen mit Münchner Tageszeitungen vorbeilief, wurde ich an dieses alte Märchen erinnert. Die grandiosen Schlagzeilen der TZ und der BILD München priesen die Vorteile des Stadtwanderns an, ein ganz neuer Trend, der ähnlich genial ist wie das Waldbaden, über das ich vor kurzem berichtet hatte. Früher nannte man das Spazierengehen oder zu Fuß gehen, aber das ist wohl nicht gemeint. Stadtwandern richtet sich offenbar an ein Zielpublikum, für das Wandern uncool und altmodisch ist. Wer Joggen zu anstrengend findet und keine Lust auf Nordic Walking hat, kann jetzt Stadtwandern. Eine bisher unentdeckte Nische im Reigen der gesunden Freizeitaktivitäten hat sich aufgetan!

Der geneigte Leser erfährt deshalb aus der Tageszeitung, dass er sich beim Stadtwandern bloß nicht überfordern soll, lieber mit kurzen Strecken anfangen möge, dazu gutes Schuhwerk braucht - wetterfeste Kleidung natürlich auch. Absolut wichtig: die Wettervorhersage beachten! Wer hätte das gedacht.

Wenn ich jetzt Harry G. wäre, würde ich ein Youtube-Video drehen und in die Kamera plärren, ob's dene ins Hirn gschiss'n ham?! 

Samstag, 13. Oktober 2018

Weltverbesserungsquatsch

„Im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. „Die Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf halten und recyceln.“ (Quelle: Bild der Wissenschaft)

Als ich das Statement der Ministerin las, drängte sich mir sofort der Begriff kognitive Dissonanz auf. Darunter versteht man grob ausgedrückt einen Zustand, in dem Menschen anders handeln als sie eigentlich wollen würden. Oft sind sie sich darüber im Klaren, reden sich die Sache aber irgendwie schön. Am besten erklärt man diesen Fachbegriff aus der Sozialpsychologie mit Beispielen: Eigentlich mögen wir Tiere, aber wir essen sie auf und nehmen es billigend in Kauf, dass sie unter erbärmlichen Bedingungen gehalten und getötet werden. Dass es neuerdings immer mehr Vegetarier und Veganer gibt ist erfreulich und löblich, aber Fleischkonsum ist nur ein Beispiel von vielen. Kognitive Dissonanz ist nichts Böses, sie bewahrt uns im Prinzip erst einmal davor an einem moralischen Dilemma zu verzweifeln.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Samstag, 6. Oktober 2018

Erfolgsteams


Wir befinden uns schon seit längerem in einer Phase grundlegender Veränderungen. Die Berufswelt wandelt sich ebenso wie das Sozialsystem, mit dem viele von uns aufgewachsen sind. Viele Menschen stellen fest, dass die bisherigen Lebens- oder Berufskonzepte nicht mehr passen, oder nicht mehr funktionieren. In Phasen der Veränderung ist es gut sich bewußt zu machen, dass man nicht alleine ist. Und dass auch andere Menschen in der selben oder einer ähnlichen Situation stecken wie man selbst. Was spricht also dagegen, sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun, und gemeinsam nach individuellen Lösungen zu suchen?

Was ist ein Erfolgsteam?
Eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Man könnte dabei an "Selbsthilfegruppe" denken - Erfolgsteam klingt allerdings ein bißchen peppiger, vor allem aber ist es ziel- und lösungsorientiert. In einem Erfolgsteam steht die Arbeit an einem beruflichen oder persönlichen Ziel im Vordergrund. Das Team hilft den einzelnen Teilnehmern dabei, ihr Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein zu stärken.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Wackeldackel

#Kultobjekte

Es gibt ihn noch - oder sollte ich schreiben: Es gibt ihn wieder? Der Wackeldackel im Auto - das ist der Gartenzwerg für Mobile. Er ist der Bruder des röhrenden Hirschs, ein Inbegriff von Kitsch... Bei mir weckt der Wackeldackel Erinnerungen an die Kindheit: an lange, langweilige Autofahrten. Damals gab es weder Kindersitze noch Sicherheitsgurte, und die Erwachsenen vorne waren noch ganz anders drauf als moderne Helikoptereltern. Der Aufkleber "xyz fährt mit" war noch nicht erfunden. Dafür hatten viele Verkehrsteilenhmer eine Notfallrolle Klopapier im Heckfenster, natürlich mit dem obligatorischen Häkelüberzug und einem lustigen Bommel obendrauf. Wackeldackel und Klopapier-Pudelmütze: das gehört in meiner Erinnerung untrennbar zusammen.

Der Wackeldackel war ein guter Freund: er nickte oder schüttelte den Kopf, wenn man ihn mit dem Finger anstupste, und sein hypnotisierender Blick ließ mich vorübergehend vergessen, wie kotzübel es mir auf auf kurvenreichen Strecken war. Vielleicht sollte ich mir einen Waldi holen und ihn neben den Bildschirm stellen? Ich bin sicher, dass er mir freundlich zunicken wird, wenn ich mal wieder etwas Aufmunterung nötig habe. Eine Häkel-Anleitung für die Klopapier-Abdeckung habe ich auch schon entdeckt...

Internet ist einfach toll!
 
Weiterführende Links

Samstag, 29. September 2018

Sie haben Post!


























#Post  #Briefmarken

Nein, ich meine nicht "Ihr Posteingang enthält neue Nachrichten" sondern: Sie haben Post! So richtig echte analoge Post zum Anfassen. Postkarten oder Briefe mit Briefmarken drauf! 
Die meisten Vorgänge lassen sich heute online oder per E-Mail erledigen, aber wenn es um behördliche oder vertragliche Dinge geht, ist der Brief immer noch unverzichtbar. Ich weiß nicht, ob mein zuständiger Bearbeiter im Finanzamt die Umschläge selber aufmacht und zu schätzen weiß, dass ich immer Sondermarken draufklebe.

Meine Briefmarken hole ich mir im Onlineshop der Post in der Abteilung Philatelie. Es gibt jedes Jahr neue Motive für Sondermarken. Einmal habe ich mir auch aus eigenen Fotos individuelle Briefmarken anfertigen lassen. Das ist etwa so teuer wie Sondermarken mit Zuschlag. Für besondere Menschen oder zu besonderen Gelegenheiten ist es mir das wert. Aber wer hat heutzutage noch die Zeit Briefe zu schreiben?

Mittwoch, 26. September 2018